Für wen die gesetzliche Rente attraktiver ist

Alle, die nicht in der gesetzlichen Renten­versicherung pflicht­versichert sind, können freiwil­lige Beiträge zahlen – also Selbst­ständige, Beamte und Hausfrauen. Angestellte haben diese Möglich­keit nicht. Ob sie sich lohnt, hängt vom Alter ab. Für ältere Selbst­ständige ist sie attraktiver als eine Rürup-Rente. Grund: Bei der kapitalge­deckten Rürup-Rente wirkt der Zinseszins-Effekt: bei langer Beitrags­dauer (in unserem Test 27 Jahre) stark, bei kurzer Beitrags­dauer kaum. In der gesetzlichen Renten­versicherung gibt es keine Zinsen und Zinseszinsen, sondern die beruflich Aktiven zahlen die Renten der Ruhe­ständler. Auch Beamte können neben ihrer Pension durch freiwil­lige Beiträge einen gesetzlichen Renten­anspruch erwerben.

40-Jährige

Zahlt der 40-jährige Modell­kunde unseres Tests den Jahres­beitrag von 6 000 Euro 27 Jahre lang freiwil­lig in die gesetzliche Renten­versicherung, kann er mit 597 Euro Rente im Monat rechnen. Dies sind 50 Euro weniger als die höchste garan­tierte Rürup-Rente im Test. Bei einer 27-jährigen Beitrags­dauer drücken der ab 2022 steigende Beitrags­satz sowie das geringere Renten­niveau die gesetzliche Rente. Eine gute Rürup-Rente ist für einen 40-Jährigen also besser; eine schlechte nicht. Für seinen Beitrag in die gesetzliche Renten­versicherung bekommt er allerdings einen Hinterbliebenen­schutz dazu.* Er ist in den Rürup-Tarifen mit den höchsten Renten in unserem Test nicht enthalten.

50-Jährige

Die gesetzliche Rente für einen 50-Jährigen mit freiwil­ligen Beiträgen von jähr­lich 6 000 Euro (17 Jahre lang) beträgt knapp 400 Euro. Dies ist so viel wie die garan­tierte Rente eines guten Rürup-Tarifs, ohne weitere Zusatz­versicherungen, wie sie gesetzlich Renten­versicherte bekommen.

55-Jährige

Für einen Jahres­beitrag von 6 000 Euro, der zwölf Jahre gezahlt wird, gibt es bei einem guten Rürup-Tarif ohne Zusatz­versicherungen 280 Euro Rente. Die gesetzliche Rente beträgt hier 295 Euro. Hinzu kommt: Für alle vor dem 2. Januar 1961 Geborenen gibt es eine gesetzliche Berufs­unfähigkeits­versicherung. Bei allen Alters­gruppen gilt ferner: Privat Kranken­versicherte bekommen 7,3 Prozent der Rente als Zuschuss zum Kranken­versicherungs­beitrag. Dies steigert die gesetzliche Rente eines 55-Jährigen auf 317 Euro.

* Korrigiert am 23.11.2016.

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