Rück­gaberecht beim Auto­kauf Meldung

Wohin mit der Kippe? Für Raucher keine Bagatelle.

Wer ein neues Auto bestellt, darf vom Kauf zurück­treten, wenn das Modell nicht wie gewünscht geliefert wird – und es sich nicht um eine Bagatelle handelt. Das hat ein Gericht entschieden. Eine Raucherin hatte geklagt, weil ihr Wagen keinen Aschenbecher enthielt. test.de sagt, welche Rechte Käufer haben, und worauf bei Privatkäufen zu achten ist.

Getränkehalter keine Alternative

Eine passionierte Raucherin war nicht glück­lich, als ihr 135 000 Euro teures Auto geliefert wurde. Tech­nisch war der Wagen zwar top, eine Kleinig­keit fehlte aber: der Aschenbecher. Einen nach­zurüsten, war nicht möglich. Sie solle doch eine Dose in den Getränkehalter stellen, um dort hinein zu aschen, empfahl der Händler. Doch die Käuferin wollte den Wagen zurück­geben. Der Fall ging vor Gericht.

Händler muss das Auto zurück­nehmen

Das Land­gericht Osnabrück gab der Käuferin recht: Der Händler muss das Auto zurück­nehmen (Az. 13 U 73/14). Denn ausdrück­lich vereinbart war eine Lieferung mit einem fest installierten und beleuchteten Aschenbecher. „Die Nutzung einer Aschenbecherdose im Getränkehalter ist dem Halter nicht zuzu­muten“, erklärten die Richter. Für Raucher sei ein fehlender Aschenbecher keine Bagatelle.

Nachbessern ist erlaubt

Ein Rück­tritt vom Kauf ist bei einem „erheblichen Mangel“ möglich. Der Bundes­gerichts­hof (BGH) hat fest­gelegt: Wenn die Mängel­beseitigungs­kosten mehr als fünf Prozent des Kauf­preises betragen, ist die Bagatell­grenze über­schritten (Az. VIII ZR 94/13). Bevor ein Kauf­vertrag rück­gängig gemacht werden kann, muss der Händler zunächst die Chance haben, nach­zubessern. Im Fall der Auto­käuferin etwa, einen Aschenbecher nach­zurüsten.

Das gilt beim Privatkauf

Bei einem Kauf von Privatpersonen hat der Käufer in der Regel schlechte Karten. Es sei denn, der Verkäufer hat bestimmte Eigenschaften versprochen. Zum Beispiel, dass er das Getriebe vor dem Kauf erneuert. Stimmt das nicht, muss er das nach­holen oder den Wagen zurück­nehmen.

Tipp: Egal ob Sie Ihr Auto beim Händler oder von einer Privatperson kaufen: Halten Sie alle Absprachen schriftlich im Vertrag fest. Dann können Sie im Ernst­fall Ihre Ansprüche auch nach­weisen.

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