So haben wir getestet

Im Test

Finanztest hat 47 Angebote für eine Rürup-Renten­versicherung untersucht. Die Kunden erhalten zu Vertrags­beginn eine garan­tierte Rente zugesagt. Berück­sichtigt haben wir ausschließ­lich die klassische Produkt­variante, die kein freies Fonds­investment enthält.

Renten­zusage (40 Prozent)

Wir haben die Höhe der bei Vertrags­schluss garan­tierten Rente zu Renten­beginn bewertet. Unser Modell­kunde ist am 25. Oktober 1974 geboren. Der Vertrag beginnt am 1. November 2014. Der Kunde zahlt 27 Jahre lang einen Jahres­beitrag von jeweils 6 000 Euro. Bei Renten­beginn am 1. November 2041 ist er 67 Jahre alt. Todes­fall­leistungen sind ausgeschlossen oder auf die Mindest­vorgaben der Anbieter reduziert.

Anla­geerfolg (40 Prozent)

Der Anla­geerfolg gibt an, wie viel ein Versicherer mit dem Kunden­guthaben erwirt­schaftet und wie viel er den Kunden vom Ertrag gutgeschrieben hat. Wir haben die Ergeb­nisse der vergangenen drei Jahre berechnet. Das Ergebnis von 2013 geht mit 50 Prozent ein, das von 2012 mit 30 Prozent und der Wert von 2011 mit 20 Prozent. Die 2011 einge­führte Zins­zusatz­reserve haben wir nicht als Kunden­ertrag berück­sichtigt, da es sein kann, dass sie nur künftige Zins­garan­tien stützt und keinen zusätzlichen Anla­geerfolg für den Kunden bedeutet.

Flexibilität (10 Prozent)

Wir haben untersucht, welche Ansprüche und Rege­lungen vertraglich fixiert sind. Die wichtigsten Prüf­punkte:

  • Welche Auswirkung hat Beitrags­frei­stellung und welche Storno­kosten werden dabei fällig?
  • Kann der Renten­beginn vorverlegt oder hinaus­geschoben werden?
  • Kann der Beitrag bei Zahlungs­schwierig­keiten vorüber­gehend gestundet werden?
  • Kann der Beitrag reduziert werden? Hat der Kunde einen Anspruch auf Wieder­inkraft­setzung des bisherigen Vertrags?
  • Sind außer­ordentliche Zuzah­lungen in der gesamten Anspar­phase möglich und in welcher Form?
  • Kann der Kunde vor Renten­beginn den Anbieter wechseln? Welche Kosten fallen dabei an?

Trans­parenz (10 Prozent)

Wir haben die Informationen in den vor Vertrags­schluss ausgehändigten Unterlagen untersucht. Unsere wichtigsten Prüf­punkte:

  • Wie weist der Versicherer die Kundenbe­teiligung an den Über­schüssen aus? Laufende Über­schüsse werden jähr­lich fest zugeteilt. Anteile an den Bewertungs­reserven und Schluss­über­schüsse sind erst bei Vertrags­ablauf fällig und können noch entfallen. Positiv war es, wenn ein Versicherungs­unternehmen dies mit Wert­angaben darstellt.
  • Um Risiken schwankender Kapitalmärkte darzustellen, sollte der Versicherer die Renten­leistungen zu Renten­beginn für verschiedene Zins­szenarien nennen. Er sollte die aktuelle Über­schuss­beteiligung und als Beispiels­fall eine Veränderung angeben.
  • Geprüft haben wir auch, ob der Versicherer eine Verlaufs­tabelle für beitrags­freie Renten­werte erstellt. Sie sollen den Kunden einen Über­blick darüber geben, wie sich der Vertrag bis zum Renten­beginn entwickelt.
  • Wir haben die Angaben zur garan­tierten Rentenhöhe geprüft, wenn der plan­mäßige Renten­termin verlegt wird.
  • Legt der Versicherer offen, ob und in welcher Höhe es teurer wird, wenn der Kunde die Beiträge nicht jähr­lich, sondern monatlich, vierteljähr­lich oder halb­jähr­lich zahlt?
  • Macht der Versicherer Angaben zum verwendeten Über­schuss­system in der Anspar- und in der Renten­phase?
  • Wie gibt der Versicherer Informationen zu den anfallenden Kosten? Gibt er an, wie die Gesamt­kosten die Rendite mindern? Werden zusätzlich anfallende Kosten und Gebühren beziffert?

Angebot ohne Todes­fall­leistung

Wird eine Leistung für den Todes­fall vereinbart, schmälert das die Alters­rente erheblich. Die Mehr­zahl der Angebote gibt es auch ohne Todes­fall­leistung. Bei einigen Tarifen muss der Kunde den Todes­fall­schutz mitbezahlen.

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