Rürup-Rente Meldung

Der Ökonom Bert Rürup ist der Pate der neuen Altersvorsorge. Sie ist vor allem für Selbstständige attraktiv.

Rürup-Rente. Vorsorgesparer können im Jahr 2005 bis zu 12 000 Euro Rentenbeiträge von der Steuer absetzen.

Für die Altersvorsorge gibt es schon jetzt viel Geld vom Staat: Seit 2002 wird die Riester-Rente mit Zulagen und Steuervorteilen gefördert. Außerdem können Arbeitnehmer steuerbegünstigt betriebliche Altersvorsorge betreiben. Von 2005 an gibt es eine weitere Form der staatlich geförderten Altersvorsorge: die Rürup-Rente.

Den Namen gab ihr der Ökonom Bert Rürup, der die Bundesregierung bei der Rentenreform beraten hat.

Im Gegensatz zur Riester-Rente wird die Rürup-Rente nicht direkt vom Staat mit Zulagen bezuschusst. Sie wird nur über Steuervorteile gefördert: Jeder Vorsorgesparer kann einen Teil der Aufwendungen für die Rürup-Rente als Sonderausgaben steuerlich geltend machen.

Für Selbstständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, ist die Rürup-Rente die einzige Möglichkeit, steuerbegünstigt für die Rente zu sparen. Denn die Riester-Förderung können sie genauso wenig nutzen wie Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge.

Und auch wenn sie mit einer Kapitallebensversicherung oder einer klassischen privaten Rentenversicherung fürs Alter sparen, können sie die Beiträge dafür ab dem Jahr 2005 nicht mehr steuerlich geltend machen.

Für Arbeitnehmer sind Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge dagegen die erste Wahl. Die Beiträge dafür können sie bis zu den Höchstgrenzen vollständig steuerlich geltend machen, die Ausgaben für die Rürup-Rente dagegen vorerst nur zum Teil. Doch wenn sie die Vorteile für die anderen Wege ausgeschöpft haben, kann die Rürup-Rente lohnend sein.

Die Versicherer nennen das neue Angebot auch „Basisrente“. Die ersten Rentenversicherungen dieser Art wollen sie ab Januar 2005 auf den Markt bringen.

Größerer Spielraum für Vorsorge

Im Jahr 2005 können alle Steuerzahler 60 Prozent der gesamten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur landwirtschaftlichen Altersversorgung, zu einer berufsständischen Versorgung und zur Rürup-Rente steuerlich geltend machen. Das geht bis zu einem Höchstbetrag von 12 000 Euro bei Alleinstehenden und 24 000 Euro bei Ehepaaren.

Der abzugsfähige Anteil erhöht sich bis zum Jahr 2025 jährlich um zwei Prozentpunkte. Von 2025 an mindern also 100 Prozent der Aufwendungen die Steuern.

Die Obergrenze liegt in der Endstufe dann bei 20 000 Euro für Alleinstehende und 40 000 Euro für Ehepaare. Die Rentenbeiträge des Arbeitgebers lässt das Finanzamt bei der Rechnung aber außen vor.

Arbeitnehmer profitieren weniger

Ein allein stehender Selbstständiger, der weder in die gesetzliche Rentenversicherung noch in ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlt, kann also im Jahr 2005 von seinen Beiträgen für eine Rürup-Rentenversicherung bis zu 12 000 Euro steuerlich geltend machen.

Um das auszuschöpfen, müsste er 2005 insgesamt 20 000 Euro Beitrag investieren (60 Prozent von 20 000 Euro = 12  000 Euro). Will er nur 5 000 Euro Jahresbeitrag zahlen, kann er 3 000 Euro absetzen (60  Prozent von 5 000 Euro = 3 000 Euro).

Für einen Arbeitnehmer sieht die Rechnung anders aus. Denn bei ihm zählen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu den Vorsorgeaufwendungen. Verdient er 50 000 Euro brutto, werden dafür 9 750 Euro (19,5 Prozent) fällig. 4 875 Euro zahlt der Arbeitnehmer und 4 875 Euro der Arbeitgeber.

Im Jahr 2005 erkennt das Finanzamt bei ihm so viel Vorsorgeaufwendungen an:

Höchstbetrag: 12 000 Euro
Rentenbeitrag des Arbeitgebers: -4 875 Euro
Maximal abzugsfähig: 7 125 Euro

Einen Teil dieser 7 125 Euro, die der Arbeitnehmer beim Finanzamt geltend machen kann, hat er schon mit seinen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung verbraucht. Wie viel, zeigt diese Rechnung:

Gesamte Rentenbeiträge:  9 750 Euro
Davon 60 Prozent: 5 850 Euro
Rentenbeitrag des Arbeitgebers: -4 875 Euro
Absetzbar v. eigenen Rentenbeitrag: 975 Euro

Der Arbeitnehmer könnte im Jahr 2005 für eine Rürup-Rentenversicherung also höchstens 6 150 (7 125 – 975) Euro als Sonderausgaben absetzen. Das würde er ausschöpfen, wenn er 10 250 Euro Beiträge in eine Rürup-Rente investiert (60 Prozent von 10 250 Euro = 6 150 Euro). Ob sich dies lohnt, hängt auch vom Alter des Sparers ab. Bis zum Jahr 2025 kann er nur einen Teil der Beiträge absetzen – anfangs 60 Prozent und erst nach und nach mehr. Die Rente muss er später versteuern. Je jünger er heute ist, desto mehr ist im Alter steuerpflichtig. So sind bei einem Arbeitnehmer, der im Jahre 2005 40 Jahre alt ist und im Jahr 2030 mit 65 Jahren in Rente geht, 90 Prozent der Rente steuerpflichtig. Wie viel Steuern er dann zahlt, hängt von seinen Gesamteinkünften im Alter ab.

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