Rück­ruf Gold­pack Haselnüsse Meldung

Vorsicht in der Weihnachts­bäckerei: Die österrei­chische VOG-Gruppe ruft ihre frisch geriebenen Haselnüsse der Marke Gold­pack in der 200-Gramm-Packung zurück. Betroffen ist die Charge L15289V022 mit dem Mindest­halt­barkeits­datum 10/2016. Grund sind stark erhöhte Werte an Aflatoxinen. Das sind von Schimmelpilzen gebildete Gifte. Auch verschiedene deutsche Händler und der Onlinehändler Amazon hatten die Nüsse im Angebot.

Bei Behörden­kontrollen fest­gestellt

Ob Haselnuss­plätz­chen oder Nuss­kuchen – geriebene Haselnüsse sind in der Advents­zeit eine wichtige Zutat. Die frisch geriebenen Haselnüsse der Marke Gold­pack (200g-Packung) mit der Chargen-Nummer L15289V022 und dem Mindest­halt­barkeits­datum 10/2016 sollten Nuss­fans aber nicht in ihren Teig rühren. Der Anbieter, die österrei­chische VOG AG, ruft die betroffenen Tüten vorsorglich zurück. Behörden hatten bei einer Kontrolle stark erhöhte Aflatoxin-Werte fest­gestellt. Das teilte eine Sprecherin des Unter­nehmens test.de auf Nach­frage mit.

Aflatoxine können krebs­er­regend sein

Wenn Nüsse nicht richtig getrocknet, gelagert oder trans­portiert werden, kann Schimmel entstehen. Hitze und hohe Luft­feuchtig­keit in vielen Anbauländern fördern das Wachs­tum von Pilzen der Aspergillus-flavus-Gruppe. Diese bilden giftige Stoff­wechsel­produkte: Aflatoxine. Sie können erbgutver­ändernd wirken, Fehl­bildungen beim ungeborenen Kind hervorrufen und auf Dauer die Leber schädigen. Das Krebs­risiko der verschiedenen Aflatoxine ist unterschiedlich hoch, am höchsten ist es beim Aflatoxin B1. Als Höchst­gehalte sind EU-weit 5 Mikrogramm pro Kilogramm für Aflatoxin B1 und insgesamt 10 Mikrogramm pro Kilogramm für die Aflatoxine B1, B2, G1 und G2 zusammen fest­gelegt. Die zurück­gerufenen Gold­pack-Haselnüsse über­schreiten beide Höchst­gehalte: Laut Vertreiber VOG wurde bei ihnen für B1 ein Wert von 9,6 Mikrogramm pro Kilogramm und für die Summe aus B1, B2, G1 und G2 ein Wert von 23,3 Mikrogramm pro Kilogramm analysiert.

In verschiedenen deutschen Märkten angeboten

Die zurück­gerufenen Nüsse waren nicht nur in Österreich, sondern auch in verschiedenen Märkten in Deutsch­land erhältlich. Der Anbieter hat sie unter anderem an den Online-Händler Amazon geliefert. An welche Filialen die Nüsse ausgeliefert wurden, können Sie unserer Tabelle entnehmen. Wer Packungen der betroffenen Charge gekauft hat, kann diese am Einkaufsort zurück­geben und bekommt den Kauf­preis erstattet – auch ohne Kauf­beleg.

Backen zerstört Aflatoxine nicht

Beim letzten Test von Haselnüssen und Mandeln waren übrigens 37 von 43 Produkten unbe­lastet. Grund­sätzlich Entwarnung geben konnte die Stiftung Warentest damals trotzdem nicht: Aflatoxine lassen sich in Nüssen nicht gänzlich vermeiden. Sie können in den Packungen auch extrem ungleich­mäßig verteilt sein, denn Schimmelpilze bilden Nester.

Achtung. Mit bloßem Auge sind Schimmelpilze oft nicht erkenn­bar – gerade in gemahlenen Nüssen und Mandeln. Auch durch Backen kann man den hitze­stabilen Aflatoxinen nicht beikommen.

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