Rück­ruf von Bio-Rohmilchkäse Meldung

Der französische Käse-Hersteller Étoile du Vecors ruft seine Bio-Produkte Saint Marcellin und Saint Felicien zurück. In den beiden Rohmilchkäsesorten wurden Escherichia coli-Bakterien nachgewiesen. Sie können fieb­rigen Brech­durch­fall auslösen und zu Nierenschäden führen. Kinder sind besonders gefährdet. Wer eines der Produkte gekauft hat, sollte es umge­hend zurück­bringen oder wegwerfen.

Anfäl­lig für Keime

Bei Saint Marcellin und Saint Felicien handelt es sich um Rohmilch­spezialitäten aus Frank­reich. Erzeug­nisse aus Rohmilch werden bei der Herstellung nicht ultra­hoch erhitzt oder pasteurisiert und sind deswegen anfäl­liger für Keime. Erst im Juni waren drei Rohmilch- Käseprodukte von Fromi zurückgerufen worden, in ihnen wurden Salmonellen nachgewiesen. Im aktuellen Fall ruft die französische Firma Étoile du Vecors zwei Rohmilchkäse zurück, in denen bei Kontrollen Escherichia coli-Bakterien gefunden wurden. Sie können zu fieb­rigem Brech­durch­fall führen. Betroffen sind die Produkte mit dem Mindest­halt­barkeits­daten vom 04.08.14 bis zum 03.09.14. Die Landes­unter­suchungs­ämter raten dringend davon ab, diesen Käse zu essen.

Käse wurde nur in Bioläden verkauft

In Deutsch­land wird der Rohmilchkäse von der in Baden-Württem­berg ansässigen Firma Vallée Verte vertrieben. Nach Aussagen des Unter­nehmens werden ausschließ­lich Bioläden und Natur­kost­groß­handel mit den beiden Produkten beliefert. Laut dem vom Verbraucher­schutz­ministerium betriebenen Portal lebensmittelwarnung.de wurde der Rohmilchkäse haupt­sächlich in Baden-Württem­berg, Bayern, Berlin, Nord­rhein-West­falen und dem Saar­land verkauft. Der Verkauf wurde mitt­lerweile gestoppt. Über Krank­heits­fälle in Deutsch­land lägen bislang keine Informationen vor, bestätigten die Unter­suchungs­ämter der Länder Bayern und Nord­rhein-West­falen gegen­über Stiftung Warentest. „Der französische Hersteller wurde laut unseren Informationen durch einen Kunden über das Risiko informiert“, sagt Christian Klima von Vallée Verte. Ob dort ein Krank­heits­fall vorgelegen habe, sei nicht bekannt. Die Hersteller-Firma Étoile du Vecors selbst war für eine Stellung­nahme nicht zu erreichen.

Mit Symptomen sofort zum Arzt

Escherichia coli-Bakterien kommen im menschlichen und tierischen Darm vor und sind in der Regel harmlos. Aber einige Typen bilden Gifte, die den Darm schädigen und schwere Durchfall­erkrankungen mit teils blutigem Durch­fall, Bauch­schmerzen und Erbrechen, mit oder ohne Fieber verursachen können. Dazu zählen auch die in den zurück­gerufenen Rohkäsesorten entdeckten Bakterien. Die Symptome können in einigen Fällen auch zu schweren Nieren-Komplikationen führen. Vor allem Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit Immun­schwäche sind hier­von betroffen.

Tipp: Sollten Sie nach dem Verzehr der betroffenen Produkte unter den genannten Symptomen leiden, suchen Sie umge­hend einen Arzt auf und weisen Sie darauf hin, wann Sie den Käse gegessen haben. Weitere Informationen zu Escherichia coli-Bakterien und ihren gefähr­lichen Typen bietet ein Merk­blatt der Europäischen Lebens­mittel­behörde EFSA.

Risiko­gruppen sollten Produkte grund­sätzlich meiden

Laut Bundes­institut für Risiko­be­wertung infizieren sich Menschen besonders oft bei Wieder­käuern wie Rindern, Schafen oder auch Hirschen. Die Tiere erkranken dabei nicht selbst, scheiden die Bakterien aber aus. Beim Schlachten oder Melken können Erreger so in Lebens­mittel gelangen. Sie sind oft in rohen oder unzu­reichend erhitzten Lebens­mitteln zu finden. Zum Beispiel Rohmilch, wie im aktuellen Fall Käse und andere Erzeug­nisse aus Rohmilch, aber auch rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch und streich­fähige Rohwürste wie Teewurst oder Mett­wurst. Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit Immun­schwäche sollten diese Produkte grund­sätzlich meiden.

Tipps: So können Sie sich schützen

Gehören Sie nicht zu dieser Risikogruppe können Sie sich schützen, in dem Sie:

  • Rohmilch vor dem Verzehr abkochen (pasteurisierte oder ultra­hoch­erhitzte Milch gilt als sicher),
  • sich die Hände grünlich waschen, bevor Sie Speisen zubereiten oder nachdem rohes Fleisch angefasst haben,
  • rohes Fleisch getrennt von anderen Lebens­mitteln lagern und zubereiten,
  • Fleisch vor dem Verzehr auf mindestens 70 Grad Celsius für zwei Minuten im Inneren des Lebens­mittels erhitzen (die Innen­temperatur lässt sich mit einer Fleisch­thermo­meter prüfen),
  • Küchenflächen immer gründlich reinigen,
  • Rohes Gemüse und Obst vor dem Konsum gründlich waschen.

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