Roaming­tarife Test

Damit die Hand­yrechnung nicht die Urlaubs­kasse sprengt, sollten Reisende vor dem Abflug den passenden Tarif wählen. Besonders außer­halb der EU wird es sonst teuer.

Wie heißt der schönste Strand der Insel? Wo ist das beste Restaurant? Wie geht es zurück zum Hotel? Während des Urlaubs in der Fremde zeigt das Smartphone seine Stärken. Für viele gehört es ins Reisege­päck wie die Sonnen­creme. Laut Eurobaro­meter schaltet nur jeder dritte Deutsche sein Mobiltelefon im Urlaub komplett aus. Den anderen ersetzt es die Kamera, den Stadt­plan oder den heißen Tipp vom Hotelportier. Ganz nebenbei können Urlauber per Anruf, SMS oder E-Mail die Zuhause­gebliebenen mit ihren Reise­erleb­nissen neidisch machen.

Besonders außer­halb der EU kann der Urlaubs­gruß schnell teuer werden. Bis zu 1,83 Euro kostet die Gesprächs­minute etwa aus der Türkei nach Deutsch­land. Zum Vergleich: Dank neuer Preis­ober­grenzen darf ein Gespräch aus einem EU-Land ab 1. Juli maximal 23 Cent die Minute kosten.

Voreinge­stellten Tarif prüfen

Jeder Provider ist verpflichtet, einen EU-Tarif anzu­bieten, der die Ober­grenzen einhält. Aber Vorsicht: Er muss diesen Tarif nicht von vorn­herein akti­vieren, sondern kann auch andere Varianten einstellen. Erschwerend kommt hinzu: Die EU-konformen Tarife heißen bei jedem Mobil­funkanbieter anders.

Alle, die am Strand, in den Bergen oder auf Städte­tour nicht auf ihr Handy verzichten wollen, sollten schon vor der Abreise ihren Anbieter anrufen und nach­fragen, welcher Auslands­tarif einge­stellt ist und eventuell zu einer güns­tigeren Alternative wechseln.

Je nachdem, ob der Kunde einen Prepaid­tarif oder einen Lauf­zeit­vertrag hat, unterscheiden sich die Konditionen Tabelle: Roaming Mobilfunk 7/2014. Für Vielnutzer lohnen sich spezielle Auslands­optionen. Die können sie zusätzlich zu ihrem Tarif abschließen, beispiels­weise zum Surfen Tabelle: Auslandspakete zum Surfen und Telefonieren mit dem Handy in der EU und Türkei. 50 Megabyte Daten­volumen inner­halb der Europäischen Union kosten dann zwischen 1,99 Euro und 6,95 Euro. Im EU-konformen Tarif ohne zusätzliche Option werden für 50 MB 12 Euro fällig.

Neue Preise für Europa

Touristen, die inner­halb der EU verreisen, können sich freuen. Mit den neuen Ober­grenzen nutzen sie ihr Handy ab 1. Juli preis­werter als bisher. Nicht nur die abge­henden Gespräche sind mit 23 Cent pro Minute nochmals güns­tiger geworden. Für einge­hende Gespräche dürfen die Anbieter nur noch maximal 6 Cent berechnen, für den SMS-Versand 7 Cent und für das Internetsurfen 24 Cent pro Megabyte. Beim Daten­verkehr gilt zudem eine Preisbremse bei 59,50 Euro. Ab dieser Grenze schalten die Unternehmen das mobile Internet ab und erst wieder frei, wenn der Kunde dem ausdrück­lich zustimmt.

Wer das Telefon nur für den Notfall in den Koffer packt, reist mit dem EU-Tarif gut. Ein kurzer Anruf, eine SMS zwischen­durch – das reißt kein Loch in die Urlaubs­kasse. Wer ein Bild per Mail verschickt, muss bei einer Größe von 4 Megabyte etwa mit 1 Euro rechnen. Kein Schnäpp­chen, aber auch nicht über­trieben teuer.

Optionen lohnen für Vielnutzer

Urlauber, die ihr Smartphone wie zuhause benutzen wollen, wählen anstatt des voreinge­stellten Roaming­tarifs besser eine zusätzliche Auslands­option. Außer­halb der EU lohnt sich das meist noch mehr, weil hier keine Preis­ober­grenzen gelten und die voreinge­stellten Tarife teuer sein können. Das Surfen im mobilen Internet schlägt dann heftig zu Buche. O2 verlangt von Türkei­urlaubern zum Beispiel bis zu 12,29 Euro pro Megabyte. Da kostet der Bild­gruß per E-Mail schnell fast 50 Euro. Güns­tiger gehts mit der Option „Data Pack World“. Hier werden 11,99 Euro für 6 Megabyte Daten­volumen fällig. Ähnliche Optionen bieten die Firmen auch für Telefonie und SMS an.

Tipp: Genauere Informationen zu Sprach- und SMS-Optionen finden Sie in der Tabelle: Auslandspakete zum Surfen und Telefonieren mit dem Handy in der EU und Türkei.

Tarife im Urlaubs­land buchen

Roaming­tarife Test

Wie Einheimische. Ab 1. Juli können Urlauber inner­halb der EU einen ausländischen Tarif nutzen und dabei ihre Rufnummer behalten.

Für Lang­zeitreisende, die mehr als die üblichen zwei bis drei Wochen im Ausland verbringen, könnte auch ein Tarif eines Dienst­leisters im Urlaubs­land interes­sant sein. Dann telefoniert, surft und simst der Urlauber zu landes­üblichen Konditionen. Komfortabel soll das ab 1. Juli inner­halb der EU funk­tionieren. Dann müssen Kunden nicht mal mehr ihre Sim-Karte und ihre Rufnummer wechseln Angebot im Urlaubsland.

Neben der Sprach­barriere tauchen mitunter auch andere Probleme auf, wenn sich der Reisende eine ausländische Sim-Karte beschaffen will. So schließt längst nicht jeder Tele­kommunikations­anbieter Verträge mit Ausländern ab. Das eigene Handy darf zudem nicht für bestimmte Sim-Karten gesperrt sein (Simlock).

Wer den Tarifd­schungel scheut, sollte das Daten­roaming bei seinem Smartphone abschalten. Dann besteht keine Gefahr, dass die Rechnung explodiert, weil das Gerät im Hintergrund Apps aktualisiert oder E-Mails herunter­lädt. Für den kurzen Bild­gruß findet sich ein offenes WLan-Netz im Café oder Hotel. Den einsamen Strand finden Touristen dann mithilfe Einheimischer – auch das gehört ja zum Urlaub.

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