Roaming­tarife Test

Damit die Handy­rechnung nicht die Urlaubs­kasse sprengt, sollten Reisende vor dem Abflug den passenden Tarif wählen. Besonders außer­halb der EU wird es sonst teuer. Das zeigt der aktuelle Test von Roaming­tarifen und Daten­optionen der Stiftung Warentest. Auf test.de finden Sie neben den Tarifen aus test 7/2014 zusätzlich noch mehr Auslands­optionen zum Telefonieren, Surfen und Simsen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Handykosten im Ausland.

Preis­grenzen inner­halb der EU

Für viele Urlauber ist das Smartphone mitt­lerweile fester Bestand­teil des Reisege­päcks. Die Einsatz­möglich­keiten sind vielfältig: Es ersetzt die Kamera, den Stadt­plan oder den heißen Restaurant-Tipp vom Hotelportier. Ganz nebenbei können Urlauber per Anruf, SMS oder E-Mail die Zuhause­gebliebenen mit ihren Reise­erleb­nissen neidisch machen. Besonders außer­halb der EU kann der kurze Urlaubs­gruß aber schnell teuer werden. So kann die Gesprächs­minute aus der Türkei nach Deutsch­land bis zu 1,83 Euro kosten. Inner­halb der EU geht es dagegen dank der ab 1. Juli gültigen neuen Preis­ober­grenzen vergleichs­weise günstig zu. Ein Gespräch aus einem EU-Land darf dann nur noch maximal 23 Cent die Minute kosten.

Tipp: Fragen zum Thema Roaming beant­worten unsere Experten Christian Schlüter und Thomas Grund im Chat auf test.de am Mitt­woch, den 2.7.2014 zwischen 13 und 14 Uhr.

Vor der Abreise Anbieter anrufen

Alle Urlauber, die ihr Handy im Ausland benutzen wollen, sollten schon vor der Abreise ihren Anbieter anrufen und nach­fragen, welche Auslands­option einge­stellt ist – und eventuell zu einer güns­tigeren Alternative wechseln. Touristen, die inner­halb der EU verreisen und ihr Handy nur spora­disch nutzen, empfiehlt die Stiftung Warentest den so genannten EU-Tarif. Dieser Tarif setzt die gesetzlich geregelten Preis­ober­grenzen von 23 Cent pro Minute für ausgehende Gespräche, 6 Cent für einge­hende Gespräche, 7 Cent für den SMS-Versand und 24 Cent pro Megabyte Daten­volumen um. Jeder Provider ist verpflichtet, einen solchen Tarif anzu­bieten – allerdings muss dieser nicht auto­matisch akti­viert sein. Erschwerend kommt hinzu, dass der EU-konforme Tarif bei jedem Anbieter anders heißt.

Auslands­optionen lohnen sich für Vielnutzer

Urlaubern, die ihr Smartphone wie zuhause benutzen wollen, buchen anstelle des voreinge­stellten Roaming­tarifs besser eine zusätzliche Auslands­option. Außer­halb der EU lohnt sich das besonders, weil es hier an gesetzlich fest­gelegten Preis­ober­grenzen fehlt. Das Surfen im mobilen Internet ist im Ausland der größte Kosten­faktor. So verlangt der Provider O2 von Türkei­urlaubern zum Beispiel bis zu 12,29 Euro pro Megabyte. Ein Bild­gruß per E-Mail könne dann schnell fast 50 Euro kosten. Güns­tiger ist in dem Fall die Option „Data Pack World“ bei der O2 für 6 Megabyte Daten­volumen 11,99 Euro verlangt.

Angebot aus dem Urlaubs­land wählen

Für Lang­zeitreisende, die länger als die üblichen zwei bis drei Wochen im Ausland verbringen, könnte sich auch ein Tarif eines Dienst­leisters im Urlaubs­land lohnen. Dann telefoniert, surft und simst der Urlauber zu landes­üblichen Konditionen. Komfortabel soll das ab 1. Juli inner­halb der EU funk­tionieren, dann müssten Kunden nicht mal mehr ihre Simkarte und ihre Rufnummer wechseln. Eine entsprechende EU-Verordnung verpflichtet die Anbieter, auch ausländische Roaming­tarife zuzu­lassen. Wie genau diese Angebote dann aussehen und ob sie wirk­lich güns­tiger sind, bleibt abzu­warten. Wer sich eine ausländische Simkarte beschaffen will, sollte neben der Sprach­barriere auch mit Problemen bei der Identifikation rechnen. Längst nicht alle Tele­kommunikations­anbieter schließen Verträge mit Ausländern ab. Das eigene Handy darf zudem nicht für bestimmte Simkarten gesperrt sein (Simlock). Außerdem gibt es im Ausland zum Teil ganz andere Abrechnungs­methoden.

Daten­roaming abschalten

Unabhängig vom richtigen Auslands­tarif empfiehlt die Stiftung Warentest allen Touristen, die nicht im Ausland mobil mit dem Smartphone surfen wollen, bei ihrem Gerät das so genannte Daten­roaming abzu­schalten. Dann besteht keine Gefahr, dass die Rechnung explodiert, weil das Gerät im Hintergrund Apps aktualisiert oder E-Mails herunter­lädt. Als Alternative eignen sich dann kostenlose, offene WLan-Netze in Cafés oder im Hotel.

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