Schi­cken Amazon-Kunden zu viele Einkäufe zurück, sperrt der Internethändler ihr Konto. Was zu viel ist, sagt Amazon aber nicht und erklärt, es handele sich um extreme Einzel­fälle.

Ein betroffener Kunde legte uns seine Daten offen: 2012 hatte er rund 400 Bestel­lungen, 2013 bislang rund 300. Nach seinen Angaben ging etwa jeder sechste Einkauf wegen Nicht­gefallens oder Mängeln zurück. Amazon teilte ihm mit, dies sei eine „Über­schreitung der haus­halts­üblichen Anzahl an Retouren“.

Wahr­scheinlich ist die Sperre recht­lich nicht angreif­bar. Denn jeder darf frei entscheiden, mit wem er Verträge schließt. Im Jahr 2004 hatte das Ober­landes­gericht Hamburg keine Bedenken gegen die Praxis des Versandhänd­lers Otto. Dieser hatte Kunden mit einer Rück­sendequote von mehr als 50 Prozent „verwarnt“ und später bei unver­änderter Quote Bestel­lungen verweigert (Az. 5 U 22/04). Amazon sperrt „Hoch­retournierer“ derzeit ohne Vorwarnung.

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