Rotkohl im Test

So haben wir getestet

Rotkohl im Test Testergebnisse für 27 Rotkohl 11/2020

Inhalt

Im Test: 27 markt­bedeutende Rotkohlgemüse – 11-mal Rotkohl und 16-mal Apfelrotkohl. Darunter sechs tiefgekühlte Apfelrotkohle und sechs Bioprodukte. Einge­kauft haben wir von Mai bis Juni 2020. Die Preise ermittelten wir durch Befragung der Anbieter im September 2020.

Sensorisches Urteil: 40 %

Fünf geschulte Prüfer beschrieben die Produkte im kalten oder gefrorenen Zustand und nach der Zubereitung gemäß der Packungs­anleitung. Gab es keine Empfehlung, wurden sie 15 Minuten im Topf erwärmt. Die Prüfer erfassten Aussehen, Geruch, Geschmack sowie Konsistenz/Mund­gefühl der anonymisierten Produkte unter gleichen Bedingungen. Fehler­hafte wurden mehr­fach geprüft. Die Prüfer erarbeiteten einen Konsens, er war Basis für die Bewertung. Alle sensorischen Prüfungen lehnten sich an die Methode L 00.90–22 der Amtlichen Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren (ASU) nach § 64 Lebens­mittel- und Futtermittel­gesetz­buch (Allgemeiner Leitfaden zur Erstellung eines sensorischen Profils).

Kritische Stoffe: 20 %

Mit ASU-Methoden wurden die Produkte auf Rück­stände von Pestiziden (ASU L 00.00–115) und Nitrat (ASU L 26.00–1) untersucht. Gehalte an Blei und Aluminium waren unauffäl­lig, Kadmium war in keinem Produkt nach­weisbar.

  • Blei, Kadmium: Aufschluss L 00.00–19/1, Messung ASU L 00.00–135
  • Aluminium: Aufschluss L 00.00–19/1, Messung in Anlehnung an ASU L 00.00–135

Ernährungs­physiologische Qualität: 10 %

Wir begut­achteten eine 150-Gramm-Portion pro Produkt als Teil einer Haupt­mahl­zeit für Kinder (10 bis 13 Jahre) und für Erwachsene (25 bis 65 Jahre). Wir bewerteten die im Labor ermittelten Brenn­werte sowie Gehalte an Salz, Vitamin C und Ballast­stoffen.

Folgende Para­meter wurden nach oder in Anlehnung an ASU-Methoden untersucht:

  • Trockenmasse-/ Wasser­gehalt
  • Rohprotein­gehalt
  • Gesamt­fett­gehalt (fakultativ)
  • Asche
  • Ballast­stoffe
  • Gesamt­säuregehalt
  • Zucker (Glukose, Fruktose, Saccharose, Maltose),
  • Gesamt­zucker­gehalt aus rotkohl-, apfel­eigenen und zugesetzten Zucker (berechnet)
  • Kohlenhydrat­gehalt (berechnet)
  • Physiologischer Brenn­wert (berechnet)
  • Natrium / Salzäquivalente

Vitamin C bestimmten wir mittels HPLC, den Stärke­gehalt fakultativ enzymatisch.

Mikrobiologische Qualität: 5 %

Geprüft wurden die Gesamt­keimzahlen, Verderbnis- und krankmachende Keime. Diese analysierten wir in den Tiefkühl­produkten aus je drei Packungen. Vom Rotkohl aus Glas, Beutel oder Dose wurde je eine Packung untersucht.

Tiefgekühlter Rotkohl:

  • Aerobe und anaerobe mesophile Koloniezahl: DIN EN ISO 4833–2
  • Escherichia coli: ASU L 00.00–132/1
  • Enter­obacteriaceae: ASU L 00.00–133/2
  • Koagulase-positive Staphylokokken: ASU L 00.00–55
  • Salmonellen: ASU L 00.00–20
  • Listeria mono­cytogenes: ASU L 00.00–22
  • Präsumtiver Bacillus cereus: ASU L 00.00–33
  • Hefen und Schimmelpilzen: ISO 21527–1

Rotkohl aus der Konserve:

  • Aerobe und anaerobe mesophile Koloniezahl: DIN EN ISO 4833–2
  • Sulfitreduzierende Clostridien: in Anlehnung ASU L 00.00–57
  • Sowie nochmals nach Bebrütung bei 30°C, 14 Tage

Verpackung: 10 %

Drei Experten testeten Öffnen, Entnehmen, Verschließen und prüften auf Originalitäts­sicherung, Recycling- und Entsorgungs­hinweise. Wir untersuchten Deckeldichtungen, Beutel und beschichtete Kartons auf chlorierte Kunststoffe.

Rotkohl im Test Testergebnisse für 27 Rotkohl 11/2020

Deklaration: 15 %

Wir beur­teilten, ob die Angaben auf der Verpackung lebens­mittel­recht­lich voll­ständig und korrekt sind. Wir prüften Portions­größen­angaben, Zubereitungs- und Lagerungs­hinweise. Drei Experten bewerteten Lesbarkeit und Über­sicht­lich­keit der Angaben.

Weitere Unter­suchungen

Waren natürliche Aromen deklariert, über­prüften wir das, ebenso ob die Dose im Test Zinn enthielt – jeweils ohne Auffälligkeiten. Keine Unstimmig­keiten entdeckten wir bei den als „glutenfrei“ oder „laktosefrei“ oder „vegan“ (auch laktosefrei) gekenn­zeichneten Produkten. Produkte, die „ohne Konservierungs­stoffe laut Handels­brauch“ ausloben, enthielten auch selbst­verständlich keine. Zudem untersuchten wir auf Kalium.

Abwertungen

Durch Abwertungen wirken sich Mängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil aus. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern *) gekenn­zeichnet. Folgende setzten wir ein: Lautete das sensorische Urteil ausreichend, konnte das Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein. War die Deklaration ausreichend, werteten wir das Qualitäts­urteil um eine halbe Note ab.

Rotkohl im Test Testergebnisse für 27 Rotkohl 11/2020

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15 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

oceanbar am 17.01.2021 um 18:17 Uhr
Testsieger?

Haben heute auf Grund des Testergebnisses den Fehler gemacht den Testsieger von iglo zuzubereiten. Wir (4 Personen) sind uns einig: "Geschmacklich eine Katastrophe".

carstello am 11.11.2020 um 12:47 Uhr
Testsieger

Ich kann die gute sensorische Bewertung für den Iglo Rotkohl nicht nachvollziehen. Die Geschmäcker sind zwar verschieden, aber nachdem wir diesen Rotkohl probiert haben: zu ungewürzt und zu wenig Biss, er schmeckt weder süß-sauer noch salzig-pikant...einfach nur langweilig. Das soll der Testsieger sein?

WB1450 am 03.11.2020 um 14:11 Uhr
Vom Sieger enttäuscht

auf Grund der Guten sensorischen Bewertung hab ich den Iglo Rotkohl gekauft.
Jetzt bin ich mehr als Enttäuscht, der Rotkohl wir sagen Rotkraut, hat keinerlei Biss und keinen Kohlgeschmack das schmeckt wie Babynahrung.
Wir bleiben bei Ware aus dem Glas, die schmeckt nach Rotkraut und hat einen Biss.
WB

befok am 30.10.2020 um 14:56 Uhr
Bewertung der Verpackung

ich muss Gildor Muc recht geben .Mir ist das auch aufgefallen .Die Begründung
der Entnahme kann ich nicht nachvollziehen,da die Gläser, die Gildor genannt
hat,alle gleich groß und gleichen Inhalts sind. Das Entnehmen kann also auch kein Kriterium sein.

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.10.2020 um 11:35 Uhr
Bewertung der Verpackung

@GulidorMuc: Nicht das Etikett oder die Farbe des Deckels rechtfertigt diese Unterschiede, sondern im Wesentlichem das Öffnen und Entnehmen. Manche Gläser ließen sich deutlich einfacher öffnen oder beispielsweise ist die Entnahme des Produkts aus Gläsern mit breiten Öffnung leichter. Beim Verschließen der Gläser stellten wir keine Unterschiede fest. Negativ bewerteten wir den Nachweis von chlorierten Kunststoffen im Dichtungsmaterial der Deckel. Positiv sehen wir beispielweise die Angabe eines Entsorgungshinweises für die Verbraucher. Glas ist eben nicht gleich Glas. (bp)