Autofahrer, die eine rote Ampel übersehen und dann einen Verkehrsunfall verursachen, verlieren den Schutz ihrer Kaskoversicherung und müssen Schäden am eigenen Wagen selber zahlen. Sie können sich nicht damit herausreden, dass sie vom Lande kämen und im Kreuzungsverkehr einer Großstadt überfordert gewesen seien. Das hat das Oberlandesgericht Rostock entschieden (Az. 6 U 249/01).

Zwar muss der Versicherer zahlen, wenn ein Rotlichtsünder überzeugend darlegen kann, dass er die Ampel nicht grob fahrlässig überfahren hat. Doch das gelingt nur selten. So scheiterte ein Fahrer vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe. Er hatte erklärt, dass sein Rotlichtverstoß nur ein Versehen war. Als Beleg führte er an, dass er bereits eine Minute vor der Ampel gehalten hatte und dann zu früh gestartet war. Dem Gericht genügte das nicht als Beleg für ein reines Versehen (Az. 12 U 89/03).

Entlasten können sich Rotlichtfahrer nach Ansicht des Oberlandesgerichts Koblenz (Az. 10 U 275/03) nur, wenn sie zum Beispiel glaubhaft machen, dass sie durch das Hupen eines anderen Fahrers durcheinander geraten sind oder fälschlicherweise auf die grüne Abbiegerampel geschaut haben.

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