Rucksäcke Test

Wer zu einer Tageswanderung aufbricht, muss allerlei Utensilien mitnehmen – am besten in einem bequemen Wanderrucksack. Im Test empfehlen sich 11 von 16 als „gut“.

Schon seit langem ist das Wandern nicht mehr nur des Müllers Lust. Es findet immer mehr begeisterte Anhänger. Wer den ganzen Tag in der Natur unterwegs ist, muss Verpflegung und Wasserflasche, Regenjacke und oft auch die Foto­ausrüs­tung mitnehmen. Das wiegt schnell fünf bis sieben Kilogramm.

Am besten lässt sich alles in speziellen Wander­ruck­säcken verstauen. Gepolster­te Schulter- und Hüftgurte verteilen die Last gleichmäßig und eine belüftete Rü­ckenkons­truktion sorgt dafür, dass der Wanderer nicht so rasch ins Schwitzen kommt. Mit einem angegebenen Volumen von rund 30 Litern ordnen sich die Rucksäcke zwischen Daypacks und Trekkingrucksäcken ein.

Sechs Wanderer zum Test unterwegs

Rucksäcke Test

Das Volumen der Rucksäcke wird mithilfe von Kugeln „ausgelitert“.

Mit einer Gruppe von sechs Testwander­ern, Frauen und Männer unterschiedlicher Größe und Statur, prüften wir 16 dieser Rucksäcke. Der Auftrag der Wanderer bestand darin zu beurteilen, wie sich die Testbeladung verstauen und tragen lässt. Weite Öffnungen, ein geteiltes Hauptfach und leichtgängige Reißverschlüsse erleichtern das Packen. Nebenfä­cher für Wert­sachen, Regenhülle oder Wasserflasche finden sich oben, unten oder seitlich am Rucksack. Hier sind oft auch die Halte­schlaufen angebracht, an denen sich Wanderstöcke befestigen lassen. Die Ausstattung moderner Rucksäcke ist schon so umfangreich, dass für sie eine detaillierte Gebrauchsanleitung wünschenswert wäre. Doch viele Anbieter legen nur dürftige oder gar keine Anleitungen bei.

Schweres soll nicht unten liegen

Rucksäcke Test

Das ist die vorgegebene Testbeladung für die Tageswanderung unserer Tester.

Wichtig ist eine Anleitung nicht nur für das richtige Packen und Tragen, sondern auch für die körpergerechte Anpassung der Gurte und Rückenkonstruktion. Beides wird oft falsch gemacht: Schweres soll nicht unten im Rucksack liegen und die Last nicht an den Schultergurten zerren (wie es richtig geht, siehe „Einstellungssache“).

Insgesamt erreichten 11 der 16 Rucksäcke das test-Qualitätsurteil „gut“. Einen durchweg positiven Eindruck hinterließen die geprüften Rucksäcke bei den Laborprüfungen. Sauber verarbeitete und verriegelte Nähte überzeugen ebenso wie die hohe Belastbarkeit von Schnallen und Schlaufen. Nur bei einigen Marken war das Material weniger scheuerfest, während sich Mammut und besonders The North Face beim Scheuertest als geradezu „unkaputtbar“ erwiesen. Die Rucksäcke färben beim Schwitzen nicht auf die Kleidung ab. Unter starker Sonneneinstrahlung verblassen jedoch einige, vorwiegend rote Rucksäcke. Der Globetrotter war am Ende der Prüfung auf Lichtechtheit grau statt grün. Wer diesen Naturburschenlook nicht mag, wählt besser eine andere Farbe, zum Beispiel blau.

Vom Material und der Verarbeitung hängt auch ab, wie wasserdicht der Rucksack ist. Der Inhalt des Hauptfachs blieb im Test meist trocken, sofern der Deckel und alle Reißverschlüsse sorgfältig geschlossen waren. Für den Fall unerwarteter Wolkenbrüche sollte der Rucksack eine integrierte Regenhülle haben, die sich passgenau über ihn stülpen lässt. Um die Regenhülle gut trocknen zu können, sollte sie aber vom Rucksack abtrennbar sein.

Die richtige Größe kaufen

Rucksäcke Test

Die Prüfung der Lichtechtheit brachte bei einigen Rucksäcken schlechte Ergebnisse.

Rucksäcke, die im Laden mit Papier oder Luftpolsterfolie ausgestopft sind, entsprechen in Form, Schwerpunkt und Gewicht nicht der Praxis. Überlegen Sie deshalb vor dem Kauf, welche Dinge Sie einpacken wollen und lassen Sie sich im Laden eine solche Beladung zusammenstellen. Passt die Rückenlänge? Wenn nicht: Ein anderes Fabrikat probieren oder eins mit verstellbarer Rückenlänge (siehe Tabelle unter Ausstattung). Der Hüftgurt muss wirklich über die Hüften führen und nicht über den Bauch, sonst ist der Rucksack eindeutig zu klein. Durch seitlich angebrachte Kompressionsgurte lässt sich das Volumen teilbeladener Rucksäcke verkleinern. Das bringt den Schwerpunkt der Last näher an den Körper. Bei einigen Modellen ist auch eine Erweiterung des Hauptfachs nach oben möglich.

Netzrücken oder Schaumpolster

Rucksäcke Test

Vor dem Kauf anprobieren und die richtige Rucksackgröße wählen.

Der Netzrücken, straff über ein gewölbtes Metall- oder Kunststoffgestell gespannt sorgt für Abstand zwischen Rucksack und Benutzer, der dadurch weniger schwitzen soll. Je größer jedoch die schaumgepolsterten Auflageflächen an Schultern und Hüfte (zum Beispiel Big Pack), desto geringer ist die Belüftung. Durch Ventilationskanäle im Schaumpolster lassen sich einige Rucksäcke auch ohne Netzgestell recht angenehm tragen (zum Beispiel Northland). Vorteilhaft ist hier auch, dass der Schwerpunkt der Last näher am Körper ist als bei den weiter abstehenden Gestellen. Kletterer haben die Last gern näher am Rücken. Der Tourenwanderer in leichtem Gelände schätzt meist die Belüftung des Rückens durch das Netz.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2604 Nutzer finden das hilfreich.