Rückzug von T-Online Meldung

Vor allem T-Online-Anleger der ersten Stunde sind sauer.

Die Deutsche Telekom will ihre Internettochter T-Online in den Mutterkonzern zurückholen. Was von vielen Experten als strategisch sinnvoll betrachtet wird, besiegelt für die Altaktionäre von T-Online ein finanzielles Desaster. Der Internetprovider war erst im April 2000 zu einem Emissionspreis von 27 Euro an die Börse gebracht worden. Nun bietet die Deutsche Telekom den Aktio­nären für die Rücknahme 8,99 Euro je Anteilsschein an.

Nach Auffassung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) schadet der Rückzug von T-Online der Aktienkultur in Deutschland. „Viele Kleinanleger haben den Eindruck, dass sie bei 8,99 Euro enteignet werden“, sagte dazu ihr Vorstandsmitglied Markus Straub.

Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zeigt sich von dem Angebot nicht beeindruckt und rät Anlegern, erst einmal ­abzuwarten: „Die Erfahrung zeigt, dass Anleger, die zu früh agieren, weniger bekommen.“

Nicht ausgeschlossen, dass es nach Verschmelzung der beiden Unternehmen ein so genanntes Squeeze-out geben wird, bei dem Aktionäre auf eine höhere Abfindung hoffen können. Einstweilen haben Anleger auch jederzeit die Möglichkeit, ihre Aktien über die Börse zu verkaufen. Der Kurs der T-Online-Aktie lag zuletzt mit etwa 9 bis 9,15 Euro etwas höher als das Abfindungsangebot.

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