Rürup-Rente: Flexibilität der Vertäge

Frage: Kann meine Rente auch früher oder später beginnen als bei Vertragsschluss vereinbart?

Finanztest-Antwort: Ja. Wenn Sie beispielsweise bei Vertragsschluss eine Rente ab 65 vereinbart haben, können Sie den Rentenbeginn auf frühestens 60 vorziehen – vorausgesetzt Ihr Vertrag erlaubt dies. Davon hängt es auch ab, ob die Rente später beginnen kann als ursprünglich vereinbart. Die guten Angebote aus unserem Test, die so flexibel bei der Abruf- und Aufschubfrist sind: Allianz, Alte Leipziger, Fortis, Hannoversche Leben, HanseMerkur, Huk-Coburg, Öffentliche Braunschweing, SDK, Volkswohl Bund, Zürich Deutscher Herold.

Rürup-Vertrag ohne Altersgrenze

Frage: Gibt es eine Altersgrenze für den Abschluss einer Rürup-Rente?

Finanztest-Antwort: Nein. Das Gesetz sieht keine Altersgrenze vor. Nach unseren bisherigen Erfahrungen wird eine Altersgrenze von den Versicherern auch nicht praktiziert.

Zusätzlich Geld einzahlen

Frage: Ist es möglich, neben einem fixen Jahres- oder Monatsbeitrag in unregelmäßigen Abständen zusätzliches Geld in den Vertrag fließen zu lassen?

Finanztest-Antwort: Ja. Doch die Versicherer bestimmen die Bedingungen dafür. Am günstigsten ist es, wenn für die Zuzahlungen die gleichen Bedingungen gelten wie bei Vertragsschluss. Gute Anbieter aus unserem Test, die dies ermöglichen sind Volkswohl Bund, SDK, Huk-Coburg, Zürich Deutscher Herold, Alte Leipziger und Öffentliche Braunschweig. Wenn jedoch für die Zuzahlung eine geringere Garantieverzinsung gilt, weil der Versicherer den Zins seit Vertragsschluss geändert hat, ist die sichere Rendite geringer. Gleiches gilt, wenn die Kunden im Durchschnitt länger leben und die Versicherer auf Basis der neuen Sterblichkeitsstatistik ihre Tarife neu kalkulieren.

Weniger Beitrag = weniger Rente

Frage: Ist es möglich den bei Vertragsschluss vereinbarten Beitrag im Vertragsverlauf zu senken, wenn ich mir diesen Beitrag nicht mehr leisten kann?

Finanztest-Antwort: Für Rürup-Rentenversicherungen gilt das Gleiche wie für alle anderen privaten Rentenversicherungen: Der Kunde muss sich zu Beginn des Vertrages auf die Höhe der monatlichen oder jährlichen Einzahlung sowie die Laufzeit des Vertrages festlegen. Dies gilt unabhängig davon, ob er ganz genau sagen kann, die eingegangenen Verpflichtungen auch in Zukunft in voller Höhe einhalten zu können.
Die nachträgliche Reduzierung des Beitrags führt leider zu Renditeeinbußen. Denn bei den meisten Versicherungen ist es üblich, dass der Kunde die Abschluss- und Vermittlungskosten im Voraus zahlen muss. Die Höhe dieser Kosten hängt von den gesamten Einzahlungen für die vereinbarte Laufzeit ab. Reduziert der Kunde später den Beitrag oder stellt er den Vertrag ganz beitragsfrei, bekommt er die zu viel gezahlten Abschluss- und Vermittlungskosten nicht zurück.
Vor allem bei Verträgen mit langen Laufzeiten von 15 Jahren und mehr, führt eine vorzeitige Beendigung der Einzahlung daher dazu, dass die Gesamtrendite des Vertrages stark sinkt. Aus diesem Grund müssen Kunden vor der Unterschrift unter einen Rürup-Vertrag genau überlegen, welche Beitragshöhe sie wählen und für welche Laufzeit sie Beiträge zahlen möchten. Wer damit rechnet, dass er in Zukunft mehr verdienen wird und einen höheren Beitrag zahlen kann, wählt einen Vertrag mit einer Erhöhungsoption. Alle im Test untersuchten Tarife ermöglichen dies. Einige Versicherer bieten für die Erhöhungen genau die gleichen Bedingungen an wie bei Vertragsschluss.

Einmalige Kapitalzahlung ausgeschlossen

Frage: Kann ich bei Rentenbeginn wenigstens einen Teil des Kapitals auf einen Schlag ausgezahlt bekommen?

Finanztest-Antwort: Nein. Anders als bei der Riester-Rente kann ein Sparer, der mit einem Rürup-Vertrag fürs Alter vorsorgt, bei Rentenbeginn überhaupt kein Geld entnehmen. Was er angespart hat, mündet immer in eine lebenslange Rente, die frühestens mit 60 Jahren beginnen darf.

Zuerst selbstständig, dann angestellt

Frage: Kann ich meinen Rürup-Vertrag weiterführen, wenn ich nach einer Zeit der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis wechsle?

Finanztest-Antwort: Ja. Allerdings können Sie als Single dann nicht mehr die Höchstförderung von 20 000 Euro für Ihren Rürup-Beitrag nutzen. Sie müssen davon den Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung abziehen. Bei einem Bruttolohn von 40 000 Euro jährlich werden höchstens 12 040 Euro Jahresbeitrag gefördert (20 000 Euro minus 19,9 Prozent Rentenbeitrag von 40 000 Euro). 66 Prozent davon zieht das Finanzamt in diesem Jahr als Sonderausgaben ab.

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