Altersvorsorge mit Riester und Rürup

Der Staat fördert Riester-Sparer mit Zulagen und Steuervorteilen. Für Rürup-Sparer gibt es keine Zulagen, aber ebenfalls Steuervorteile. Im Gegensatz zur Riester-Rente können die Rürup-Rente auch Selbstständige nutzen.

Riester-Rente

Rürup-Rente

Wer gefördert wird

Alle in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherten wie Arbeitnehmer, Auszubildende, Eltern im gesetzlichen Erziehungsurlaub, Zivil- und Wehrdienstleistende, Helfer im sozialen Jahr, Empfänger von Kranken- oder Arbeitslosengeld. Gefördert werden auch Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst, Zeitsoldaten, Künstler in der Künstlersozialkasse und Landwirte.

Alle Steuerpflichtigen, also auch nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige oder Pflichtversicherte in berufsständischen Versorgungseinrichtungen. Diese beiden Gruppen erhalten keine Riester-Förderung.

Wie gefördert wird

Mit Zulagen (2004/2005: 76 Euro Grundzulage plus 92 Euro Kinderzulage pro Kind, für das es Kindergeld gibt) und meist auch mit Steuervorteilen.

Mit Steuervorteilen.

Welche ­Steuerregeln in der ­Beitragsphase gelten

Für Beiträge gibt es einen speziellen Sonderausgabenabzug, der mit der Anlage AV in der Steuererklärung beantragt wird. 2004 und 2005 zählen Einzahlungen bis zu 1 050 Euro als Sonderausgaben. Der maximale Abzugsbetrag erhöht sich bis zum Jahr 2008 auf 2 100 Euro.
Das Finanzamt prüft, ob durch den Sonderausgabenabzug die Steuerersparnis höher ist als die vom Staat gezahlten Zulagen. Ist die Ersparnis höher, zieht das Finanzamt die Beiträge, die der Versicherte eingezahlt hat, zusammen mit den Zulagen als Sonderausgaben ab und kürzt die Steuerersparnis um die Zulage.

2005 erkennt das Finanzamt vom Beitrag 60 Prozent als Sonderausgaben an, höchstens jedoch 12 000 Euro bei ­Alleinstehenden und 24 000 Euro bei Ehepaaren.
In den nächsten 20 Jahren steigt der anerkannte Prozentsatz jedes Jahr um 2 Prozentpunkte bis auf 100 Prozent im Jahr 2025, höchstens jedoch 20 000 Euro bei Alleinstehenden und 40 000 Euro bei Ehepaaren.

Welche ­Steuerregeln in der ­Rentenphase gelten

Renten und Kapitalleistungen sind voll steuerpflichtig.

Renten sind so wie die gesetzliche Rente steuerpflichtig: Der steuerpflichtige Teil hängt vom Rentenbeginn ab und steigt ab dem Jahr 2005 von 50 Prozent stufenweise für jeden neuen Rentner-Jahrgang. In den nächsten 15 Jahren beträgt die Steigerung jährlich zwei Prozentpunkte. ­Alle, die ab 2020 Rentner sind, müssen also 80 Prozent ihrer Rente beim Finanzamt abrechnen. Für die dann ­folgenden Rentner-Jahrgänge steigt der steuerpflichtige Teil der Rente bis 2040 jährlich um einen Prozentpunkt. Alle, die 2040 und später Rentner werden, müssen also 100 Prozent ihrer Rente beim Finanzamt abrechnen.

Wie Hinterbliebene ­abgesichert werden ­können

Wenn der Sparer stirbt, kann sein angespartes Kapital einschließlich Zulagen auf einen auf den Namen des Ehepartners laufenden Riester-Vertrag übertragen werden. Oder der Ehepartner kann sich das Restkapital als Hinterbliebenenrente auszahlen lassen, wenn er von seinem verstorbenen Ehegatten nicht dauernd getrennt gelebt hat und Erbe ist. Will der Versicherte für den Fall seines Todes auch seine hinterbliebenen Kinder versorgen, kann er einen Zusatzvertrag abschließen, der die Altersrente schmälert.

Eine Hinterbliebenenversorgung (nur für Ehepartner und Kinder) ist nur im Rahmen eines Zusatzvertrags möglich, der die Altersrente schmälert. Ohne diesen Zusatzvertrag verfallen die Beiträge, wenn der Rürup-Sparer vor seinem 60. Geburtstag verstirbt.

Was als
K­apital ausgezahlt werden kann

Zu Beginn der Auszahlungsphase können bis zu 30 Prozent des zur Verfügung stehenden Kapitals zur freien Verwendung entnommen werden. Außerdem kann der Sparer in der Ansparphase unter bestimmten Bedingungen bis zu 50 000 ­Euro für den Kauf einer selbst genutzten Immobilie entnehmen.

Eine Kapitalauszahlung ist gar nicht möglich, nur eine Rente.