Medizintechnik-Hersteller Medtronic hat den Vertrieb von Defibrillator-Elektroden vom Typ Sprint Fidelis eingestellt. Einzelne Adern in den dünnen Leitungen können brechen. Die Elektroden sind lebenswichtig. Sie stellen die Verbindung zwischen unter der Achsel implantierten Defibrillatoren und dem Herz her. Weltweit lieferte Medtronic 268 000 und in Deutschland 15 000 Sprint Fidelis-Elektroden aus. Dringende Empfehlung an Herzpatienten mit implantiertem Defibrillator: Fragen Sie Ihren Arzt, ob und was zu tun ist.

Lebenswichtiger Impuls kann ausbleiben

Vier Leiterbahnen führen in Defibrillator-Elektroden zum Herz. Jede der Leiterbahnen enthält mindestens zwölf hauchdünne Adern. Normale Folge eines Bruchs einer solchen Ader: Der elektrische Widerstand des Kabels ändert sich. Das implantierte Gerät bemerkt das Problem und gibt einen Warnton ab. Die Programmierung des Defibrillators muss dann angepasst werden. Der Bruch von Leiterbahnen in der Elektrode kann jedoch im Einzelfall die sensible Elektronik durcheinanderbringen und so zur Auslösung eines unnötigen Defibrillator-Schocks oder zu seinem Ausbleiben führen, obwohl er wegen einer akuten Herzstörung nötig wäre. In solchen Fällen besteht Lebensgefahr.

Fünf Todesfälle verdächtig

Herzpatienten mit implantiertem Defibrillator sollen umgehend mit ihrem Arzt sprechen. Er weiß, ob bei ihnen vom Rückruf betroffene Elektroden im Einsatz sind. Lassen Sie sich gegebenenfalls gründlich beraten. Nach Angaben von Medtronic besteht weltweit fünf Todesfällen der Verdacht auf einen Zusammenhang mit dem Bruch von Sprint Fidelis-Elektroden.

Empfehlungen für Ärzte

Nach eigenen Angaben hat Medtronic Ärzte, die Defibrillator-Patienten behandeln, bereits informiert und ihnen Empfehlungen für die Betreuung von Menschen gegeben, bei denen bruchgefährdete Elektroden implantiert sind. So lasse sich durch eine Reprogrammierung des Defibrillators sicherstellen, dass die implantierten Geräte Probleme an der Elektrode besser registrieren und einen Warnton abgeben. Das Gerät sollte dann kontrolliert und die Programmierung korrigiert werden. Von einem Austausch von Defibrillator-Elektroden rät Medtronic ab. Die Risiken bei der für den Austausch nötigen Operation seien höher als die Gefahr eines Elektrodenbruchs.

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