Rotwein Test

Zum Weihnachts­menü einen beson­deren Rot­wein gefällig? Kein Problem: test hat pünktlich zum Fest 24 trockene, markt­bedeutende Rotweine aus den wichtigsten europäischen Anbau­ländern getestet. Die Experten empfehlen Festtags­weine ab 5 Euro. Außerdem: Vorschläge, welcher Wein zu welchen Speisen passt.

Keine Spitzenqualität für 5 bis 13 Euro

Für Wein geben die Deutschen pro Kopf durch­schnitt­lich 91 Euro im Jahr aus – mehr als für Bier. Am häufigsten kaufen sie Weine für weniger als 5 Euro pro Flasche. Über die Feiertage darf Wein aber oft etwas mehr kosten – wohl in der Hoff­nung auf einen besonderen Tropfen. Allerdings: Im getesteten Preissegment für 5 bis 13 Euro pro Flasche trafen die Tester nicht auf Spitzenqualität. Weder im Weinfach­handel noch im Discounter, Supermarkt oder Bioladen. Immerhin bekommen zwei Drittel der Rotweine im Test aber gute Noten für Aussehen, Geruch, Geschmack und Mund­gefühl.

Spanische Weine über­zeugen

Vor allem die vier spanischen Weine über­zeugen: Sie schnitten bei der Verkostung durch geschulte Prüfer alle gut ab. Mit 5 Euro pro Flasche am güns­tigsten sind der Rioja Guia real von Aldi (Süd) und der Finca de la Vega von Edeka. Beide sind vom Jahr­gang 2006 und Reservas, das heißt sie mussten mindestens 36 Monate reifen, davon zumindest 12 Monate im Eichenfass. Die Tester empfehlen die kräftigen, auch noch lager­fähigen Weine zu dunkler Schokolade.

Lidl-Spätburgunder mit Sauerkrautnote

Beim Wein können Nase und Gaumen voll auf ihre Kosten kommen. Aber nicht, wenn Geruch und Geschmack an Sauerkraut oder Gülle erinnern. Derartig fehler­hafte Noten hatte der 2009er Spätburgunder von Lidl aus der Reihe „Junge Winzer“ für 6 Euro. Außerdem schmeckt er scharf und beißt auf der Zunge. Nicht zu empfehlen ist auch der 2008er Ahrweiler Kloster­berg Spätburgunder für 7 Euro. Er ist untypisch für Spätburgunder, sauer und unausgewogen mit vordergründigen Maggi- und Gemüsenoten. Ein sensorisch guter Spätburgunder kommt von der Dagernova Weinmanu­faktur für 11,50 Euro, den die Tester unter anderem zu Rehkeule empfehlen. Güns­tigere und auch empfehlens­werte deutsche Weine sind der Rietburg Dorn­felder für 6,50 Euro und der Vier Jahres­zeiten Saint Laurent für 5,30 Euro.

Frank­reich: Baron Philippe de Roth­schild für 6 Euro

Von den sechs französischen Weinen im Test ist der Teuerste auch der sensorisch Beste: Für den Château Haut-Lavignère, einen 2008er Bordeaux, bezahlten die Tester bei Kaiser’s Tengelmann 10 Euro. Das ist für seine kontrollierte Ursprungs­bezeichnung Saint-Emilion Grand Cru („großes Gewächs“) aber noch ein kleiner Preis. Güns­tiger und sensorisch auch noch gut ist ein 2009er Bordeaux mit dem Namen des renommierten Erzeugers Baron Philippe de Roth­schild: Für 6 Euro ist er zu haben.

Italien: Eine Empfehlung zum Gänse­braten

Aus Italien waren vier Weine aus der Toskana, einer aus dem Piemont und einer aus Sizilien im Test­feld. Der Sizilianer, Miceli Breus, für 12,80 Euro von Jacques’ Weindepot und der Chianti Classico Portella di Castelli von Real für 7,50 Euro wurden von den Wein­experten in der Verkostung sensorisch am besten beschrieben. Zum klassischen Weihnachts­essen, dem Gänse­braten, empfehlen die Tester den Mocali Rosso di Montalcino für 12,90 Euro. Er und der Bio-Merlot von der Domaine des Souliés haben aber einen höheren Gehalt an Alkohol als auf dem Etikett steht. Die Abweichung war bei beiden größer als erlaubt – sie hätten so nicht verkauft werden dürfen.

Was die Laborprüfungen ergaben

Die Tester haben alle Rotweine auch im Labor unter­suchen lassen. In sechs Weinen waren keine Rück­stände von Pflanzen­schutz­mitteln nach­weisbar. In allen anderen lagen sie unter den Grenz­werten. Kein Wein enthielt Schimmelpilzgift. Arsen und Schwer­metalle wie Kupfer und Blei wurden allenfalls in geringen, unbe­denk­lichen Mengen gefunden. Hinweise auf Verfälschungen und falsche Herkunfts­angaben gab es nicht.

Zum Weiterlesen

Bild­strecke: So wird Rotwein hergestellt
Tipps: Auswählen und lagern, servieren und trinken
Alle Test­ergeb­nisse: Dazu Infos zu Rebsorten, Herkunfts­angaben und Tipps, welcher Wein zu welchen Speisen passt, in der vollständigen Fassung des Rotweintests.

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