Rufnummernmissbrauch Meldung

Ab heute wird Telefonieren etwas kalkulierbarer. Neue Regelungen des Telekommunikationsgesetzes zwingen mehr Anbieter von Sonder-Rufnummern künftig, den Preis der Verbindung anzugeben. Das schützt vor bösen Überraschungen. test.de erklärt, was die neuen Regeln bewirken.

Preisnennung ist Pflicht

Bisher galt die Preisangabepflicht nur für 0 900er-Nummern. Nun besteht sie auch für Rufnummern, die mit folgenden Ziffern beginnen:

  • 1 18 (Auskunftsdienste)
  • 0 137 (Massenverkehrsdienste, etwa für Gewinnspiele und Fernsehabstimmungen)
  • 0 180
  • 0 12

Auch bei so genannten Kurzwahlnummern im Mobilfunk, mit denen man beispielsweise Klingeltöne für's Handy herunterladen kann, müssen Anbieter den Preis vorher anzeigen. Gleiches gilt bei jeder Art von Werbung in den Medien, etwa für Gewinnspiele oder Votings: Die Kosten der Sonder-Rufnummern müssen deutlich angegeben werden.

Bei Verstoß nicht zahlen

Die neuen Regelungen sollen das Risiko reduzieren, durch die Nutzung bestimmter Rufnummern ungewollt hohe Rechnungen zu kassieren. Bei bestimmten Verstößen des Anbieters muss der Verbraucher nicht zahlen. Zum Beispiel, wenn der Anbieter den Nutzer vor Beginn des Gesprächs nicht über die Kosten infomiert oder bei einer 0 900er-Nummer mehr als drei Euro pro Minute abrechnet.

Erweitertes Auskunftsrecht

Um seine zivilrechtlichen Ansprüche gegenüber unseriösen Anbietern durchsetzen zu können, muss der Nutzer wissen, wer hinter den einzelnen Dienstleistungen steht, die er in Anspruch nimmt. Bisher konnten sich Nutzer bei der Bundesnetzagentur nur über die Betreiber von 0 900er-und 0 190er-Nummern informieren. Von nun an haben sie auch Anspruch auf Auskunft zu den Anbietern von Massenverkehrsdiensten, Auskunftsdiensten und 0 180er-Nummern. Die Bundesnetzagentur nennt den Netzbetreiber, bei dem die entsprechende Rufnummer geschaltet ist. Also zum Beispiel die Telekom. Dieser Netzbetreiber wiederum sollte innerhalb von zehn Werktagen den Namen und die Adresse des verantwortlichen Anbieters nennen. Bei Kurzwahldiensten sollte sich der Verbraucher an seinen Mobilfunknetzbetreiber wenden. Mehr Auskünfte erteilt die Bundesnetzagentur auf ihrer Internetseite oder unter der Telefonnummer 02 91/9 95 52 06. Sie stellt außerdem eine kostenlose Datenbank für 0900er-Nummern und Dialer zur Verfügung.

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