Erstmals in ihrer Geschichte hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Reisewarnung für eine nicht vom Krieg betroffene Region ausgesprochen. Seit heute rät die UN-Organisation wegen der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS (Severe Acute Respiratory Syndrom) von Reisen nach Hongkong und in die festlandschinesische Provinz Guangdong ab. Auf ihrer Homepage sind Länder aufgezählt, in denen SARS bislang aufgetreten ist. Die Liste ist allerdings unvollständig.

Hongkong und Guangdong meiden

Geschäftsleute und Touristen sollten Hongkong und die Provinz Guangdong meiden, sagte der WHO-Sprecher David Heymann heute in Genf. Nicht betroffen von der Reisewarnung sind Peking, Hanoi, Singapur, Bangkok und Kanada. Nach Ansicht der Organisation seien die Behörden in Vietnam, Singapur und Kanada in der Lage, die Verbreitung von SARS zu verhindern.

Empfehlung des Auswärtigen Amtes

Das Auswärtige Amt hat bislang keine offizielle Reisewarnung für die von SARS betroffenen Länder ausgesprochen. Es weist aber ausdrücklich darauf hin,

  • dass kranke (!) Personen („Grippe“, Schnupfen, Husten, Atemwegserkrankungen, Fieber, evtl. anderes), die derzeit in die betroffenen Länder einreisen, den dortigen Quarantänemaßnahmen unterzogen werden. Deshalb wird allen Personen mit derartigen Krankheiten von Reisen in die betroffenen Länder abgeraten.
  • dass Reisen in Länder bzw. Städte mit örtlicher Übertragung bei engeren Kontakten medizinisch oder wegen örtlicher Quarantänemaßnahmen auch reisetechnisch problematisch werden können. Dies sind derzeit Kanada, China (Peking, Hongkong, Shanxi, Guangdong, Taiwan), Singapur und Vietnam / Hanoi. Deshalb sollten nicht unbedingt erforderliche Reisen in diese Regionen verschoben werden.

Reisevertrag kostenfrei kündigen

Wer seinem Reiseveranstalter ein ärztliches Attest vorlegt, kann nach Ansicht der Verbraucherzentrale Brandenburg seinen Reisevertrag kostenfrei kündigen. Die Verbraucherzentrale hält aber auch für diejenigen, die ein solches Attest nicht beibringen können, eine Stornoregelung für dringend geboten. Da die Bundesrepublik bisher keine offizielle Reisewarnung ausgesprochen hat, droht Reisenden eine unter Umständen hohe Stornogebühr.

Reisepreis mindern

Urlauber mit Reiseziel in eines der möglicherweise betroffenen Länder sollten ihren Reiseveranstalter auf jeden Fall bitten, ihre Reise umzubuchen. In einem Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin hat der Vorsitzende des Reisebüroverbandes, Klaus Laepple, heute großzügiges Entgegenkommen seiner Branche zugesichert. Sind Rundreisen betroffen, muss der Veranstalter also Teile einer gebuchten Reise ersatzlos streichen. Reisende können dann den Reisepreis entsprechend mindern.

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