Rück­ruf 4-Korn-Getreidebrei von Alnatura Meldung

Das Bio-Handels­unternehmen Alnatura ruft aus Gründen des vorsorgenden Verbraucher­schutzes einen 4-Korn-Getreidebrei zurück, der für Babys nach dem 4. Monat angeboten wird. In einer Packung waren Spuren von Tropanalkaloiden gefunden worden. Diese sekundären Pflanzen­stoffe können ab einer bestimmten Menge schädliche Wirkungen haben.

Produkte mit einem Mindest­halt­barkeits­datum zurück­gerufen

Von dem Rück­ruf betroffen ist der 4-Korn-Getreidebrei für Babys nach dem 4. Monat in der 250-Gramm-Packung mit dem Mindest­halt­barkeits­datum (MHD) 30.11.2015. Das MHD ist auf dem Boden der Verpackung zu finden. Auf Anfrage von test.de erklärte eine Sprecherin von Alnatura, dass im Rahmen einer behördlichen Routine­kontrolle in einer Packung des 4-Korn-Getreidebreis mit dem entsprechenden MHD Spuren des Tropanalkaloids Atropin gefunden worden seien. Alnatura habe darauf­hin ein unabhängiges Labor beauftragt, diese und andere Chargen des Produkts sowie andere Getreidebreisorten zu unter­suchen. Dabei seien keine Tropanalkaloide nachgewiesen worden, so die Sprecherin. Alnatura ruft den Brei dennoch vorsorglich zurück.

Tropanalkaloide können durch die Ernte in Getreide­produkte gelangen

Tropanalkaloide (TA) sind sekundäre Pflanzen­stoffe, die in bestimmten Pflanzen wie Bilsenkraut, Stech­apfel oder Toll­kirsche vorkommen. Es gibt über 200 verschiedene TA-Verbindungen. Sie dienen den Pflanzen zur Abwehr von Fraß­feinden. Atropin ist eines der bekann­testen TA, es wird zum Beispiel auch als Arznei­mittel­wirk­stoff einge­setzt. Es kann „bereits in nied­riger Dosierung die Herz­frequenz und das zentrale Nerven­system beein­flussen“. Das schreibt das Bundes­institut für Risiko­be­wertung (BfR) in einer Stellungnahme vom November 2013 zu Tropanalkaloidgehalten in Getreideprodukten. Dem BfR seien bisher keine Fälle einer gesundheitlichen Beein­trächtigung von Säuglingen, Klein­kindern oder Verbrauchern aus anderen Alters­gruppen durch den Verzehr von TA-kontaminierten Erzeug­nissen bekannt geworden. Getreide kann bei der Ernte mit Samen­körnern von Pflanzen verunreinigt werden, die TA enthalten. Alnatura weist darauf hin, dass einzelne Fremdsaaten bei der Ernte nie auszuschließen seien. Sie würden sich nach der Ernte aber gut aussortieren lassen.

Der Kauf­preis wird erstattet

Ein großer Teil der Ware sei bereits vor der Auslieferung gesperrt worden, die im Handel befindlichen Produkte wurden aus den Regalen genommen – so die Information von Alnatura. Kunden, die den Brei mit dem Mindest­halt­barkeits­datum 30.11.2015 bereits gekauft haben, werden gebeten, das Produkt zurück­zubringen. Der Kauf­preis wird erstattet. Bei Rück­fragen können sich Verbraucher telefo­nisch unter 06257 - 93220 direkt an Alnatura wenden.

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