So haben wir getestet

Im Test

Finanztest hat 18 Angebote für eine Rürup-Renten­versicherung untersucht. Die Kunden erhalten zu Vertrags­beginn eine Rente garan­tiert. Berück­sichtigt haben wir ausschließ­lich die Produkt­variante mit der maximal möglichen Renten­zusage. Die Angebote enthalten den derzeitig maximalen Rechnungs­zins und verzichten auf ein freies Fonds­investment.

Renten­zusage (40 Prozent)

Wir haben die Höhe der bei Vertrags­schluss garan­tierten Rente zu Renten­beginn bewertet. Unser Modell­kunde ist am 25. Oktober 1976 geboren. Der Vertrag beginnt am 1. November 2016. Der Kunde zahlt 27 Jahre lang einen Jahres­beitrag von jeweils 6 000 Euro. Bei Renten­beginn am 1. November 2043 ist er 67 Jahre alt. Todes­fall­leistungen sind ausgeschlossen oder auf die Mindest­vorgaben der Anbieter reduziert.

Anla­geerfolg (40 Prozent)

Der Anla­geerfolg gibt an, wie viel ein Versicherer mit dem Kunden­guthaben erwirt­schaftet und wie viel er den Kunden vom Ertrag gutgeschrieben hat. Wir haben die Ergeb­nisse der vergangenen drei Jahre berechnet. Das Ergebnis von 2015 geht mit 50 Prozent ein, das von 2014 mit 30 Prozent und der Wert von 2013 mit 20 Prozent. Die 2011 einge­führte Zins­zusatz­reserve haben wir nicht als Kunden­ertrag berück­sichtigt, da es sein kann, dass sie nur künftige Zins­garan­tien stützt und keinen zusätzlichen Anla­geerfolg für den Kunden bedeutet.

Flexibilität (10 Prozent)

Wir haben untersucht, welche Ansprüche und Rege­lungen bereits vertraglich fixiert sind. Die wichtigsten Prüf­punkte:

  • Kann der Renten­beginn vorverlegt oder hinaus­geschoben werden?
  • Kann der Beitrag bei Zahlungs­schwierig­keiten vorüber­gehend gestundet werden? Besteht auch ein zins­loser Stundungs­anspruch?
  • Kann der Beitrag reduziert werden? Hat der Kunde einen Anspruch auf Wieder­inkraft­setzung des bisherigen Vertrags?
  • Sind außer­ordentliche Zuzah­lungen in der gesamten Anspar­phase möglich und in welcher Form?
  • Kann der Kunde vor Renten­beginn den Anbieter wechseln? Welche Kosten fallen dabei an?
  • Welche Kosten werden bei Beitrags­frei­stellung angesetzt und fällig?

Trans­parenz (10 Prozent)

Wir haben die vor Vertrags­schluss ausgehändigten Unterlagen untersucht. Unsere wichtigsten Prüf­punkte:

  • Macht der Versicherer Angaben zum verwendeten Über­schuss­system in der Anspar- und in der Renten­phase?
  • Wie weist der Versicherer die Kundenbe­teiligung an den Über­schüssen aus? Laufende Über­schüsse werden jähr­lich fest zugeteilt. Anteile an den Bewertungs­reserven und Schluss­über­schüsse sind erst bei Vertrags­ablauf fällig und können noch entfallen. Positiv war es, wenn ein Versicherungs­unternehmen die verschiedenen Angaben trennt und mit den vertraglichen Renten- und Kapital­werten erörtert.
  • Um Risiken schwankender Kapitalmärkte darzustellen, sollte der Versicherer die Renten­leistungen zu Renten­beginn für verschiedene Zins­szenarien nennen. Er sollte die aktuelle Über­schuss­beteiligung und als Beispielfall eine Veränderung angeben.
  • Geprüft haben wir auch, ob der Versicherer eine Tabelle erstellt hat, die die Entwick­lung der Renten­werte für Zeiten ohne Beitrags­zahlung zeigt. Sie sollen dem Kunden zeigen, wie sich sein Vertrag bis zu seinem Renten­beginn entwickelt.
  • Wir haben die Angaben zur Rentenhöhe (mit und ohne Über­schüsse) geprüft, wenn der plan­mäßige Renten­termin verlegt oder hinaus­geschoben wird.
  • Legt der Versicherer offen, ob und in welcher Höhe es teurer wird, wenn der Kunde die Beiträge nicht jähr­lich, sondern monatlich, vierteljähr­lich oder halb­jähr­lich zahlt?
  • Gibt der Versicherer Informationen zur gesamten Wert­entwick­lung des Vertrags vor und nach Kosten? Gibt er an, wie die Gesamt­kosten die Rendite mindern? Werden mögliche, zusätzlich anfallende Kosten beziffert?

Angebot ohne Todes­fall­leistung

Wird eine Leistung für den Todes­fall vereinbart, schmälert das die Alters­rente erheblich. Die Mehr­zahl der Angebote gibt es auch ohne Todes­fall­leistung. Bei einigen Tarifen muss der Kunde den Todes­fall­schutz mitbezahlen.

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