Rucksäcke Test

Eastpak Montana (rechts) und Esprit 1968 (links). Beide cool, aber
nur Eastpak ist gut.

Cool müssen sie sein, angesagt und bequem: Rucksäcke für Jugendliche. Manche sehen aber lächerlich aus. „Damit würde ich nicht auf die Straße gehen“, sagen Jugendliche. Andere Rucksäcke sind zwar cool, aber unpraktisch: Bei Regen werden die Sachen pitschnass. Im Test: 18 Rucksäcke für Schule und Freizeit. test.de zeigt die besten Modelle.

Nicht lächerlich machen

Cool soll der Rucksack sein. Und die Marke muss stimmen. Deshalb geben Jugendliche den Ton an: Welche Modelle würden sie kaufen? Marc, Lisa, Fabian, Steffi, Marcus und Theresa bewerteten den Coolness-Faktor der getesteten Rucksäcke. Die Jugendlichen sind 13 bis 15 Jahre alt. Der 4You Reflexx oder der Take it Easy kämen ihnen nicht auf den Rücken. „Wir wollen uns doch nicht lächerlich machen.“

Die Clique sagt, wo's langgeht

Was gerade angesagt ist, variiert von Clique zu Clique. Der Rucksack symbolisiert die Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Auch das Alter spielt eine Rolle. Jugendliche wollen nicht aussehen wie Viertklässler. Mit Qualität hat der Coolness-Faktor nur wenig zu tun. Beispiel: Nike Back to School. Ein guter Rucksack, eine große Marke. Sehr gut verarbeitet dazu. Für Jugendliche aber nicht cool genug. Vielleicht liegts am Namen.

Nicht wasserdicht

Auch Jack Wolfskin patzt. Bei Globetrottern beliebt, bei Jugendlichen unten durch – der Rucksack mit Wolfstatzen. Immerhin sind sich hier erwachsene und jugendliche Tester einig: Der Jack Wolfskin Berkeley bekommt auch im Labor keine guten Noten. Das Modell ist nicht wasserdicht.

Esprit geht baden

Noch schlimmer wirds beim Esprit 1968. Baumwolle pur: Nach zehn Minuten im Regen ist der Rucksack pitschnass. Der Inhalt auch. Wird der Rucksack abgestellt, dringt Bodenwasser ein. Die Experten registrieren fast einen Dreiviertelliter Wasser im Innenraum. Ein Handy hätte hier nur wenig Überlebenschancen. Dabei ist der Esprit klarer Favorit bei den jugendlichen Testern: very cool. Aber auch: very nass. Mangelhaft, sagen die erwachsenen Tester zum Material.

Pills im Wollpullover

Der Labortest zeigt noch etwas, was der Alltag erst sehr viel später offenbart: den Pilling-Effekt der Rucksäcke. Pilling-Effekt heißt, dass sich die Fasern der Kleidung zusammenräufeln, wenn sie am Rucksack oder an den Gurten scheuern. Wolle und Faserpelz (Fleece) sind hier besonders empfindlich. Flauschige Kleidung bildet allmählich hässliche Knötchen – Pills genannt. Bis zu 5.000 mal scheuerte das Rucksackmaterial im Labor über Maschenware und Fleece. Ergebnis: Kein Rucksack geht wirklich sanft mit der Kleidung um. Besonders ausgeprägt ist der Pilling-Effekt bei den Modellen von Eastpak, Burton Circuit 2, Take it Easy Actionbags und Esprit 1968. Die Knötchen im Pullover lassen sich übrigens nicht mehr entwirren. Da hilft nur vorsichtiges Abrasieren.

Trocken, cool und gut

Bei drei Modellen sind sich junge und alte Tester schließlich einig: Coole Optik und gute Qualität bieten Eastpak Montana, Trunk&Co by Samsonite Hisize und Puma Athletic Backpack. Der Puma kostet nur 26 Euro. Der Eastpak Montana ist von den dreien am besten gegen Wasser gefeit. Aber: ausgeprägter Pilling-Effekt. Vorsicht also mit dem Wollpullover.

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