Rück­ruf von Rind­fleisch­produkten Meldung

Corned Beef, Rinder­braten, Roast Beef, Rinderroulade – seit dem 17. Oktober häufen sich die Rück­rufe für Rind­fleisch­produkte. Sie sind möglicher­weise mit dem Erreger Bacillus anthracis verunreinigt, der Milz­brand auslösen kann. Milz­brand ist alles andere als harmlos – eine gesundheitliche Gefähr­dung ist laut dem Bundes­institut für Risiko­be­wertung derzeit dennoch unwahr­scheinlich. Betroffene Rind­fleisch­produkte sollten Verbraucher aber keinesfalls verzehren.

Diese Produkte sind betroffen

Der Rück­ruf gilt für verschiedene Rind­fleisch­produkte, die von Ende September bis Mitte Oktober 2014 verkauft wurden. Betroffen ist sowohl verpackte Ware aus dem Supermarkt als auch Frisch­fleisch aus der Fleisch­theke. Hier eine Über­sicht:

Die betroffenen Produkte wurden laut Anbieter bereits aus dem Verkauf genommen. Verbraucher, die sie gekauft haben, sollten sie nicht verzehren – auch nicht das Frisch­fleisch, das inzwischen eventuell im Tiefkühl­schrank zuhause lagert. Die Kunden können das Fleisch gegen Erstattung des Kauf­preises in den jeweiligen Einkaufs­stätten zurück­geben.

Die Spur führt in die Slowakei

Heute weiß man: Auslöser der groß angelegten Rück­rufaktion ist eine Milz­brand­infektion in einem Rinder­betrieb in der Slowakei. Aus dieser Herde wurden zwei Tiere in Polen geschlachtet. Diese zwei Tiere waren zuvor in Polen veterinärmedizi­nisch untersucht worden und zeigten keine Symptome einer Erkrankung. Auch die Fleisch­unter­suchung ergab keine Hinweise auf Milz­brand. Nach der Freigabe wurde das Fleisch der Tiere – noch vor dem Bekannt­werden der Milz­brandfälle in der slowakischen Herde – über die Nieder­lande an verschiedene Fleisch­ver­arbeitungs­betriebe in der Europäischen Union geliefert, darunter auch an deutsche Betriebe.

15 500 Kilogramm EU-weit betroffen

Die Zahlen klingen enorm: Europaweit wurden rund 15 500 Kilogramm Rind­fleisch zurück­gerufen, in Deutsch­land sind laut Bundes­institut für Verbraucher­schutz und Lebens­mittel­sicherheit 3 600 Kilogramm betroffen. Wie kann das sein bei gerade mal zwei verdächtigen Rindern? „Es wurde die komplette vermischte Charge zurück­gerufen“, erklärt eine Sprecherin des Umwelt­ministeriums in Nord­rhein-West­falen. Das heißt: Über­all, wo das Fleisch der zwei Rinder mit anderem Fleisch in Kontakt kam, warnen die Behörden aus vorbeugendem Verbraucher­schutz vor der gesamten Fleisch­menge. Eine Vermischung findet zum Beispiel in einem Tumbler statt – einer riesigen zylinderförmigen Trommel, in der Fleisch­stücke nach dem Schlachten massiert und zart gemacht werden. Hinzu kommt: Das Rind­fleisch wurde sehr vielseitig verarbeitet – mal zu Frisch­fleisch beim Metzger in Nord­rhein-West­falen, mal zu Rinderwürsten in Bayern. Daher sind viele Verarbeitungs­betriebe und deren Fleisch im Spiel.

Erkrankungs­gefahr unwahr­scheinlich

Das Bundes­institut für Risiko­be­wertung (BfR) sieht derzeit keine große Anste­ckungs­gefahr für den Menschen ( Stellungnahme des BfR). Das gilt für Darmmilz­brand, der nach dem Verzehr von verunreinigtem Fleisch auftreten kann, als auch für Lungenmilz­brand, von dem am ehesten Beschäftige in der Schlachtung betroffen wären. Es sei jedoch mit geringer Wahr­scheinlich­keit möglich, dass in Zerlege- und Verarbeitungs­betrieben bei Beschäftigten mit Haut­verletzung durch Kontakt mit verunreinigten Schlacht­produkten Hautmilz­brand auftreten könnte. Was Milz­brand genau ist und wie seine verschiedene Formen aussehen, erklärt der Artikel Milzbrand: langlebig und giftig.

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