Robo-Advisor Test

Full-Service-Robo (links). Der Robo kümmert sich um alles. Anleger bekommen eine voll­ständige Vermögens­verwaltung.
Half-Service-Robo (Mitte). Gemein­sam am Steuer. Anleger geben ihre Geld­anlage nicht voll­ständig aus der Hand. Sie erhalten Anlage­vorschläge, vor Änderungen am Depot werden sie gefragt.
Self-Service-Robo (rechts). Der Robo als kleiner Helfer. Anleger bekommen Vorschläge, haben ihre Geld­anlage aber voll­ständig in ihrer eigenen Hand.

Einfach, günstig und bequem ist sie angeblich, diese Form der Geld­anlage, bei der Algorithmen statt Menschen Anlagetipps geben. Hinter der computer­gestützten Beratung, Vermitt­lung und Vermögens­verwaltung stecken Banken und „Fintechs“, junge Firmen, die neue Technologien für den Finanz­sektor nutz­bar machen. Wir haben 18 dieser sogenannten Robo-Ad­visor untersucht. Der Test zeigt, wie sich die Angebote unterscheiden, welche Konzepte dahinter stehen und was das Ganze kostet.

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TestRobo-AdvisorFinanztest 01/2017
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Einfach und günstig mit Abstrichen

Ganz so einfach wie von den Anbietern versprochen ist die Geld­anlage per Computer nicht. Die Anleger sollten sich schon etwas mit Fonds auskennen und einzelne Anlage­vorschläge einschätzen können. „Günstig“ stimmt auch nur mit Abstrichen: die Robos verlangen für eine Vermögens­verwaltung zwar deutlich weniger als eine Bank – aber wenn die jähr­lichen Kosten 0,5 Prozent des Depot­werts über­steigen, wird es auf Dauer doch teuer (siehe Abschnitt „Auf die Gebühr achten“).

Es gibt drei Gruppen von Robos:

  • Full-Service-Robo-Advisor werden direkt von der Finanz­aufsicht Bafin über­wacht. Sie unterbreiten ihren Kunden Anlage­vorschläge und betreuen fortan die Geld­anlage.
  • Half-Service-Robos machen Vorschläge fürs Depot und vermitteln die Anla­gepro­dukte. Eventuellen späteren Umschichtungen müssen die Kunden erst zustimmen.
  • Self-Service-Robos sind reine Tipp­geber. Die Kunden investieren ­eigen­ver­antwort­lich.

Robo-Advisor: Große Band­breite

Vorgehen und Ansprache der Full-Service-Robos sind unterschiedlich. Beim Anlage-­Lotsen der Sutor­bank aus Hamburg zum Beispiel klickt sich der Kunde zunächst durch sieben Fragen, um sein Risiko­profil zu ermitteln. Danach muss er allerdings erst einmal Kontakt zur Bank aufnehmen, Anlage­vorschläge bekommt er zuvor keine. Bei Whitebox gibt es die Möglich­keit, verschiedene Anlageziele zu formulieren, etwa eine größere Anschaffung oder Sparen für die Alters­vorsorge. Vaamo duzt seine Kunden und nimmt sie quasi an die Hand. Die einzelnen Punkte sind gut erklärt, und wer trotzdem noch eine Frage hat, kann mit dem Robo chatten. Moneyfilter bietet zahlreiche Infos für Einsteiger, Visualvest fragt auch nach Nach­haltig­keit.

Wie plausibel die Anlage­vorschläge sind

Die meisten Robo-Advisor sind erst seit 2014 oder später auf dem Markt. Ob ihre Anla­gestrategien erfolg­reich sind, können wir noch nicht beur­teilen. Wir können aber sagen, wie plausibel ihre Vorschläge sind. Das Geld stecken die digitalen Vermö­gens­verwalter in gemischte Portfolios, je nach Anleger­typ mit mehr oder weniger Risiko. Quirion zum Beispiel bietet elf verschiedene Portfolios, bei Scalable sind es 23. Die meisten Robos arbeiten mit ETF, börsenge­han­delten Fonds, die in der Regel einen Index abbilden. Das ist kostengünstig. Bei der Zusammen­stellung der Portfolios mischen ein paar Anbieter recht riskante Produkte bei, etwa einen hohen Anteil Rohstoffe oder Rentenfonds mit Fremdwährungs­anleihen. Die Anbieter selbst geben oft an, wie sich ihre Strategie in der Vergangenheit bewährt hat – oder hätte. Doch Vergangen­heits­werte sind keine Gewähr für ähnliche Ergeb­nisse in der Zukunft.

Was die Finanztest-Unter­suchung zeigt

Finanztest hat die 18 untersuchten Robo-Advisor jeweils einer der drei Kategorien „Full-Service“, „Half-Service“ oder „Self-Service“ zuge­ordnet. Die Unter­suchung zeigt

  • welche Geld­anlagepro­dukte die Robos nutzen,
  • welche Kosten anfallen,
  • wie ausführ­lich die Fragen zur Ermitt­lung des Risiko­profils sind,
  • wie gut und trans­parent Anleger vor der Konto­eröff­nung informiert werden und
  • wie plausibel die Anbieter die Portfolios zusammen­stellen.

Anleger finden zu jedem Robo-Konzept eine Einschät­zung der Finanztest-Experten.

Auf die Gebühr achten

Für die Robo-Tipps selbst zahlen Anleger zunächst einmal zwischen rund 0,15 und 1,2 Prozent des Depot­werts pro Jahr. Für die fonds­internen Kosten der ETF kommen je nach Fonds pro Jahr noch rund 0,2 bis 0,4 Prozent hinzu. Zudem ziehen einige Anbieter Handels­kosten ab, wenn sie Fonds aus dem Portfolio umschichten. Häufig kostet die Beratung für kleinere Anlagesummen prozentual mehr als für große – obwohl die Beratungs­leistung sich nicht unterscheidet.

Vertrags­abschluss zu Fuß

Auch wenn es sich um eine Geld­anlage per Computer handelt – um ein wenig Papierkram kommen Anleger nicht herum. Selbst wenn sie die Fragen per Klick oder E-Mail beant­worten können, müssen sie für die Konto- oder Depot­eröff­nung in der Regel zur Post gehen, um sich im sogenannten Post-Ident-Verfahren auszuweisen.

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