Roaming­gebühren EU zieht positives Fazit nach Abschaffung

Roaming­gebühren - EU zieht positives Fazit nach Abschaffung
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Seit 15. Juni 2017 entfallen für Reisende inner­halb der EU die Roaming­gebühren beim Telefonieren, Simsen oder Surfen. Die Mobil­funkanbieter dürfen seit dem keine Zusatz­gebühren mehr erheben, wenn Kunden inner­halb der EU ihr Handy im Ausland nutzen. Die EU-Kommis­sion zieht nun ein erstes positives Fazit der Abschaffung.

Mehr als 70 Prozent der Nutzer wissen Bescheid

Die EU-Kommis­sion kommt gut drei­einhalb Monate nach der Abschaffung der Roaming­gebühren zu einem positivem Fazit. In einer europaweit durchgeführten Umfrage geben mehr als 70 Prozent der Befragten an, über die Abschaffung Bescheid zu wissen. Ebenfalls mehr als 70 Prozent der Umfrage­teilnehmer glaubt zudem, dass sie selbst oder Freunde und Familien­mitglieder von der Abschaffung profitieren werden. An der telefo­nisch durch­geführten Umfrage hatten mehr als 25 000 Menschen teil­genommen, darunter gut 1 000 aus Deutsch­land.

Die Nutzung von Daten­diensten hat sich verdoppelt

Ein positiver Effekt der Roaming­abschaffung lässt sich auch aus den angegebenen Nutzungs­zahlen ableiten. Demnach hat sich laut der Umfrage die Nutzung von Daten­diensten inner­halb der EU mehr als verdoppelt. 31 Prozent der Befragten gaben an, das mobile Internet auch außer­halb ihres Heimatlandes zu nutzen. Vor der Abschaffung waren es 15 Prozent. Eine Zunahme ist auch bei Anrufen und Text­nach­richten zu verzeichnen.

Trotzdem Roaming­option prüfen

Trotz der Abschaffung der Roaming-Gebühren sollten Hand­ynutzer prüfen, welche Roaming­option in ihrem Tarif akti­viert ist. Nicht jede Option setzt auto­matisch die EU-Vorgaben um. Kunden müssen sie unter Umständen erst akti­vieren, so etwa bei O2. Der Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv) hat am 16. August Klage gegen den Anbieter O2 einge­reicht. Die Praxis verstoße aus Sicht der Verbraucherschützer gegen das Irreführungs­verbot des Gesetzes gegen den unlauteren Wett­bewerb. Die Stiftung Warentest konnte zudem in einer Anbieterbefragung ermitteln, dass einige Anbieter die im Ausland zur Verfügung stehenden Leistungen im Vergleich zum Heimatland einschränken (Roaming: So telefonieren Sie jetzt im Ausland), etwa bei Community-Optionen.

Abschaffung gilt in 31 Ländern – Schweiz außen vor

Die Abschaffung der Roaming­gebühren gilt für alle 28 EU-Länder sowie Island, Liechten­stein und Norwegen. Achtung: In der Schweiz gilt die Abschaffung nicht. Nicht nur Schweiz-Touristen müssen sich also weiterhin vorab über eine entsprechende Roaming-Option Gedanken machen. Auch wer im Grenz­gebiet zur Schweiz unterwegs ist, sollte aufpassen. Auch hier buchen sich Handys oft auto­matisch in ein Schweizer Mobil­funk­netz ein. Radurlauber am Bodensee oder Skitouristen auf Pisten in Grenz­nähe sollten also im Zweifel die auto­matische Netz­wahl am Handy in dieser Zeit deaktivieren oder das Roaming an ihrem Gerät unterbinden: Anleitung - Roaming ausschalten.

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lamse77 am 25.01.2018 um 13:43 Uhr
Nach Abschaffung EU-Roamingbebühren neue Tricks

Meiner Frau wurden für den Monat Dezember 2017 50,-€ für Daternverbindungen von WinSim berechnet die sie nicht gehabt haben kann. Diese Verbindungen sollen lt. Verbindungsnachweis in einer Zeit stattgefunden haben in der wir uns nachweislich in der Luft Im Flugzeug befanden und das Smartphone ausgeschaltet war. Alle Reklamationen wurden abgesschmettert. Also Vorsicht, neue Tricks bei Datennutzung außerhalb der EU!