Rückruf bei Toyota Meldung

Alptraum für Autofahrer: Er gibt Vollgas und das Pedal federt anschließend nicht wieder zurück. Bei einer ganzen Reihe von Toyota-Modellen sowie einigen Peugeot 107 und Citroën C1 kann das tatsächlich passieren. Die Hersteller haben Rückrufaktionen gestartet. 1,9 Millionen Autos in Europa sind betroffen. test.de informiert.

Zahlreiche Typen betroffen

Auftreten kann das Gaspedal-Problem bei den Toyota-Typen Aygo (Herstellung 02/05 bis 08/2009), iQ (11/08 bis 11/09), Yaris (11/05 bis 09/09), Auris (10/06 bis 01/10), Corolla (10/06 bis 12/09), Verso (02/09 bis 01/10), Avensis (11/08 bis 12/09) und Rav4 (11/05 bis 11/09) sowie einige Peugeot 107 und Citroën C1 (jeweils 2/2005 bis 8/2009). Nach Toyota-Darstellung ist das Risiko gering. In Deutschland gabs noch keine einziges verklemmtes Gaspedal und in Europa nur einzelne Fälle. Dennoch: Wer nach Berichten über tödliche Unfälle in den USA Angst hat und Klarheit haben möchte, kann sich sofort an eine Toyota-Werkstatt wenden. Alle betroffenen Autohalter werden die Hersteller anhand der Daten des Kraftfahrbundesamts in Flensburg von sich aus informieren und sie zur kostenlosen Kontrolle und Reparatur in die Werkstatt bitten. Doch das kann noch dauern. O-Ton Toyota: „Der genaue Zeitplan und Umfang der Rückrufaktion wird derzeit noch geprüft.“

Tipps für den Notfall

Wenn das Gaspedal während der Fahrt stecken bleibt, braucht der Fahrer starke Nerven. Toyota gibt folgende Tipps: Falls nötig, ohne Rücksicht auf den Motor kräftig bis zum Stillstand bremsen. Die Bremsen sind leistungsfähiger als der Motor und können den Wagen auch bei Vollgas stoppen. Ansonsten: Bei Schaltwagen Kupplung treten und bei Automatikgetriebe den Wählhebel auf „N“ stellen. Anschließend je nach Verkehrssituation so bald wie möglich bremsen, halten und den Motor abstellen. Laut Toyota in jedem Fall wichtig: Keine Stotterbremse, sondern das Bremspedal kontinuierlich treten. Moderne Motoren sind elektronisch gesteuert und drehzahlbegrenzt, so dass auch bei Vollgas im Leerlauf nicht unbedingt Motorschäden drohen.

Infos im Internet

Detaillierte Informationen zum Rückruf und Antworten auf zahlreiche Fragen zur Rückruf-Aktion liefert Toyota auf einer speziellen Internetseite unter www.toyota.de.

Schadenersatz und Schmerzensgeld

Wer wegen des Gaspedal-Problems einen Schaden erleidet, kann von Toyota Schadenersatz und bei Verletzungen ein angemessenes Schmerzensgeld verlangen. Alle Schäden am Auto selbst und darüber hinaus Sachschäden bis 500 Euro haben Betroffene im Rahmen der gesetzlichen Produkthaftung selbst zu tragen. Allerdings: Möglicherweise übernimmt Toyota Schäden am Auto im Rahmen der Garantie oder auf Kulanz. Innerhalb von zwei Jahren ab Kauf hat außerdem der Verkäufer des Wagens Gewähr für Mängel zu leisten.

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