Rück­ruf Mercedes C-Klasse Airbag­steuerung fehler­haft

Rück­ruf Mercedes C-Klasse - Airbag­steuerung fehler­haft
© Anbieter

Mercedes-Benz ruft C-Klasse-Limousinen der Baureihe W205 zurück, weil die Sitzbelegungs­erkennung nicht zuver­lässig funk­tioniert. Die verhindert zum Beispiel das Auslösen des Beifahrer-Airbags, wenn dort ein rück­wärts ausgerichteter Kinder­sitz montiert ist. Funk­tioniert sie nicht, deaktiviert sie möglicher­weise auch dann den Airbag, wenn der Beifahrer ein Erwachsener ist. test.de sagt, welche Modelle betroffen sind, und was C-Klasse-Fahrer jetzt tun sollten.

Diese Modelle sind betroffen

Bei den folgenden Modellen kann es passieren, dass die Fahr­zeug­elektronik die Sitzbelegung falsch ausliest. Betroffen sind Fahr­zeuge aus dem Produktions­zeitraum 2. August 2013 bis 22. April 2014:

  • C 180
  • C 810 Bluetec
  • C 200 Bluetec
  • C 220
  • C 250
  • C 250 Bluetec
  • C 250 Bluetec 4 Matic.

Warum werden die Fahr­zeuge zurück­gerufen?

Wer auf dem Beifahrersitz ein Kleinkind in einem gegen die Fahrt­richtung orientierten Kinder­sitz trans­portiert, muss dafür Sorge tragen, dass der Airbag abge­schaltet ist. Dieser würde sonst bei einem Unfall das Kind samt Sitz explosions­artig Richtung Fahr­zeugheck schleudern – lebens­gefähr­lich für das Kind. Meist wird der Airbag mit einem Schlüssel deaktiviert, Mercedes verlässt sich auf eine auto­matische Sitzbelegungs­erkennung. Die schaltet den Airbag selbst­tätig ab, wenn ein Kleinkind im Kinder­sitz den Beifahrer­platz belegt. Genau diese Sitzbelegungs­erkennung funk­tioniert bei einigen Modellen nicht zuver­lässig.

Airbag wird in manchen Fällen irrtümlich deaktiviert

Die Sitzbelegungs­erkennung registriert auch, wenn ein Erwachsener auf dem Beifahrersitz Platz nimmt. Sie schaltet dann den Airbag scharf, weil dieser bei einem Unfall den Beifahrer besser schützt als ein Sicher­heits­gurt. Wenn die Fahr­zeug­elektronik aber den Erwachsenen als Kinder­sitz identifiziert, wird der Airbag deaktiviert und löst bei einem Unfall gar nicht erst aus. Helfen kann dann nur noch der obliga­torische Drei­punkt­gurt. Dieser schützt jedoch nicht gut genug vor Unfall­folgen. Laut Rapex, dem Schnell­warn­system der Europäischen Kommis­sion, ist eine nicht ordnungs­gemäß montierte Steuer­einheit für die Sitzhei­zung ursächlich für den Defekt. Es kann zu Interferenzen mit der Sitzbelegungs­erkennung kommen, die eine korrekte Identifizierung des Beifahrers verhindern.

Was passiert jetzt?

Der Fehler wird von Mercedes-Benz unentgeltlich behoben. Die Besitzer der betroffenen Fahr­zeuge wurden vom Kraft­fahrt­bundes­amt über den Rück­ruf informiert. Sie können sich an jede beliebige Mercedes-Vertrags­werk­statt wenden. Weitere Infos gibt es über die Mercedes-Hotline 00800 / 1777 7777.

Tipp: Beim aktuellen Test Kindersitz einbauen wurde auch die C-Klasse-Limousine von Mercedes Benz geprüft. Der Test von 86 Autos aller Klassen zeigt, welche Modelle besonders viel Platz für Kinder bieten.

Mehr zum Thema

  • Abgas­skandal Wie Dieselfahrer Schaden­ersatz bekommen

    - Viele Auto­hersteller haben illegal getrickst. Audi, Daimler, Fiat, Porsche und VW müssen Käufer betroffener Autos entschädigen. Hier finden Sie alle Informationen.

  • Europäisches Notrufsystem Viele Auto­hersteller nutzen eCall nicht

    - Neuzugelassene Auto­typen brauchen ein Notruf-Modul. Dafür gibts die EU-Lösung eCall. Deutsche Hersteller setzen auf eigene Lösungen. Das kritisiert der ADAC aus guten...

  • Punkte in Flens­burg So funk­tioniert das Fahr­eignungs­register

    - Ab 8 Punkten in Flens­burg ist man den Führer­schein los. Die Punkte verfallen aber nach einiger Zeit. Noch im Jahr 2021 soll ein neuer Bußgeldkatalog kommen.