Nicht immer ist ein Rück­wärts­fahrer schuld an einem Unfall. Zum Beispiel dann nicht, wenn er gar nicht mehr rollt, sondern recht­zeitig gebremst hat. So war es im Fall einer Frau, die rück­wärts aus einer Grund­stücks­ausfahrt rangiert war. Parallel zur Straße parkte – verdeckt von einem Busch – ein anderer Pkw, dessen Fahrer in diesem Moment losfuhr. Die Frau bremste und kam zum Stehen, was eine Zeugin bestätigte. Der Mann fuhr in ihr Auto. Da die Frau stand, spricht weder der Anscheins­beweis gegen sie, noch hat sie Mitschuld (Land­gericht Heidel­berg, Az. 1 S 6/16).

Oft haben Rück­wärts­fahrer nach Unfällen schlechte Karten. Vor Gericht spricht der Anscheins­beweis gegen sie, weil sie besonders aufmerk­sam sein müssen.

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