Zusatzschutz kostet Rente

In ihren Rürup-Vertrag können Kunden steuerbegünstigt Zusatzversicherungen wie etwa einen Hinterbliebenenschutz einbauen.

Der Rürup-Vertrag dient in erster Linie der Altersversorgung. Doch Kunden können Zusatzversicherungen mit abschließen. Bis zu 49 Prozent vom Beitrag können in Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitsschutz oder in eine dieser beiden Zusatzleistungen fließen.

Das hat den Vorteil, dass Rürup-Sparer Hinterbliebene absichern oder für den Fall der Berufsunfähigkeit vorsorgen können und Steuervorteile für ihre Beiträge kassieren.

Dafür müssen sie allerdings Abstriche bei der Altersrente in Kauf nehmen, wie unser Beispiel zeigt (siehe Tabelle „Fünf Verträge im Vergleich“). Unser Modellkunde ist bei Vertragsbeginn 40 Jahre alt und zahlt 25 Jahre lang jedes Jahr 6 000 Euro Beitrag. Schließt er gar keinen Zusatzschutz ab, bekommt er in unserem Beispieltarif eine garantierte Altersrente von 748 Euro im Monat.

Vereinbart der Kunde für den Fall seiner Berufsunfähigkeit eine Rente, bekommt er mit 65 nur eine garantierte Altersrente von 634 Euro.

Ist eine Hinterbliebenenrente in den Vertrag eingeschlossen, schmälert dies seine Altersrente ebenfalls: Will er Hinterbliebene nur für den Fall absichern, dass er vor seinem 65. Lebensjahr stirbt, drückt dieser Schutz seine garantierte Altersrente auf 696 Euro im Monat. Soll jedoch der vereinbarte Hinterbliebenenschutz auch dann greifen, wenn der Rürup-Sparer selbst schon Rentner ist, beträgt seine garantierte Altersrente dann nur noch 637 Euro im Monat.

Der Hinterbliebenenschutz gilt nur für Ehepartner und zu versorgende Kinder bis zum 25. Lebensjahr, nicht aber für unverheiratete Partner.

Vereinbart der Kunde keinen Hinterbliebenenschutz, kommt sein angespartes Kapital bei seinem Tod immer der Versichertengemeinschaft zugute.

Zusatzversicherungen schmälern jedoch nicht nur den Rentenanspruch. Wird der Vertrag beitragsfrei gestellt, dann können die eingeschlossenen Zusatzversicherungen in der Regel nicht separat weitergeführt werden.

Der bis dahin erworbene Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitsschutz ist dann womöglich überhaupt nicht mehr ausreichend oder fällt ganz weg.

Besser ist es für den Rürup-Sparer, eine separate Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen und die Familie durch eine günstige Risikolebensversicherung zu schützen.

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