Mutterfreuden. Die Identität des Vaters darf dem Kind nicht verwehrt werden.

Ein durch künst­liche Befruchtung gezeugtes Kind hat Anspruch darauf zu erfahren, wer der Samen­spender ist. Das gilt auch, wenn es noch zu DDR-Zeiten geboren wurde. Eine Frau hatte erst mit 23 Jahren von ihren Eltern erfahren, dass sie durch künst­liche Insemination gezeugt worden war. Eltern und Klinik hatten dem Spender vertraglich Anony­mität zugesichert. Dennoch muss das Kranken­haus den Spender nennen, entschied der Bundes­gerichts­hof (Az. XII ZR 71/18). Das Recht des Kindes, seine genetische Abstammung zu kennen, wiegt schwerer als das Recht des Spenders auf Anony­mität. Dieses Menschen­recht kann nicht durch Vertrag ausgehebelt werden. Inzwischen sind anonyme Samen­spenden nicht mehr erlaubt. Seit 2018 gibt es ein zentrales Spenderregister.

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