Fruchtige Vielfalt. Gute Säfte gibt es in allen drei Produkt­gruppen im Test.

Bis zu 12 Euro pro Liter verlangen die Anbieter für ihre Cranberry-, Aronia- und Granat­apfelsäfte. Nicht alle Tropfen sind das wert.

Das ist saftig: 11,40 Euro kostet der Liter Granat­apfelsaft 7 Leben. Premium steht auf dem Etikett. Der Inhalt ist es nicht. Kaffee­braun kommt der Frucht­saft aus der Flasche, er riecht und schmeckt mostig-vergoren. Dass der Granat­apfelsaft verdorben ist, bestätigt auch die Labor­analyse. Qualitäts­urteil: mangelhaft.

Die meisten der geprüften roten Frucht­säfte fallen aber positiv auf. Auch wenn die Preise oft eher an Wein erinnern als an Saft. Insgesamt 16 Produkte haben wir geprüft, darunter fünf Cranberry-, fünf Aronia- und sechs Granat­apfelsäfte.

Cranberrysaft punktet

Alle Cranberrysäfte im Test schneiden gut ab, am besten der von Rabenhorst. Als Einziger schmeckt und riecht er aromatisch und kräftig fruchtig nach Cranberry. Sensorisch ist er sehr gut, alle anderen Cranberrysäfte sind geschmack­lich gut.

Aroniasaft von gut bis mangelhaft

Etwas gemischter fällt das Ergebnis bei den Aroniasäften aus. Drei von ihnen riechen und schme­cken aromatisch, kräftig fruchtig nach Aronia. Sie sind sensorisch sehr gut. Der Saft von dm schmeckt dagegen kräftig nach getrock­neten Aronia­beeren. Das irritiert. Ein Saft, der laut Frucht­saft­ver­ordnung aus reifen Früchten hergestellt werden muss, schmeckt anders. Der einzige Aroniasaft aus Konzentrat, von Grandlavie, schneidet mangelhaft ab. Er ist zu stark rück­verdünnt – das heißt: Er ist verwässert. Er schmeckt auch etwas dünner.

Granat­apfelsäfte am auffälligsten

Der Granat­apfelsaft aus Konzentrat von Jacoby liegt dagegen in seiner Gruppe vorn. Das freut den Geldbeutel: Mit 3,30 Euro pro Liter ist er der güns­tigste Saft im Test.

Die meisten der geprüften Produkte sind nicht aus Konzentrat hergestellt, sondern bestehen aus Direkt- beziehungs­weise Muttersaft. Nach dem Pressen werden ihre Trub­stoffe nicht oder nur zu geringen Teilen entfernt. Der Begriff Muttersaft steht meist für Direktsaft aus besonders säurereichen Früchten. Den höchsten Säuregehalt hat Cranberrysaft.

Alle drei Safts­orten schme­cken herb und fruchtig-säuerlich, je nach Produkt unterschiedlich stark. Einige Anbieter empfehlen, rote Frucht­säfte mit Wasser oder weniger Säurehaltigem wie Apfelsaft zu mischen.

Drei der sechs Granat­apfelsäfte fallen negativ auf. Neben dem verdorbenen, kaffee­braunen Saft 7 Leben zeigt Elite Naturel mit seiner hell­kaffee­braunen Farbe erste Anzeichen von Verderbnis. Er riecht und schmeckt auch leicht mostig-vergoren.

Der mangelhafte 7-Leben-Saft hat auch einen vergleichs­weise hohen Alumini­umgehalt. Wer täglich mehr als einen halben Liter davon trinkt, nimmt mehr Aluminium aus Frucht­saft auf, als das Bundes­institut für Risiko­be­wertung für tolerabel hält.

Der Saft von Beutels­bacher hat einen Braun­stich. Wir konnten bei ihm außerdem Fremdaroma, das nicht aus Granat­äpfeln stammt, und den höchsten Blei­wert im Test nach­weisen. Er über­schreitet aber nicht den zulässigen Höchst­gehalt für Blei – gesund­heits­gefähr­dend ist er nicht.

Alle Biosäfte ohne Pestizide

Noch eine gute Nach­richt: Pflanzen­schutz­mittel stellen bei den getesteten roten Frucht­säften kein Problem dar. Die Prüfer fanden sie allenfalls in Spuren. Und die zwölf Biosäfte im Test waren völlig frei von nach­weisbaren Pestiziden.

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