Rürup-Rente Ärger bei Signal Iduna – Witwenrente in Gefahr

Rürup-Rente - Ärger bei Signal Iduna – Witwenrente in Gefahr
Im Falle seines Todes will Werner Nöcker seine Ehefrau Elke abge­sichert wissen. © Andreas Buck

Für seine Rürup-Rente hatte ein Finanztest-Leser schon ein Vermögen bezahlt. Für die Witwenrente will Signal Iduna noch mehr. Finanztest schildert den Fall und sagt, was Selbst­ständige tun können, die noch wenige Jahre bis zum Ruhe­stand haben und für eine Alters­rente sparen wollen.

Alters- und Hinterbliebenenrente

Werner Nöcker wollte beides: eine eigene zusätzliche Alters­vorsorge und eine Hinterbliebenenrente für seine Frau. Über einen Vermittler des Versicherers Signal Iduna schloss der selbst­ständige Handels­vertreter eine Rürup-Rentenversicherung ab. Eine Rürup-Rente richtet sich vor allem an Selbst­ständige, die so steuer­begüns­tigt fürs Alter sparen können. In seiner aktiven Zeit zahlte er 150 000 Euro ein. Zwei Jahre vor Vertrags­ende stoppte er die Einzahlung.

Hinterbliebenen­schutz gestrichen

Die Über­raschung des 68-Jährigen war groß, als Signal Iduna ihm mitteilte, dass mit dem Ende der Einzahlung „bedingungs­gemäß“ der Hinterbliebenen­schutz für seine Frau „erloschen“ ist. Tatsäch­lich steht in den Bedingungen, dass bei voll­ständiger Beitrags­frei­stellung die Zusatz­versicherung erlischt und keine Hinterbliebenenrente mehr gezahlt wird. Im Gegen­zug steigt die Alters­rente. Das war Nöcker nicht bewusst. Er musste Geld nach­schießen, damit seine Frau Anspruch auf eine Witwenrente hat. Nöcker zahlte weitere 20 000 Euro. Der Hinterbliebenen­schutz gilt wieder. Insgesamt flossen 170 000 Euro in den Vertrag.

Rente gesunken

Bei Renten­beginn im Jahr 2015 bekam Nöcker 686 Euro im Monat. 2016 waren es nur noch 656 Euro und im Jahr 2017 knapp 635 Euro. Je nach Über­schussentwick­lung kann die Rente weiter sinken. Selbst wenn sie auf dem aktuellen Stand bleibt, müsste Werner Nöcker 87 Jahre alt werden, um nur die einge­zahlten Beiträge als Rente heraus­zubekommen. Stirbt er vor seiner Frau, erhält sie die Rente weiter. An ihrem 89. Geburts­tag wären die Beiträge wieder drin.

Tipp: Wenn Sie selbst­ständig sind, wenige Jahre bis zum Ruhe­stand haben und für eine Alters­rente sparen wollen, zahlen Sie lieber freiwil­lige Beiträge in die gesetzliche Renten­versicherung. Sie bekommen dort mehr Rente und es gibt immer einen Hinterbliebenen­schutz.

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