Rund ums Ei Meldung

Ob als Schmuck oder zum Essen: Bunt gefärbte Eier gehören zur Osterzeit einfach dazu. Wer ein paar Tipps befolgt, kann die Eier bedenkenlos essen. test.de gibt Tipps zum Eierfärben und sagt, woran Sie erkennen, ob ein Ei frisch ist und woher es stammt.

Haltbarkeit und Frischetest

Eier sind mindestens 28 Tage haltbar. Das Legedatum muss aber nicht auf Eiern stehen. Wenn es fehlt, können Verbraucher nur anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums errechnen, wann das Ei gelegt wurde. Dazu müssen sie vom Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage abziehen. Spätestens 18 Tage nach dem Legedatum sollten Eier gekühlt werden. Um zu erkennen, wie frisch ein Ei ist reicht ein einfacher Test: Im Wasser sinkt ein frisches Ei zu Boden, ein altes dagegen schwimmt an der Oberfläche. In der Pfanne bildet frisches Eiklar meist einen hohen Ring ums Dotter und zerfließt nur nach außen hin.

Art der Haltung und Herkunftsland

Seit 2004 muss jedes Ei mit einem Stempel versehen sein. Die erste Ziffer kennzeichnet die Haltungsform, die darauf folgenden Buchstaben das Herkunftsland. Die weiteren Ziffern stehen für den Betrieb und die Stallnummern.

Haltungsform:

  • 0 = Ökologische Erzeugung. Auslaufhaltung ist vorgeschrieben. Im Stall sind pro Quadratmeter maximal sechs Hennen erlaubt. Das Futter muss aus ökologischem Anbau kommen.
  • 1 = Freilandhaltung. Neben dem Stall mit Sitzstangen, Nestern und Einstreu haben Freilandhühner tagsüber Auslauf im Freien, pro Huhn auf mindestens vier Quadratmetern Fläche.
  • 2 = Bodenhaltung. Die Hühner werden im Stall gehalten und können sich dort frei bewegen. Mindestens ein Drittel des Stalls ist eingestreut. Der übrige Bodenbereich ist mit Latten und Gitterrosten ausgestattet. Die Nester sind auf mehreren Etagen angelegt.
  • 3 = Käfighaltung. Die Hennen werden in Käfigen gehalten, die in mehreren Etagen übereinander gebaut sind. Die Tiere stehen auf Drahtgeflechten, haben keine Sitzstangen und keine Nester. Die Eier rollen über einen Bodenrost mit Gefälle automatisch ab.

Land:

  • AT = Österreich
  • BE = Belgien
  • DE = Deutschland
  • NL = Niederlande

Auch auf dem Eierkarton steht die Art der Hühnerhaltung. Erlaubt sind die Begriffe Käfig-, Boden- und Freilandhaltung sowie „aus ökologischer Erzeugung“. Andere Begriffe wie „Eier aus Volierenhaltung“ sind verboten.

Hinweis: Müssen Hühner mehr als zwölf Wochen im Stall bleiben, etwa aufgrund der Vogelgrippe, werden aus ursprünglich deklarierten Freilandeiern Eier aus Bodenhaltung. Nur Bio-Eier dürfen weiter so heißen, da die Freilandhaltung nur ein Kriterium für das Bio-Siegel ist.

Natur und Chemie zum Färben

Zum Eierfärben gibt es chemische oder natürliche Farben. Allergiker sollten aufpassen: Bestimmte Lebensmittelfarben können allergische Reaktionen wie Hautrötungen oder Juckreiz auslösen. Dazu zählen bei den chemisch hergestellten Färbemitteln Azorubin (E 122), Tartrazin (E 102), Brillantschwarz (E151) und Chinolingelb (E104). Doch auch natürliche Farben aus dem Reformhaus können zu Empfindlichkeitsreaktionen führen. Natürliche Eierfarben sind beispielsweise das Rot der Cochenille-Laus (E120), das grüne Chlorophyllin (E140), das blaue Indigokarmin (E 132) und das gelbe Kurkumin (E 100). Naturfarben sind weniger grell als chemische. Wer mag, kann Ostereier auch mit selbst hergestellten Pflanzenfarben einfärben. Allergiker sollten aber auch hier prüfen, ob sie auf eine bestimmte Zutat reagieren. Zum Färben müssen die Pflanzen mit einem halben Liter Wasser 10 Minuten gekocht werden. Anschließend die gekochten Eier etwa eine halbe Stunde in den Sud legen und zum Schluss mit einem Küchentuch Öl auf die trockene Eierschale reiben.

Farbvariationen:

  • Zwiebelschalen: Eine Handvoll ergibt braungelb bis goldbraune Eier.
  • Kurkuma: Ein paar Teelöffel färben die Eier gelb.
  • Matetee: Die Ostereier werden im Aufguss lindgrün.
  • Rotkohl und Rote Beete: Zaubert rote bis lilafarbene Eier.
  • weitere Pflanzen: Sie können auch Spinat (grün), Preiselbeeren (rosa), Holundersaft (bläulich) oder Kamillenblüten (gelb) zum Färben verwenden.

Tipp: Frische, selbstgefärbte Eier sind etwa drei Wochen haltbar, wenn sie nicht abgeschreckt wurden. Sie können die Eier sogar bei Zimmertemperatur lagern - sicherer ist allerdings die Aufbewahrung im Kühlschrank. Haben Sie die Eier nach dem Kochen abgeschreckt, sind diese nur wenige Tage haltbar. Grund: Durch das Abschrecken gelangt Wasser ins Innere des Eis. Dadurch können sich Keime bilden. Wer Ostern bunte Bioeier auf dem Teller haben möchte, muss ohnehin selber färben. Denn durch eine Änderung der EU-Öko-Verordnung dürfen die bislang verwendeten Farbstoffe und Versiegelungen für die Haltbarkeit bei Bio-Eiern seit kurzem nicht mehr eingesetzt werden. Gefärbte Bioeier dürfen - wenn überhaupt - im Handel nur als „konventionelle“ Eier verkauft werden.

Vogelgrippe und Salmonellen

Trotz Vogelgrippe oder Salmonellen müssen Verbraucher nicht auf das Frühstücksei verzichten. Denn das Vogelgrippevirus ist nicht sehr stabil: Es wird beim Erhitzen auf mehr als 70 Grad Celsius abgetötet. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte darauf achten, dass Eigelb und Eiweiß immer fest sind - das gilt für gekochte Eier ebenso wie für Rühr- und Spiegeleier. Damit sind auch Salmonellen abgetötet. Im Zuge der Vogelgrippe sind Salmonelleninfektionen fast vergessen. Jährlich melden Ärzte etwa 50 000 Fälle in Deutschland. Salmonellen sind Bakterien. Sie können auf der Schale oder in Eiern vorkommen. Für gesunde Menschen sind frische Eier normalerweise nicht gefährlich. Dann sorgt ein Enzymsystem im Ei dafür, dass sich die Salmonellen nicht vermehren können. Nach etwa zehn Tagen verliert dieses Schutzsystem aber seine Wirkung. Noch schneller geht das bei Zimmertemperatur: Hier haben Salmonellen ideale Bedingungen. Daher sollten Eier immer im Kühlschrank gelagert werden. Für Speisen mit rohen Eiern, etwa Tiramisu oder Mayonnaise, sollten nur Eier verwendet werden, deren Legedatum nicht länger als zehn Tage zurückliegt.

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