Rückstände: Unerwünscht, aber nicht unauffindbar

Nach diesen Stoffen haben wir gesucht und sie auch gefunden:

DEHA (Diethylhexyladipat): Gut fettlöslicher Weichmacher, der in Verpa­ckungsfolien stecken kann. Im Tierversuch nicht Erbgut schädigend (gentoxisch). Bei Mäusen führten hohe Dosen zu Lebertumoren. Es gibt auch Hinweise, dass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt und der Fötus trächtiger Tiere geschädigt werden kann.

ESBO (epoxidiertes Sojabohnenöl): Bestandteil von PVC-haltigen Dichtungsringen in Deckeln. Dient darin als Weichmacher. Außerdem stabilisiert es das PVC, indem es entstehende Salzsäure abfängt und dabei zu einer Reihe chlorhaltiger Verbindungen weiter reagiert. ESBO ist nicht Krebs erzeugend oder gentoxisch. Einfluss auf Fruchtbarkeit und die fetale Entwicklung konnte nicht nachgewiesen werden. Wie giftig die chlorhaltigen Reaktionsprodukte sind, ist kaum bekannt. Seit eine EU-Studie teilweise sehr hohe Werte in Babynahrung nachgewiesen hatte, wird nun über einen neuen Grenzwert hierfür (30 Milligramm je Kilogramm) diskutiert.

2-EHA (2-Ethylhexansäure): Aus dem Dichtungsmaterial von Deckeln. Die Substanz kann im Körper außerdem als Abbauprodukt von Weichmachern – zum Beispiel DEHA – entstehen. 2-EHA wurde nur zufällig in Lebensmitteln entdeckt und ist bisher nicht zugelassen. Im Tierversuch ist die Substanz in hoher Dosierung fruchtschädigend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Werte unter 0,6 Milligramm je Kilogramm als unbedenklich eingestuft.

Semicarbazid: Abbauprodukt des Treibmittels Azodicarbonamid. Es entsteht beim Aufschäumen von Kunststoffdichtungen in Metalldeckeln. Offen ist bisher, ob die Substanz für Menschen ein Krebsrisiko ist. Im Tierversuch wirkt sie schwach Krebs erzeugend und gentoxisch. Ab August ist Azodicarbonamid nicht mehr zugelassen.

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