Samen­spende Recht auf Nennung des genetischen Vaters

27.05.2020
Samen­spende - Recht auf Nennung des genetischen Vaters
Mutterfreuden. Die Identität des Vaters darf dem Kind nicht verwehrt werden. © plainpicture, Getty Images [M]

Ein durch künst­liche Befruchtung gezeugtes Kind hat Anspruch darauf zu erfahren, wer der Samen­spender ist. Das gilt auch, wenn es noch zu DDR-Zeiten geboren wurde. Eine Frau hatte erst mit 23 Jahren von ihren Eltern erfahren, dass sie durch künst­liche Insemination gezeugt worden war. Eltern und Klinik hatten dem Spender vertraglich Anony­mität zugesichert. Dennoch muss das Kranken­haus den Spender nennen, entschied der Bundes­gerichts­hof (Az. XII ZR 71/18). Das Recht des Kindes, seine genetische Abstammung zu kennen, wiegt schwerer als das Recht des Spenders auf Anony­mität. Dieses Menschen­recht kann nicht durch Vertrag ausgehebelt werden. Inzwischen sind anonyme Samen­spenden nicht mehr erlaubt. Seit 2018 gibt es ein zentrales Spenderregister.

27.05.2020
  • Mehr zum Thema

    Jugend­schutz Ausgehen, Alkohol, Video­spiele – was dürfen Teen­ager?

    - Alkohol, Ziga­retten, Filme, Disco – das Jugend­schutz­gesetz nennt viele Einschränkungen und Verbote. Zu Hause ist mehr erlaubt – aber auch nicht alles. Wir beant­worten...

    Kinder im Well­ness­hotel BGH: Reine Erwachsenenhotels sind zulässig

    - Betreiber von Well­ness- und Tagungs­hotels haben das Recht, Kinder und Jugend­liche generell als Gäste abzu­lehnen. So urteilte der Bundes­gerichts­hof (BGH) in...

    Sorgerecht Die Regeln der elterlichen Sorge

    - Leben die Eltern zusammen, sorgen sie gemein­sam für ihr Kind. Und auch nach einer Trennung können verständige Ex-Partner funk­tionierende Regeln für die Sorge ums Kind...