Russ­land­krise Meldung

Russ­land muss seine Banken stützen – auch wegen der Rubel-Schwäche.

Die russische Wirt­schaft leidet unter den Sanktionen und dem Verfall des Rubels. Deutsche Anleger sind aber kaum betroffen, da die inner­halb der EU tätigen Töchter russischer Banken von den Sanktionen ausgenommen sind, und das dort angelegte Geld durch das System der Einlagensicherung geschützt ist. BRIC-Fonds liegen trotz Börsenkrise auf Jahres­sicht sogar deutlich im Plus – hier profitierten deutsche Anleger unter anderem von der Börsenrallye in Indien.

Schwäche des Rubels macht Banken zu schaffen

Die VTB Bank, eine der größten russischen Geschäfts­banken, musste vom russischen Staat gestützt werden. Sie erhielt eine Finanz­spritze von umge­rechnet rund 1,4 Milliarden Euro. Bereits vorher war die Groß­bank Trust vor der Pleite gerettet worden. Neben den Sanktionen macht russischen Banken auch die extreme Schwäche des Rubels zu schaffen.

Russische Direkt­banken von Sanktionen ausgenommen

Die inner­halb der Europäischen Union tätigen Töchter russischer Banken (Deniz­bank, Sber­bank Direct, VTB Direkt­bank) sind von den Sanktionen ausgenommen, siehe Meldung EU-Sanktionen gegen russische Banken. Da sie unter die vertrauens­würdige österrei­chische Einlagensicherung fallen, sehen wir kein Problem darin, vorhandene Konten weiterzuführen oder neues Geld bei ihnen anzu­legen.

Verfall des Rubels für Börsenkrise verantwort­lich

Der russische Aktien­index MSCI Russia hat aus Euro-Sicht in den vergangenen zwölf Monaten knapp 40 Prozent einge­büßt. Der größte Teil des Verlustes ist auf den Verfall des Rubels zurück­zuführen. In lokaler Währung waren es nur rund 12  Prozent Verlust an der Börse. Russische Einzel­aktien sind sehr spekulativ. Nur wenige deutsche Anleger haben sich daher direkt an russischen Unternehmen beteiligt. Sie können ohnehin keine Original­aktien, sondern nur aktien­ähnliche Zertifikate kaufen, sogenannte German oder American Depositary Receipts (GDR oder ADR). Manche Anleger sind über Aktienfonds Russland am Moskauer Börsen­geschehen beteiligt, andere halten Aktienfonds Osteuropa – Russ­land macht dort oft den weit­aus größten Anteil aus.

Schwellenländerfonds enthalten meist nur wenige russische Aktien

Berührungs­punkte mit dem russischen Markt haben manche Depots auch über gemanagte Schwellenländerfonds oder Indexfonds auf den MSCI Emerging Markets. Der Russ­land­anteil im Index liegt allerdings zurzeit bei nicht einmal 4 Prozent, in den besten gemanagten Fonds sind keine oder nur wenige russische Aktien enthalten.

Deutsche Anleger profitierten von Währungs­gewinnen

Stärker betroffen sind sogenannte BRIC-Fonds, die nur in brasilia­nische, russische, indische und chinesische Aktien investieren. Im Index FTSE BRIC 50 liegt der Russ­land-Anteil bei fast 16 Prozent. Der Index lief auf Jahres­sicht zwar schlechter als der globale Aktienmarkt, weist aber immer noch ein Plus von 6,5 Prozent auf. Deutsche Anleger profitierten dabei unter anderem von Währungs­gewinnen. Dem Index half daneben auch die gute Entwick­lung der indischen Börse. Die Wert­entwick­lungen verschiedener Aktien-, Anleihe- und Rohstoff­märkte im Jahr 2014 sind in der Meldung Börse 2014 mithilfe einer Grafik verdeutlicht.

Tipp: Mit der Russ­land-Krise befasst sich auch die Meldung Ukraine: Diese Fonds machen Verluste in der Krise. Bewertungen für rund 3 500 aktiv gemanagte Fonds und ETF aus 41 Fonds­gruppen, darunter Fonds mit russischen Werten, finden Sie im Produktfinder Fonds. Dort erhalten Sie nach dem Frei­schalten auch den Bericht aus Finanztest 10/2014 über die Russ­land­krise als PDF.

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