S&K-Skandal Meldung

Im Verfahren gegen führende Mitarbeiter der Immobilien-Holding S&K und ihr Umfeld hat die Staats­anwalt­schaft Frank­furt nun eine Liste der sicher­gestellten Vermögens­werte veröffent­licht. Darunter finden sich neben Immobilien auch zahlreiche Luxus­artikel. Die Manager sollen Tausende Anleger geprellt und einen Schaden in drei­stel­liger Millionenhöhe ange­richtet haben. Geschädigte mit einem voll­streck­baren Titel können Ansprüche geltend machen. test.de erklärt, wie.

Verdacht gewerbs- und banden­mäßigen Betrugs

Wegen gewerbs- und banden­mäßigen Betruges ermittelt die Staats­anwalt­schaft Frank­furt gegen Verantwort­liche und Personen im Umfeld der S&K Unter­nehmens­gruppe in Frank­furt. Tausende von Anlegern sind betroffen. Sie sind Anteils­eigner bei geschlossenen Fonds, die mit S&K zu tun hatten, oder haben ihre Lebens­versicherungen an ein Unternehmen aus dem Umfeld von S&K verkauft. S&K oder Gesell­schaften aus dem Umfeld hatten mehrere Emissions­häuser – also Unternehmen, die geschlossene Fonds auflegen – oder die Fonds­gesell­schaften selbst unter ihre Kontrolle gebracht, darunter DCM, SHB und Midas. Schon vor einer groß angelegten Razzia im Februar 2013 und der Fest­nahme der beiden S&K-Chefs kursierten im Internet Fotos, die sie mit teuren Sport­wagen und Luxus-Immobilien zeigten.

Mehrere Kilo Gold

Die Liste der Staats­anwalt­schaft Frank­furt gewährt einen weiteren Einblick in die Welt der Beschuldigten bei S&K. Auffällig ist ihr Faible für Luxus-Uhren. Bei vielen Beschuldigten zählen die Ermittler eine Hand­voll oder noch mehr Exemplare im Wert von mehreren Tausend Euro auf. Einer hatte einen Chopper, ein Motorrad mit einem Schätz­wert von 100 000 Euro. Außerdem legte er offen­bar Wert auf sehr hohe Klangqualität: Alleine seine Laut­sprecher setzt die Staats­anwalt­schaft mit mehreren Tausend Euro an. Bei anderen fanden die Ermittler mehrere Kilobarren Gold oder Silber­münzen und Schmuck. Auch teure Möbel, Sonnenbänke und Ganz­körperbräuner sind unter den Werten, ebenso wie zahlreiche Immobilien.

Geschädigte müssen Ansprüche nach­weisen

Die Staats­anwalt­schaft hat die Gegen­stände vorläufig gesichert. Nun haben Geschädigte von S&K die Chance, ihre Verluste zumindest zum Teil auszugleichen. Sie müssen dafür aber einen voll­streck­baren Titel nach­weisen. Dafür brauchen Geschädigte anwalt­liche Hilfe. Denn sie müssen dafür in aller Regel eine Klage auf Schadens­ersatz bei Gericht einreichen. Ergeht ein Urteil zu ihren Gunsten oder wird vor Gericht ein Vergleich abge­schlossen, können sie damit ihre Forderungen anmelden. Scheitern sie mit ihrem Anliegen vor Gericht, müssen sie allerdings die Kosten dafür tragen. Es kann aber Jahre dauern, bis Gerichte über Schadens­ersatz­klagen entschieden haben. Daher ist es sinn­voll, schon bald vor Gericht einen sogenannten „ding­lichen Arrest“ zu beantragen, mit dem Forderungen vorläufig gesichert werden.

Wer zu spät kommt, geht leer aus

Die Liste fest­gesetzter Gegen­stände ist zwar lang und nach Angaben der Ermittler noch nicht abschließend, trotzdem steht angesichts der großen Zahl potenzieller Geschädigter die Gefahr, dass die Vermögens­werte nicht ausreichen, um alle Ansprüche abzu­decken. Der Schaden soll in drei­stel­liger Millionenhöhe liegen. Dabei gilt: Wer seine Ansprüche zuerst anmelden kann, kommt zuerst zum Zug. Wer sich erst meldet, wenn schon Ansprüche auf alles angemeldet wurden, geht leer aus.

Liste ist im Internet zu finden

Tipp: Die Liste der vorläufig sicher­gestellten Vermögens­werte ist im Internet auf der Website des Bundes­anzeigers zu finden. Geben Sie unter www.bundesanzeiger.de den Such­begriff 7310 Js 230995/12 ein und wählen Sie „Gericht­licher Teil“ bei der Frage, in welchem Bereich Sie suchen möchten.

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