Robo-Advisor-Vergleich

Neues aus der Welt der Robo Advisors

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Robo-Advisor-Vergleich - Digitale Vermögens­verwaltung im Test
Robo Advisor. Keine Maschine in Berater­gestalt, sondern ein Computer­programm, das Anlegergeld verwaltet. © Adobe Stock / phonlamaiphoto

Die junge Branche ist in Bewegung: Neue Robo-Advisors kommen auf den Markt, andere verschwinden wieder. Hier dokumentieren wir regel­mäßig die neuesten Entwick­lungen auf dem Fintech-Markt.

Robo-Advisor-Vergleich

  • Alle Testergebnisse für Robo-Advisor mit Portfolio von 40000 Euro 07/2021
  • Alle Testergebnisse für Robo-Advisor mit Portfolio von 100000 Euro 07/2021
Inhalt

Neue Robos von DKB, DWS und Triodos

Solidvest Blue

DieDKB Bank hat mit dem Vermögens­verwalter DJE Kapital den Robo Advisor Solidvest Blue gestartet. Das Geld der Anleger fließt in ETF und ­gemanagte Fonds. Die Mindest­anlage beträgt 10 000 Euro. Es gibt vier Port­folios mit Aktienquoten von 25, 50, 75 und 100 Prozent. Der Robo kostet pro Jahr 0,89 Prozent, hinzu kommen durch­schnitt­liche Fonds­kosten von 0,3 Prozent pro Jahr, bei nach­haltigen Fonds 0,39 Prozent. Die Portfolios werden bei DJE (dahinter steht der ­bekannte Fonds­manager Dr. Jens Erhardt) verwaltet. Im Vergleich zu anderen Robos aus unserem Test liegen die Kosten leicht höher als der Durch­schnitt. Der güns­tigste Robo kommt auf Gesamt­kosten (Robo-Gebühr und Fonds­kosten für das Musterportfolio) von 0,59 Prozent, der teuerste kostet 2,49 Prozent pro Jahr.

Ihr Wert­papiermanagement

DieNoris­bank bietet den Robo Ihr Wert­papiermanagement in Koopera­tion mit der Fonds­gesell­schaft DWS an. Kunden ­bekommen je nach Anlage­typ eines von 19 Portfolios. Die Mindest­anlage beträgt einmalig 400 Euro oder bei einem Sparplan 50 Euro monatlich. Der Robo kostet 0,89 Prozent pro Jahr. Die Portfolios werden aktiv verwaltet, ein Fonds­manager stellt sie aus aktiven Fonds und ETF zusammen. Die Produkt­kosten für ein ausgewogenes Portfolio liegen bei 0,64 Prozent pro Jahr – insgesamt ein eher teurer Robo.

Triodos Impact Portfoliomanager

DieTriodos Bank bietet mit dem Triodos Impact Portfoliomanager ebenfalls Vermögens­verwaltung mit Fonds an. Der Abschluss ist ab 10 000 Euro möglich und erfolgt online. Die Port­folios – insgesamt fünf – werden von Anla­geexperten gemanagt, die nach­haltige Fonds einsetzen. Das Angebot ist teuer. Allein für die Verwaltung werden pro Jahr 1,2 Prozent der Anlagesumme fällig. Die Portfolios kosten zwischen 0,53 und 0,83 Prozent pro Jahr. Triodos arbeitet anders als güns­tigere Robos nicht mit ETF, sondern mit gemanagten Fonds – der Welt­fonds Triodos Global Equities Impact ­etwa erhält in unserem Nachhaltigkeitstest die zweit­beste Note von vier Punkten. Die besten nach­hal­tigen ETF kommen auf drei Punkte.

Moneyfarm verlässt Deutsch­land

Der Robo-Advisor Moneyfarm, ein ­britisch-italienischer Anbieter digi­taler Vermögens­verwaltung mit Fonds, zieht sich aus Deutsch­land zurück. Moneyfarm hat vor zwei Jahren den deutschen Robo-Advisor Vaamo über­nommen. Moneyfarm schlägt seinen Kunden vor, zu Fidelity ­Wealth Expert zu wechseln. Fidelity bietet ebenfalls sieben unterschiedliche Fonds­depots an, je nach ­Risiko­profil der Anleger. Anders als bei den früheren Vaamo-Depots sind bei Fidelity nur aktiv gemanagte Fonds im Einsatz. Moneyfarm selbst nutzte ebenfalls aktive Fonds. Die Kosten sind bei beiden ähnlich hoch: Moneyfarm verlangte je nach ­Anla­gebetrag 0,45 bis 0,75 Prozent pro Jahr, Fidelity nimmt für alles 0,55 Prozent pro Jahr. Hinzu kommen bei Fidelity im Schnitt 0,66 Prozent für die Fonds, bei Moneyfarm waren es 0,39 Prozent.

Tipp: Anleger können bis Januar 2021 über­legen, ob sie zu einem anderen Anbieter wechseln möchten.

Oskar: Der kinder­freundliche Robo

Der Robo-Advisor Oskar bietet Sparpläne ab 25 Euro monatlich und Einmal­anlagen ab 1 000 Euro an. Oskar arbeitet mit Scalable zusammen, einem Robo-Advisor aus München, der seit Januar 2016 am Markt ist. Zur Wahl stehen fünf Depots mit Aktienquoten von 50, 60, 70, 80 und 90 Prozent. Die Aktienquoten sind recht hoch, passen aber zur Zielgruppe: Oskar spricht mit seinem Angebot zum Beispiel Eltern oder Groß­eltern an, die für ihre Kinder und Enkel­kinder Sparpläne einrichten wollen. Wer viele Jahre Zeit hat zu sparen, kann Kurs­dellen am Aktienmarkt aussitzen. Das Geld der Anleger fließt in ETF, börsen­gehandelte Fonds, und in Gold-ETC. ETC steht für exchange traded commodities – im Grunde sind es Zertifikate. Wer weniger als 10 000 Euro anlegt, zahlt für die Vermögens­verwaltung 1,0 Prozent der Anlagesumme pro Jahr, darüber sind es 0,8 Prozent. Das ist vergleichs­weise viel. Hinzu kommen die Kosten für die ETF.

Smavesto: Nach­haltiges ETF-Portfolio möglich

Hinter Smavesto steht die Sparkasse Bremen. Sparpläne gibt es ab 50 Euro, Einmal­anlagen ab 1 000 Euro. Das Geld der Anleger fließt in ETF (börsen­gehandelte Fonds) und ETC (börsen­gehandelte Rohstoffe). Spekulation auf Lebens­mittel­preise sei jedoch ausgeschlossen, heißt es. Die Zusammen­stellung der Portfolios richtet sich danach, welche zwischen­zeitlichen Verluste die Anleger höchs­tens tragen können oder wollen. Smavesto unterteilt seine Kunden dazu in vier verschiedene Risiko­gruppen. Als spekulativ orientiert gilt, wer Einbrüche von 35 bis 40 Prozent aushalten kann. Konservativ sind Anleger dann, wenn sie weniger als 15 Prozent Verlust tolerieren. Die Aktienquote passt sich je nach Markt­lage der Verlust­vorgabe an. Smavesto kostet vergleichs­weise teure 1 Prozent pro Jahr zuzüglich ETF-Kosten. Interes­sant ist die Möglich­keit, sein Geld nach nach­haltigen Kriterien anzu­legen.

Robo VTB Invest: Ergän­zung zu Tages- und Fest­geld

Der Robo VTB Invest der Bank VTB direkt bietet Sparpläne ab 50 Euro und Einmal­anlagen ab 500 Euro. Das Geld der Anleger fließt in Aktien-, Anleihen- und Geldmarkt-ETF. VTB Invest preist auf seiner Internetseite zehn Portfolios für zehn Risi­kostufen an. Tatsäch­lich angeboten werden derzeit jedoch nur neun verschiedene Depots mit Aktienquoten zwischen 20 und 100 Prozent. Das erste, sicherste Portfolio mit 100 Prozent Anleihen gibt es aktuell nicht – einfach, weil es sich in Zeiten nied­riger Zinsen nicht lohnt. Wer keinerlei Risiko eingehen will, legt sein Geld lieber auf Tages­geld- oder Fest­geld­konten an. Für die Dienst­leistung des Robo zahlen Anleger 1 Prozent pro Jahr (für Summen unter 10 000 Euro) beziehungs­weise 0,8 Prozent pro Jahr (für Summen ab 10 000 Euro). Das ist vergleichs­weise viel. Hinzu kommen die Kosten der ETF.

Pixit: Der Targo­bank-Robo

Die Targo­bank ist mit dem neuen Robo-Advisor Pixit am Start. Es gibt fünf verschiedene Portfolios, ihre Gewichtung wird regel­mäßig angepasst. Sie sind bestückt mit ETF, börsen­gehandelten Fonds. Die Vermögens­verwaltung kostet ja nach Anla­gebetrag zwischen 0,8 und 0,99 Prozent pro Jahr plus Fonds­kosten. Sparpläne sind ab monatlich 100 Euro möglich, Einmal­anlagen ab 5 000 Euro.

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Pax-Investify: Jetzt komplett auf ethische Geld­anlage ausgerichtet

Der Robo-Advisor Investify bietet mit der kirchlichen Pax-Bank nach­haltige Anlagen an: pax-investify.com. Bisher gab es bei Investify schon einen ethischen Anla­gebau­stein, der als Beimischung gewählt werden konnte. Die Koope­ration erlaubt nun ein komplettes, ethisch ausgerichtetes Portfolio mit ETF und aktiv gemanagten Fonds. Der Robo kostet 1 Prozent pro Jahr, ab 100 000 Euro 0,8 Prozent, hinzu kommen die Fonds­kosten. Das ist vergleichs­weise viel.

Quirion: Fond­sport­folio für Savedo-Sparer

Der Robo-Advisor Quirion arbeitet jetzt mit dem Zinsportal Savedo zusammen. Sparer können ihre Zins­anlage um ein Fond­sport­folio bei Quirion erweitern. Quirion bekam im Test Robo-Advisors die Note Gut.
Ein Nach­trag zum Test: Wir hatten moniert, dass Anleger sich bei Kündigung nur das Geld auszahlen, aber nicht die Fonds über­tragen lassen konnten. Das ist jetzt möglich.

Fidelity Wealth Expert: Mit aktiven Fonds

Beim Fidelity Wealth Expert sind Anleger ab 10 000 Euro dabei. Insgesamt kostet der Robo zwischen 1,13 und 1,23 Prozent pro Jahr – das ist relativ teuer im Vergleich. 0,55 Prozent kostet die Vermögens­verwaltung pro Jahr, was für kleine bis mitt­lere Anla­gebeträge günstig ist. Hinzu kommen jähr­lich 0,58 bis 0,68 Prozent an Gebühren für die Fonds. Für aktiv gemanagte Fonds ist das wenig, verglichen mit ETF jedoch viel. Fidelity nutzt für die Vermögens­verwaltung Expertise externer Manager.

Zeedin: Vermögens­verwaltung von Hauck & Aufhäuser

Hinter dem Robo-Advisor Zeedin steckt die Privatbank Hauck & Aufhäuser. Die Mindest­anlagesumme beträgt 50 000 Euro. Anleger können sich für eine fonds­gebundene Vermögens­verwaltung entscheiden, für höhere Beträge gibt es auch klassische und ethische Vermögens­verwaltung – jeweils mit Einzel­titeln. Die fonds­gebundene Variante kostet für Beträge unter 150 000 Euro 1,01 Prozent pro Jahr – das liegt im Mittel­feld. 0,75 Prozent davon beträgt die Pauschale für den Robo, rund 0,26 Prozent kosten die Anlagen – darunter meist ETF, aber auch Zertifikate und Gold ETC. Für höhere Beträge ist die Pauschale nied­riger.

Diese Robos machen nicht weiter

Prospery: Der Robo-Advisor Prospery stellt sein Geschäft in Deutsch­land in Kürze ein. Die Kunden bekommen ihr Geld zurück. Die Fonds lassen sich nicht auf eine andere Bank über­tragen, weil sie speziell für den Einsatz bei Prospery konzipiert wurden.

Werth­stein: Der Robo-Advisor Werth­stein, erst Anfang 2018 gestartet, zog sich zum Jahres­ende 2018 vom Markt zurück. Die Portfolios der Kunden wurden wahl­weise aufgelöst, auf eine andere Bank oder den Robo-Advisor Solidvest über­tragen. Solidvest bietet Vermögens­verwaltung mit Einzel­titeln an und war daher nicht im Test dabei.

Dieses Special wurde erst­mals am 7. November 2018 auf test.de veröffent­licht und seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 3. Dezember 2020.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild test_de-Projektleiter_Stoffel am 23.02.2022 um 12:23 Uhr
Einfluss auf Umschichtungen

@Mgrunn: Die von uns getesteten Robos bieten die Dienstleistung "Finanzportfolioverwaltung" an ... und sie haften dafür. Deshalb erlauben die meisten keine Sonderwünsche. Ein paar Anbieter erlauben optional Beimischungen von vorausgewählten Themenfonds. Ihre Risikopräferenzen können sie ändern (aber nicht unbedingt selber, sondern nach Rücksprache mit dem Robo). Dafür sollte es allerdings gute Gründe geben (neuer Anlagehorizont, mehr Erfahrung etc.). Wenn man halbwegs weiß, wie man anlegen möchte, zahlt man beim Robo vielleicht für eine Dienstleistung, die man nicht braucht.

Mgrunn am 23.02.2022 um 10:43 Uhr
Einfluss auf Umschichtungen

In wieweit besteht bei verschiedenen Robos die Möglichkeit, auf Umschichtungen Einfluss zu nehmen? Kann ich zB einzelne Positionen austocken, nach neuen Aktien/ETFs suchen (nach von mir vorgegebenen Kriterien) oder meine Risikopräferenzen im Nachhinein ändern? Das würde den Mehrwert solcher Services stark erhöhen

AnnaApolonia am 15.02.2022 um 13:08 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild test_de-Projektleiter_Stoffel am 24.01.2022 um 11:37 Uhr
Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausschlaggebend

@lioninla @all: Es ist geplant, auch eine Analyse der Robo-Performances durchzuführen (noch nicht 100% sicher). Trotzdem wiederholen wir auch hier noch einmal: Kurzfristige Performances sollten wirklich nicht als Auswahlkriterium herhalten. Wir haben inzwischen schon einige Rotationen unter den „Gewinnern“ und „Verlierern“ über 12, 24 und 36 Monate gesehen. Wir beobachten auch, dass „Highflyer“ in der Regel mit höherem Risiko einhergehen. Deshalb ist – wie immer bei der Geldanlage – eine reine Renditebetrachtung irreführend. Wir erwarten nicht, dass Robos auf Dauer ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis als der Markt bieten; deshalb sind Kosten am Ende so wichtig. Wir haben bisher auch nicht beobachten können, dass die Robos oft oder stark ihre Anlagestrategie modifizieren.

Stiftung_Warentest am 24.01.2022 um 09:06 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Noch einmal neu formuliert