Rürup-Rente: Rendite und Sicherheit

Frage: Warum ist die Rürup-Rendite für jüngere Sparer geringer als für ältere?

Finanztest-Antwort: Jüngere Sparer profitieren weniger, weil sie im Alter mehr Steuern auf ihre Rürup-Rente zahlen müssen als die älteren. Für die Rürup-Rente gelten die gleichen Steuerregeln wie für die gesetzliche Rente: Die Beiträge werden schrittweise von der Steuer freigestellt. Im Gegenzug müssen Rürup-Rentner einen je nach Rentenbeginn steigenden Anteil ihrer Rente versteuern. Derzeit sind 66 Prozent der Beiträge steuerfrei. Der Prozentsatz steigt jedes Jahr stufenweise bis 2025. Dann sind 100 Prozent steuerfrei – bis zum Höchstbeitrag von 20 000 Euro für Singles und 40 000 Euro für Ehepaare.
Auf der anderen Seite sind Rürup-Renten, deren Auszahlung 2040 beginnt, voll steuerpflichtig. Wer zum Beispiel 1974 geboren wurde und bis Rentenbeginn 2041 noch 33 Jahre Beiträge zahlt, muss seine Rürup-Rente später voll versteuern. Seine Beiträge kann er jedoch nicht zu 100 Prozent steuermindernd geltend machen. In diesem Jahr geht das nur für 66 Prozent der Beiträge. 2010 sind es 70 Prozent und erst ab 2025 sind 100 Prozent der Beiträge steuerfrei.
Der Rürup-Sparer in diesem Beispiel hat einen Teil seiner Beiträge also aus versteuertem Einkommen bezahlt. Und seine Rente ist komplett steuerpflichtig. Ihn trifft also teilweise eine doppelte Besteuerung. Weil er im Alter auf seine geringeren Einkünfte weniger Steuern zahlen muss, macht er durch die staatliche Förderung zwar noch ein Plus auf die Verzinsung des Produkts. Doch die Rendite seines Rürup-Vertrags ist viel geringer als bei älteren Kunden. Eine doppelte Besteuerung trifft systematisch alle, die 1960 und später geboren wurden. Erst ganz junge Vorsorgesparer, die Jahrgänge ab 1987, entgehen der Doppelbesteuerungsfalle.

Wie die Beiträge geschützt sind

Frage: Wie sind meine eingezahlten Beiträge für die Rürup-Rentenversicherung bei eventuellen finanziellen Problemen oder gar einer Insolvenz der Versicherungsgesellschaft geschützt?

Finanztest-Antwort: Kommt es bei einer Versicherung zu finanziellen Problemen, hat dies zuerst Wirkungen auf die Höhe der künftigen Überschussbeteiligungen, die das Unternehmen reduzieren kann.
Wird die finanzielle Schieflage dadurch nicht abgewendet, ergreift die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) aufsichtrechtliche Maßnahmen. Hierzu ist sie verpflichtet, wenn die Gefahr besteht, dass die Versicherung die garantierten Überschussbeteiligungen nicht mehr gewährleisten kann. In der ersten Stufe legt das betroffene Unternehmen der Bafin einen Maßnahmenkatalog vor, wie es die Schieflage beheben will. Sollten die internen Lösungen zu keinem Erfolg führen, greift Stufe zwei.
Die Bafin wird nun entweder mit dem Vorstand oder einem Sonderbeauftragten versuchen, den Versicherungsbestand zu retten. Dieser Sonderbeauftragte erhält die sonst dem Vorstand des Unternehmens zustehenden Befugnisse und verwaltet das Unternehmen. Er leitet weitere Sanierungsmaßnahmen ein (nicht die Insolvenz). Aufgabe des Sonderbeauftragten ist, alle Maßnahmen zu treffen, die unter alleiniger Berücksichtigung der Interessen der Versicherten notwendig sind, um die Versicherungsverträge fortzuführen.
Das kann soweit gehen, dass entweder der Versicherungsbestand oder das gesamte Unternehmen auf einen anderen Versicherer übertragen wird. Klappt das auch nicht, springt eine Auffanggesellschaft ein, die Protektor Lebensversicherung AG. Sie wurde von den deutschen Versicherungsgesellschaften gegründet und hat die Aufgaben des gesetzlich vorgeschriebenen Sicherungsfonds. Die Protektor AG übernimmt die Verträge eines in finanzielle Schieflage geratenen Unternehmens erst, wenn alle Sanierungspläne gescheitert sind. Die garantierten Leistungen können dann um 5 Prozent gekürzt werden.

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