Salz im Test

Berg­stollen oder Meeresbucht? Wo unser Salz herkommt

17

Salz ist gleich Salz? Von wegen! Es gibt Meersalz, Fleur de Sel, Steinsalz und Siedesalz. Salz kann aus Stollen stammen oder aus Salinen am Meer. Ein kleiner Über­blick.

Salz im Test Testergebnisse für 41 Salze

Meersalz – von der Sonne kristallisiert

Salz im Test - Für Gourmets oder Ihre Gesundheit? Welches Salz das beste ist
Im Salzgarten. Fleur de Sel, die Salz­blume, wird von Hand gewonnen. © Depositphotos / Richard Villalon

Aus dem Meer. In südlichen Ländern produzieren Salinen am Meer große Salzmengen maschinell, indem sie Meer­wasser in aneinander­gereihte Becken pumpen. Sonne und Wind kristallisieren es dann stufen­weise zu Meersalz. Es wird gewaschen, getrocknet, verpackt und kommt so rein wie Siedesalz in den Handel. Fleur de Sel (deutsch: Salz­blüte oder -blume) ist ein besonderes Meersalz. Es bildet sich nur an heißen, windigen Tagen als zarte Kruste in Meeresbuchten. Die Kruste wird von Hand als Flocken abge­schöpft.

Mit und ohne Zusätzen. Einfaches Meersalz schmeckt so intensiv wie Siedesalz. Von Natur aus enthält es kaum Jod. Im Handel steht es mit und ohne Zusätze wie Jod, Fluorid, Trenn­mittel. Fleur de Sel ist eine Art feines „Zweitsalz“ neben dem klassischen Alltags­alz.

Steinsalz – unter Tage abge­baut

Salz im Test - Für Gourmets oder Ihre Gesundheit? Welches Salz das beste ist
Im Salz­stollen. Aus unter­irdischen Lagern kommen Stein- und Siedesalz. Ihr Markt­anteil liegt bei 93 Prozent. Sie stammen meist aus Deutsch­land. © K+S KALI GmbH

Aus dem Stollen. Berg­männer bohren, sprengen oder schneiden Steinsalz aus unter­irdischen Salz­stollen. Dann wird es zutage gefördert, gemahlen und verpackt. Wenn es als Speisesalz verkauft wird, muss es von Natur aus sehr rein sein. Meist gelangt es naturbelassen und nicht raffiniert (ohne Waschen und Zusätze) in den Handel. Zu den Steinsalzen zählen Exoten wie Ur-, Blau- und Kalaharisalz sowie Salz aus der Nähe des Himalaya.

Von Natur aus ohne Jod. So groß die Vielfalt, so unterschiedlich ist der Charakter. In der Regel enthalten Steinsalze kein Jod. Manchen werden esoterische Schwingungen oder Heilkräfte nachgesagt, aber das ist nicht belegt.

Siedesalz – in Verdampfern gewonnen

Aus der Saline. Siedesalz wird aus Sole (konzentriertes Salz­wasser) gewonnen. Sie kommt natürlich vor oder wird im Salz­stollen mit Süßwasser künst­lich erzeugt. Früher kristallisierten die Menschen Solesalz in Pfannen über dem Feuer. Heute wird die Sole in Salinen gereinigt und enthärtet, bevor Verdampfer sie unter Druck konzentrieren und das Salz auskristallisiert. Das Ergebnis ist ein sehr reines Salz, das fast nur aus Natrium­chlorid besteht.

Sehr kräftiger Geschmack. Der Salz­geschmack ist sehr kräftig und direkt da. Siedesalze enthalten oft Zusätze wie Trenn­mittel (Riesel­hilfen) sowie Jod für die Schild­drüse, Fluorid für die Zähne.

Salz im Test Testergebnisse für 41 Salze

17

Mehr zum Thema

17 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

halsbandschnaepper am 10.01.2023 um 14:42 Uhr
Ein altes Sprichwort sagt...

Salz ist Salz ;-)

vactorio am 07.01.2023 um 15:48 Uhr
Energien??

Kann mir mal jemand erklären um was es bei diesen „Energien“ im Salz geht?
Auf was für eine Verschwörungstheorie sind wir denn hier wieder gestoßen? Von so einem Stuss hab ich ja noch nie gehört!

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.01.2023 um 11:30 Uhr
Rieselhilfe, Mikroplastik, Zusätze

@didlmouse: Gerne nehmen wir Stellung zu Ihren Anmerkungen zum aktuellen Salz-Test:
Rieselhilfe: Damit Salz rieselfähig bleibt, werden dem Kochsalz Trennmittel bzw. Rieselhilfen zugesetzt. Ob oder welches Trennmittel verwendet wurde, haben wir in der Tabelle aufgeführt. Alle diese Trennmittel gelten als gesundheitlich unbedenklich. Wer ohne Rieselhilfen auskommen möchte, sollte einen genauen Blick auf die Zutatenliste werfen.

Mikroplastik: Der Artikel befasst sich in einer extra Rubrik ausführlich mit dem Thema Mikroplastik im Meer. Die Salze wurden mikroskopisch untersucht. In 9 von 14 Produkten fanden wir auffällige Teilchen, die wir als Verunreinigung werteten.

Zusätze Jod, Fluorid, Folsäure: Wir berechneten welchen Beitrag die einzelnen Salze zur täglichen Bedarfsdeckung an Jod, Fluorid und Folsäure leisten. Dabei richteten wir uns nach den Empfehlungen der DGE. Die Bewertung führt weder zu einer Abwertung, noch fließt die Note in das Qualitätsurteil ein (0%).

Jodversorgung in Deutschland: Die Ergebnisse eines aktuellen Jodmonitorings belegen, dass Deutschland nach wie vor ein Jodmangelgebiet darstellt: www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/degs-jod-studie.html#:~:text=In%20der%20aktuellen%20DEGS1-Studie,gesch%C3%A4tzten%20mittleren%20Jodbed

Wissenswertes zum Thema „Histamin-Unverträglichkeit“ finden Sie hier: www.test.de/Histamin-Unvertraeglichkeit-Juckreiz-durch-Rotwein-und-Raeucherfisch-5541464-0/

didlmouse am 03.01.2023 um 20:22 Uhr
Dieses Mal leider kein guter Test

Für mich sind wichtige Punkte nicht berücksichtigt worden:
- Stichwort Rieselhilfen
- Stichwort Mikroplastik: in Fischfleisch wird inzwischen fast durchgängig Mikroplastik gefunden. Früher oder später wird das auch beim Mensch gefunden.
- Stichwort Zusätze (Jod, Fluorid, Folsäure): Verbraucher sollten selbst darüber entscheiden, ob sie Zusätze im Salz haben möchten. Ein Fehlen dieser sollte nicht zur Abwertung führen. Zudem zählt Deutschland nicht mehr als Jodmangelgebiet. Es wird geschätzt, dass alleine in Deutschland mehr als zwei Millionen Menschen an einer Histaminintoleranz leiden, viele davon unwissentlich. Alleine diese Bevölkerungsgruppe dürfte kein Salz mit den von ihnen geforderten Zusatzstoffen verzehren. (Quelle: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/testen-statt-verzichten-schnelle-hilfe-bei-histamin-intoleranz-7001.php)

FJSa am 14.12.2022 um 09:24 Uhr
Rieselhilfen in Salz - bitte berücksichtigen

Da ich immer auf die Zutatenliste von Lebensmitteln schaue, stelle ich seit geraumer Zeit eine Veränderung bei den eingesetzten Rieselhilfen (aka Verklumpungsverhinderer) fest.
Vor kurzem sind mir dabei Begriffe bei einigen, in den Supermärkten üblichen Marken aufgefallen: Natrium-, Kalium- und Calciumferrocyanide. Beim Wortteil "Cyanide" bin ich dann doch hellhörig geworden, da mir Cyanide als giftig bekannt sind.
Weiterführende Informationen hierzu findet man hier: https://www.ugb.de/exklusiv/fragen-service/sind-rieselhilfen-in-salz-bedenklich/?rieselhilfen-salz
Zum Mikroplastik: neben dem ganzen Plastikmüll, den die Menschheit Tag für Tag in unsere Meere leitet, sind Schleppnetze aus dem industriellen Fischfang ein wesentlicher Verursacher von Mikroplastik. Wenn es interessiert: die Doku "Seaspiracy" liefert hierzu nachhaltig verstörende Informationen.