Rück­ruf Riesen­garnelen von Deutsche See Meldung

Die Deutsche See Fisch­manufaktur hat vier Chargen tiefgekühlter Riesen­garnelen aus dem Handel zurück­gerufen. Der Grund: Sie könnten mit einem Antibiotikum belastet sein. Nach Einschät­zung der zuständigen Behörden besteht aber keine Gesund­heits­gefahr für Verbraucher, die nicht allergisch auf Antibiotika reagieren. Wer noch Garnelen aus einer der betroffenen Chargen im Tiefkühl-Vorrat hat, kann sie bei der jeweiligen Verkaufs­stelle zurück­geben.

Vier Chargen zurück­gerufen

Die Deutsche See Fisch­manufaktur aus Bremerhaven hat vier Chargen tiefgekühlter Riesen­garnelen aus der Reihe „Tiefgekühlte Gourmetportionen“ aus dem Handel zurück­gerufen. Die Lebens­mittel­über­wachung Baden-Württem­berg hatte darauf hingewiesen, dass in einer Charge erhöhte Gehalte des Antibiotikums Oxytetracyclin gefunden worden seien. Verbraucher erkennen die betroffene Charge anhand von folgenden Angaben auf der Rück­seite der Verpackung:

  • Mindest­halt­barkeits­datum: 16.07.2015, Chargen­nummer: 8180723.

Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucher­schutzes hat die Deutsche See Fisch­manufaktur drei weitere Chargen vom Markt geholt. Dabei handelt es sich um:

  • Mindest­halt­barkeits­datum: 15.07.2015, Chargen­nummer: 8176629
  • Mindest­halt­barkeits­datum:13.07.2015, Chargen­nummer: 8167168
  • Mindest­halt­barkeits­datum: 09.07.15, Chargen­nummer: 8162100
Rück­ruf Riesen­garnelen von Deutsche See Meldung

Antibiotikum in Aquakulturen

Das nachgewiesene Oxytetracyclin ist ein Antibiotikum, das zur Gruppe der Tetracycline zählt. Das Medikament hemmt das Wachs­tum von Bakterien, indem es bei ihnen die Bildung lebens­wichtiger Eiweiße blockiert. Humanmediziner verordnen Oxytetracyclin zum Beispiel bei Augen­infektionen. In der Tiermedizin ist das Antibiotikum für Nutztiere zugelassen. Betreiber von Aquakulturen können es gegen Parasiten und Krank­heits­erreger einsetzen – laut Verpackung stammen die Riesen­garnelen aus Thai­land und Vietnam. Allerdings dürfen in tierischen Lebens­mitteln keine erhöhten Gehalte an Oxytetracyclin mehr nach­weisbar sein.

Keine Gesund­heits­gefahr

Die Behörden stufen den Antibiotika-Befund nicht als gesund­heits­gefähr­dend ein. Doch könnte das Antibiotikum bei Allergikern allergische Reaktionen auslösen. Die Deutsche See Fisch­manufaktur erklärt, die Geschäfts­beziehungen zu dem Lieferanten inzwischen abge­brochen zu haben. Verbraucher, die noch Verpackungen mit den zurück­gerufenen Chargen zu Hause haben, können sie zu den Verkaufs­stellen zurück­bringen. Die erstatten dann den Einkaufs­preis.

Keine Antibioti­kabefunde in Lachs

Auch die Stiftung Warentest untersucht regel­mäßig tierische Lebens­mittel auf Rück­stände von Antibiotika. Bei den jüngsten Tests von tiefgekühltem Lachs, Räucherlachs und Hähnchenbrustfilets konnten die Tester aber nichts nach­weisen. Das bedeutet aber nicht, dass bei der Produktion auf Antibiotika verzichtet worden ist. Die Tiere müssen die Mittel nur bis zum Zeit­punkt der Schlachtung abge­baut haben, so dass sie sich auch nicht mehr im Fleisch finden. Antibiotika in der Tier­zucht bergen noch ein anderes Risiko: Bei massenhaftem Einsatz können sich Keime bilden, die gegen Antibiotika resistent sind. Das heißt, dass diese Arzneien nicht mehr wirken. Wir haben 2013 solche Keime in 12 von 20 Hähn­chenschenkeln nachgewiesen. Mehr Infos dazu im Test Biologische Keule sowie im Special Antibiotika: Warum zu viel krank macht.

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