Rück­ruf von Lachs bei Netto Marken-Discount Meldung

Foto: Netto Marken-Discount, Beispiel­bild

Foto: Netto Marken-Discount, Beispiel­bild

Der Premium Räucherlachs von Netto Marken-Discount sollte lieber nicht auf einem Früh­stücks­brötchen landen. Der Handels­kette warnt vor dem Verzehr: Der Lachs ist mit Listerien belastet. Diese Bakterien können besonders für Schwangere, Klein­kinder und Menschen mit geschwächtem Immun­system gefähr­lich werden.

Riskante Aktions­ware

Hersteller des mit Listerien belasteten Räucherlachs ist die Firma Norfisk Berlin. Ihr Lachs wurde in zahlreichen Filialen von Netto Marken-Discount vertrieben: in Baden-Württem­berg, Bayern, Hessen, Nieder­sachsen, Nord­rhein-West­falen, Rhein­land-Pfalz, Saar­land, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Als so genannte Aktions­ware wurde er kurz­zeitig ab Samstag, dem 12. November 2011, als „Premium N Räucherlachs“ in 120-Gramm-Packungen angeboten. Es gibt verschiedene Sorten, darunter Räucherlachs mit Wasabi-Sahne-Meerrettich (siehe Foto). Netto Marken-Discount ruft alle Sorten mit dem Mindest­halt­barkeits­datum 24. November 2011 zurück und fordert Kunden auf, bereits gekauften Lachs nicht zu verzehren. Die betroffenen Packungen tragen die LOS-Nummern 434112, 434111 und 426113, diese sind klein auf den Verpackungen aufgedruckt. Auch die Stiftung Warentest prüft regel­mäßig im Rahmen von Lebens­mittel­tests auf Keime und Bakterien. Beruhigend: Im Test Räucherlachs fanden die Tester keine Listerien.

Gesund­heits­gefahr durch Listerien

Listerien sind Bakterien, die fast über­all vorkommen können: in der Erde, auf Pflanzen, im Kompost und in Abwässern. Beim Menschen können sie die so genannte Listeriose auslösen. In der Regel erfolgt die Infizierung über Lebens­mittel, die Listerien in erhöhter Konzentration enthalten. Für gesunde Erwachsene ist das nicht gefähr­lich. Treten Symptome auf, sind sie eher unspezi­fisch und ähneln einer Grippe: Fieber und Muskel­schmerzen, manchmal auch Erbrechen und Durch­fall. Bei Schwangeren, Neugeborenen, älteren Menschen oder Personen mit einem geschwächten Immun­system kann die Listeriose aber auch einen schweren Verlauf nehmen und zu Blut­vergiftungen, Gehirn- oder Gehirnhaut­entzündung führen und sogar tödlich sein. Bei Schwangeren kann Listeriose Früh- oder Fehl­geburten zur Folge haben.

So schützen Sie sich vor Listerien

Riechen oder schme­cken lassen sich Listerien nicht. Hier eine Reihe von Maßnahmen, die laut Bundesinstitut für Risikobewertung vor allem Risiko­gruppen beachten sollten, um eine Infektion zu vermeiden:

  • Kochen, Braten und Pasteurisieren tötet Listerien ab. Voraus­setzung: Für mindestens zwei Minuten muss die Temperatur im Kern des Lebens­mittels mindestens 70 Grad Celsius betragen. Beim Tief­gefrieren können Listerien dagegen über­leben.
  • Keine Lebens­mittel tierischen Ursprungs roh verzehren, wie etwa Mett oder Rohmilchkäse.
  • Keine geräucherten oder marinierten Fischer­zeug­nisse essen, das gilt vor allem für vakuum­verpackten Räucherlachs und Graved Lachs.
  • Blatt­salate frisch zubereiten, klein­geschnittene und verpackte Salate meiden.
  • Vakuum­verpackte Lebens­mittel zügig nach dem Einkauf und möglichst weit vor Ablauf des Mindest­halt­barkeits­datums verzehren.
  • Bei der Zubereitung von Speisen auf Hygiene achten: frisches Obst und Gemüse gründlich waschen, Messer und Schneidebretter nach Zubereitung von rohem Fleisch gründlich reinigen, bevor sie wieder benutzt werden. Hände vor der Zubereitung von Speisen und danach gründlich waschen und abtrocknen.

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