Salz-Warenkunde: Millionen Jahre alt

Steinsalz

Ganz normales Koch- oder Tafelsalz ist meist Steinsalz. Es wird aus unterirdischen Salzlagern gewonnen, die durch Eintrocknen urzeitlicher Binnenmeere entstanden sind. Abgebaut wird es bergmännisch unter Tage oder durch Lösung in Wasser (Sole) und Eindampfen in Salinen (Siedesalz).  Das teure Trendprodukt Ur-Salz, der Renner in Bioläden, ist solches Steinsalz – allerdings ungereinigt. Handelsübliches Kochsalz wird zerkleinert und gereinigt (raffiniert). Dabei gehen einige Mineralstoffe und Spurenelemente verloren, aber auch Verunreinigungen. Zusätze wie Kalium- oder Natriumkarbonat erhalten die Rieselfähigkeit.

Meersalz

Meerwasser liefert Salz in seiner ursprünglichsten Form. Um es zu gewinnen, muss das Wasser in Becken durch Sonne und Wind verdunsten. Doch gereinigtes Meersalz im Handel weist zum normalen Kochsalz kaum Unterschiede auf: Es besteht im Wesentlichen aus Natriumchlorid. Nur zu etwa zwei Prozent sind auch andere Mineralsalze enthalten. Zur Jodversorgung trägt nicht angereichertes Meersalz wenig bei. Und Kalzium, Magnesium, Zink holt sich der Körper aus anderen Lebensmitteln.

Mehr Salz

Mitteleuropa ist Jodmangelgebiet, unsere Nahrung ist extrem jodarm. Es ist deshalb sinnvoll, jodiertes Speisesalz zu verwenden. Es enthält mindestens 15, höchstens 25 Milligramm Jod pro Kilogramm. Wer täglich 5 Gramm Jodsalz zu sich nimmt, kommt auf 0,1 Milligramm Jod – immer noch nur die Hälfte dessen, was täglich notwendig wäre. Bisweilen wird auch Fluor zugesetzt. Das kann, auch noch bei Erwachsenen, Karies vorbeugen. Aber Vorsicht bei Kleinkindern, die bereits Fluortabletten bekommen. Ein Zuviel an Fluor kann schaden.

Kräuter-, Gewürzsalze müssen neben Kochsalz mindestens 15 Prozent Würzzusätze enthalten. Auch in Streuwürzen wie Aromat oder Fondor stecken neben dem Geschmacksverstärker Natriumglutamat (E 621) zwischen 40 und 60 Prozent Kochsalz.

Himalaya-Salz

Kristallsalz vom Himalaya wird angeblich von Hand abgebaut und ist sehr teuer. Es enthält, so die Werbung, genau jene 84 Elemente, aus denen unser Organismus aufgebaut ist. Letztlich ist der Gehalt an Mineralstoffen jedoch extrem gering und kann bei sinnvoll mäßigem Verzehr nicht den Bedarf decken – siehe Steinsalz.

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