Rußpartikelfilter für Dieselautos Meldung

Dr. Axel Friedrich, Abteilungsleiter Verkehr, Lärm beim Umweltbundesamt in Berlin.

Die Einführung von Rußfiltern dauert Axel Friedrich vom UBA viel zu lange.

test: Wie schätzen Sie das Risiko ein, das von Rußpartikeln ausgeht?

Dr. Friedrich: Nach einer vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie sterben jährlich etwa 14 000 Menschen vorzeitig durch die Folgewirkungen von Dieselruß. Da besteht dringender Handlungsbedarf. Der Gesamtausstoß steigt trotz verbesserter Motoren, denn der rasante Zuwachs neuer Dieselautos frisst die Verbesserungen wieder auf.

test: Wer ist besonders betroffen?

Dr. Friedrich: Eigentlich ist jeder betroffen, zumindest aber, wer viel im Straßenverkehr unterwegs ist. Im Auto bekommt man am meisten ab und in der Stadt ist die Situation erheblich problematischer als auf dem Lande.

test: Wie kann man die Situation verbessern?

Dr. Friedrich: Wir brauchen niedrigere Grenzwerte für Rußpartikelemissionen bei Neufahrzeugen. Die jetzigen Werte von 25 mg/km sollten auf 2,5 mg/km verschärft und der Filtereinbau steuerlich begünstigt werden.

test: Für wen fordern Sie die Parti­kel­filter?

Dr. Friedrich: Für alle Dieselmotoren. Nicht nur Diesel-Pkw, sondern auch Dieselloks, Lkw oder Baumaschinen produzieren diese gefährlichen Partikel.

test: Was müssen die Hersteller tun?

Dr. Friedrich: Nicht nur Lippenbekenntnisse abgeben. Alle Neufahrzeuge sollten mit Rußpartikelfiltern ausgerüstet sein. Die Nachrüstung älterer Modelle mit Filtern sollten sie unterstützen.

test: Was kann der Verbraucher tun?

Dr. Friedrich: Er sollte, wenn es ein Dieselauto sein muss, nur eines mit Filter kaufen. Andernfalls wird er beim Wiederverkauf auch einen zusätzlichen Wertverlust von etwa fünf Prozent hinnehmen müssen.

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