Selbsthilfe bei Schmerzen

Es gibt einfache, aber bewährte Mittel, die helfen, akute Rückenschmerzen zu lindern. Die wichtigsten Sofortmaßnahmen sind Stufenlagerung, Wärme oder Kälte, Entspannung sowie Bewegung. Kurzfristig können auch rezeptfreie Schmerzmittel unterstützend wirken. test.de zeigt, was bei akuten Schmerzen hilft.

Selbsthilfe

Es gibt wirksame Sofortmaßnahmen, die jeder anwenden kann, wenn Rückenschmerzen auftreten:

  • Stufenlagerung. Bei Kreuzschmerzen ist dies die erträglichste Körperposition. Legen Sie sich flach auf den Rücken (am besten auf eine warme Decke) und lagern Sie die Beine hoch. Die Unterschenkel müssen dabei in einem 90-Grad-Winkel zu den Oberschenkeln auf einer Unterlage liegen. Diese muss so hoch sein, wie die Oberschenkel lang sind. In Sanitätshäusern gibt es dafür spezielle Schaumstoffwürfel. Sonst sind aber auch Hocker, Stühle oder Sessel geeignet. Den Kopf sollte ein kleines Kissen oder eine Nackenrolle stützen. Sie sollten aber nicht zu lange so unbeweglich liegen bleiben, sondern zwischendurch aufstehen und ein wenig umhergehen.
  • Wärme. Schmerzhafte Muskelverspannungen sind fast immer eine Begleiterscheinung von Rückenproblemen. Wärmeanwendungen beruhigen und entkrampfen die Muskelfasern, steigern die Durchblutung und lindern Schmerzen. Zu Wärmeanwendungen zählen etwa Wannenbäder (nicht heißer als 39 Grad und nicht länger als 20 Minuten), Wärmflaschen, Heizkissen, warme Leibwickel oder Fangopackungen. Sie sollten die schmerzenden Körperstellen auch im Alltag warmhalten - am besten mit Wolltuch oder Schal. Auch durchblutungsfördernde Salben und Cremes können helfen.
  • Kälte. Bei Nervenreizungen wie Ischias oder Entzündungen hilft Kälte dagegen besser. Sie hemmt Durchblutung und Stoffwechsel des gekühlten Bereichs und wirkt leicht betäubend. Zur Anwendung eignen sich gestoßenes Eis im Plastikbeutel, gelhaltige Kältepacks oder kühle Wickel. Schlagen Sie diese aber immer in ein Handtuch ein, damit die Haut keine Erfrierungen bekommt.
  • Entspannung. Während Sie in der Stufenlagerung liegen, können Sie die Entspannung durch tiefe Bauchatmung fördern: Atmen Sie langsam und regelmäßig in den Unterkörper hinein und wieder hinaus. Legen Sie dabei eine Hand auf den Bauch. Versuchen Sie, sich auf das Atmen zu konzentrieren und die Schmerzen für eine Weile zu vergessen. Das intensive und bewusste Musikhören hat einen ähnlich entspannenden Effekt.
  • Bewegung. Einfache Dehn- und Kräftigungsübungen, die die Muskeln wieder aktivieren, können Sie auch im Liegen durchführen. Viele Patienten empfinden zudem Gehen als angenehm. Dabei werden die Muskeln sanft massiert und die Wirbelgelenke bewegt. Wenn Sie können, machen Sie also ruhig einen Spaziergang.

Schmerzmittel

Rückenschmerzen sprechen meist gut auf Schmerzmittel an. Wer unter akuten Beschwerden leidet, sollte kurzfristig ruhig zu Medikamenten greifen. Klingen die Schmerzen ab, gelingt es viel besser sich zu entspannen und zu bewegen. Auch der Teufelskreis aus Schmerz-Verspannung-stärkerer Schmerz wird unterbrochen. Allerdings: Akute Rückenschmerzen sollten Betroffene nicht länger als drei Tage selbst „behandeln“. Klingen die Beschwerden danach nicht ab, ist der Arztbesuch Pflicht. Der Arzt entscheidet dann, ob eine weitere Behandlung mit stärkeren Schmerzmitteln, örtlicher Betäubung oder Psychopharmaka zur Schmerzlinderung sinnvoll ist.

Hinweis: Für die Selbstmedikation gilt: Nehmen Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Erst wenn die Schmerzen zur Belastung werden, sollten Sie zu Medikamenten greifen. Nehmen Sie Mittel mit nur einem Wirkstoff. Das reduziert mögliche Nebenwirkungen. Ibuprofen gilt mittlerweile als Mittel der Wahl bei leichten und mittelstarken Schmerzen. Sie können aber auch Schmerzmittel mit den Wirkstoffen ASS, Naproxen oder Diclofenac nehmen. test.de gibt eine Übersicht über geeignete Schmerzmittel.

Zum Arzt

Verspannungsbedingte Rückenschmerzen klingen durch Selbsthilfemaßnahmen und ein wenig Ausspannen nach drei bis vier Tagen wieder ab. Dauern die Schmerzen länger an, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Dieser kann abklären, welche Ursachen die Schmerzen haben. Bei den folgenden Anzeichen ist ein Arztbesuch sofort ratsam, da es sich um eine ernsthafte Erkrankung handeln kann:

  • Schlechtes Allgemeinbefinden, Fieber
  • ausgeprägte neurologische Störungen: Lähmungen, Taubheitsgefühle, Verlust der Kontrolle über Blasen- und Mastdarmfunktion
  • bewegungsunabhängige Schmerzen, Hinweise auf oder bereits bekannte entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Osteoporose, Immun- oder Krebserkrankung
  • vorangegangener Unfall
  • Alter des Patienten unter 20 Jahre

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