Operation und Reha-Maßnahmen

Nur sehr selten sind Operationen bei Rückenbeschwerden sinnvoll und auch von dauerhaftem Erfolg. Trotzdem werden noch immer zu viele Patienten mit Rückenproblemen operiert. Am häufigsten ist die Bandscheibenoperation. In Reha-Maßnahmen oder auch durch einen Kuraufenthalt lernen Patienten nach einem operativen Eingriff, ihren Rücken zu stärken und rückenfreundlicher zu leben. Doch auch bei akuten und chronischen Schmerzen kann ein mehrwöchiger Kuraufenthalt Beschwerden lindern oder sogar beheben. test.de zeigt, wann eine Bandscheiben-OP sinnvoll ist und welche Reha-Maßnahmen möglich sind.

Bandscheibenoperation

Eine Operation der Bandscheiben ist nur bei Rücken- und Beinschmerzen sinnvoll, die eindeutig von den Nervenwurzeln ausgehen. Bei unspezifischen Problemen kann die Operation dagegen nicht helfen. Vor einem Eingriff sollten Betroffene immer die Meinung eines zweiten Arztes einholen und Vor- und Nachteile in Ruhe abwägen. Denn selbst starke Schmerzen sind kein zwingender Grund. Oft klingen die Beschwerden wieder ab, bevor der OP-Termin ansteht. Ob der Eingriff dauerhaft Schmerzen beseitigt, hängt darüber hinaus vom Patienten ab: Er muss aktiv an der Rehabilitation mitwirken und auch seinen Alltag rückenfreundlich gestalten.

Notfall Reithosensyndrom

Nur im Notfall, etwa bei einem Reithosensyndrom, muss sofort operiert werden. Dabei ist die Haut im Bereich von Gesäß und Beininnenflächen auf einer oder beiden Seiten taub. Zusätzlich können Lähmungserscheinungen und starke Kreuz- sowie Beinschmerzen auftreten. In einigen Fällen kommt es auch zum Kontrollverlust über Darm und Blase. In solchen Fällen verhindert eine Operation bleibende Nervenschäden und Lähmungen.

Reha und Kur

Eine mehrwöchige Reha-Maßnahme oder eine Kur (so genannte Vorsorgeleistung) wirkt körperlich, aber auch seelisch stabilisierend. Akute und auch chronische Beschwerden können durch umfangreiche physiotherapeutische, sportmedizinische und psychologische Behandlungsprogramme gelindert werden. Auch der nötige Abstand zum Alltag, beruflichen oder familiären Problemen hilft bei der Behandlung. Patienten haben folgende Möglichkeiten:

  • Ambulante Vorsorgeleistung. Sie dient der allgemeinen Vorsorge und soll die Gesundheit stabilisieren. Arbeitnehmer müssen in der Regel Urlaub nehmen, da es keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Krankengeld gibt. Der Anspruch auf ambulante Vorsorgeleistungen besteht nach entsprechender Empfehlung des Arztes alle drei Jahre.
  • Ambulante Rehabilitation. Diese Kompaktprogramme für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen werden immer öfter angeboten. Patienten wohnen zwar weiter zu Hause, verbringen ihren Tag aber in speziellen Einrichtungen. Dort absolvieren sie ein fest strukturiertes Behandlungsprogramm. Patienten zahlen dafür im Allgemeinen einen Eigenanteil von 10 Euro pro Tag.
  • Stationäre Rehabilitation. Nach einer überstandenen Krankheit, bei chronischen Beschwerden oder auch zur Stabilisierung der Gesundheit bietet die stationäre Rehabilitation ein intensives Behandlungsprogramm. Zudem soll diese Maßnahme die berufliche Leistungsfähigkeit wiederherstellen oder sichern, wenn diese durch eine Erkrankung gefährdet ist. Patienten wohnen während der Behandlung in einer Kur- oder Rehaklinik. Der Eigenanteil für Unterkunft und Verpflegung liegt bei 10 Euro pro Tag für längstens aber 28 Tage.
  • Anschlussheilbehandlung. Sie erfolgt im Anschluss an eine Operation oder sonstige intensive Therapie nach einer schweren Erkrankung. Durch die Behandlung sollen Beschwerden und körperliche Beeinträchtigungen infolge eines operativen Eingriffs oder einer überstandenen Krankheit behoben oder verringert werden. Den Antrag auf die Maßnahme begründet bereits der Arzt im Krankenhaus. Spätestens 14 Tage nach der Entlassung müssen Patienten die Anschlussbehandlung antreten.

Hinweis: Für Berufstätige, Hausfrauen und Hausmänner, die 15 Jahre als Berufstätige versichert waren, übernehmen die Rentenversicherungsträger die Kosten. Wer infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufserkrankung eine Maßnahme antritt, muss sich an den Unfallversicherungsträger oder die Berufsgenossenschaft wenden.

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