Risikolebensversicherungen Meldung

Vorm Tod schützt keine Versicherung. Aber den Sturz in den finanziellen Abgrund kann eine Risikolebenspolice verhindern. Vor allem junge Familien brauchen diesen Fallschirm. Mit unserer Analyse finden Sie günstige Anbieter.

Lebensversicherungen? Damit sind die meisten Haushalte rundum eingedeckt: knapp 90 Millionen Verträge bundesweit, keine andere Police wird so oft gekauft. Merkwürdig nur, dass ihr eigentlicher Zweck, die Absicherung für den Todesfall, meist nur Nebensache ist. 19 von 20 Kunden wollen vor allem Sparen für den Lebensabend ­ und entscheiden sich für eine teure Kapitallebensversicherung.

Eigentlich geht es bei der Lebensversicherung ­ makaber genug ­ nicht ums Leben, sondern um den Tod. Angehörige müssen für den Fall finanziell abgesichert werden, dass der Hauptverdiener stirbt. Diesen Schutz bietet eine Risikolebenspolice deutlich günstiger: Sie kostet nur etwa ein Zehntel der Kapitallebensversicherung.

Das liegt daran, dass die Risikoleben sich auf den reinen Todesfallschutz konzentriert: Stirbt der Kunde während der Vertragslaufzeit, erhalten die Angehörigen die Versicherungssumme ­ ist er bei Vertragsende quicklebendig, gibt es gar nichts. Dann konnte er während der Vertragslaufzeit ruhig schlafen, aber sämtliche Beiträge sind futsch.

Dagegen ist die Kapitallebensversicherung zwar teurer, sie leistet aber auch im "Erlebensfall". Für den Vertreter ist dies das Verkaufsargument schlechthin, denn niemand will Geld verlieren. Was er nicht sagt: Auch diese Police ist im Grunde nichts anderes als eine Risikolebensversicherung, gekoppelt mit einem Sparvertrag. Auch hier wandert ein Teil der Monatsprämie auf Nimmerwiedersehen in die Risikovorsorge, nur der übrige Teil wird gespart. Der Kunde könnte genauso gut eine Risikolebensversicherung abschließen und dazu einen separaten Sparvertrag, zum Beispiel bei einer Bank oder einer Fondsgesellschaft. In vielen Fällen würde er damit sogar besser fahren, sprich: eine höhere Rendite und eine bessere Altersvorsorge erreichen.

Sinnvoll ist eine Risikolebensversicherung vor allem für junge Familien, die kaum finanzielle Rücklagen haben. Klassischer Fall ist der allein verdienende Familienvater. Fällt er als Hauptverdiener aus, kann das den finanziellen Ruin für Frau und Kinder bedeuten ­ erst recht, wenn auch noch ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung abbezahlt werden müssen. Ähnlich sieht es für Mütter aus: Im Notfall müsste für sie eine Haushaltshilfe einspringen. Sie könnte mit dem Geld aus der Versicherung bezahlt werden.

Dementsprechend ist die Laufzeit zu wählen. Meist reicht es, wenn der Vertrag zum 50. oder 55. Lebensjahr ausläuft. Wer die Versicherung schon vor Ende der Laufzeit nicht mehr benötigt, kann sie jederzeit zum Ende eines Versicherungsjahres kündigen. Dieses Versicherungsjahr beginnt meist mit dem Datum, an dem der Versicherungsschein ausgestellt wurde.

Weniger wichtig ist die Risikolebensversicherung für ältere Paare, die bereits Vermögen bilden konnten und deren Kinder finanziell eigenständig sind. Und Singles, die keine Angehörigen oder Lebenspartner abzusichern haben, können ganz darauf verzichten.

Die Prämien für Risikolebensversicherungen sind sehr unterschiedlich. Es lohnt sich also, Preise zu vergleichen. Da die Leistungen bei allen Unternehmen nahezu identisch sind, können Sie sich bei der Wahl des Vertrags einfach am Preis orientieren.

Beispiel: Eine 30-jährige Nichtraucherin kann einen Vertrag mit 200.000 Mark Versicherungssumme bei der Asstel schon ab 121 Mark Beitrag pro Jahr bekommen, bei 20 Jahren Laufzeit. Ein gleichaltriger Mann zahlt für eine solche Police 167 Mark. Ein teurer Anbieter nimmt für die gleiche Versicherung 348 Mark beziehungsweise 449 Mark.

Für Raucherinnen wird die Sache etwas teurer: Sie sind ab 154 Mark dabei, Raucher ab 224 Mark (Hannoversche Leben). Auch andere Risiken gehen ins Geld: So verlangen die Unternehmen von Übergewichtigen Prämienzuschläge. Dasselbe gilt für bestimmte Berufe wie beispielsweise Dachdecker.

Auch für einige Sportarten wird zusätzlicher Beitrag verlangt: Sporttaucher, Hochseesegler, Bergsteiger, Fallschirmspringer oder Freeclimber müssen in der Regel mehr zahlen oder werden gar nicht erst aufgenommen. Nach Motorradfahrern wird im Antragsformular ebenfalls gefahndet, wer erst nach Vertragsabschluss ein Bike kauft, muss den Versicherer informieren.

Außerdem werden bei bestimmten Erkrankungen Risikozuschläge fällig, wenn die Gesellschaft darin ein erhöhtes Todesfallrisiko sieht.

Achtung:

Beantworten Sie die Fragen im Versicherungsantrag nach Ihrem Gesundheitszustand und nach weiteren Risiken unbedingt wahrheitsgemäß. Das gilt auch für Erkrankungen, die lange zurückliegen und bereits ausgeheilt sind. Falls der Versicherte an einem Leiden stirbt, das bei Antragstellung verschwiegen wurde, kann die Gesellschaft nämlich vom Vertrag zurücktreten. Das bedeutet: Die Versicherungssumme wird nicht ausgezahlt, die Angehörigen erhalten lediglich die bis dahin überwiesenen Beiträge unverzinst zurück.

Wer eine besonders hohe Versicherungssumme abschließen möchte, muss ohnehin vorher zum Arzt. Einige Gesellschaften verlangen bereits ab 250.000 Mark eine Untersuchung, andere hingegen erst ab 700.000 Mark.

Tipp:

Wählen Sie bei der Überschussbeteiligung nicht den so genannten Todesfallbonus, sondern die Beitragsverrechnung. Dabei kalkulieren die Gesellschaften Überschüsse, die sie mit den Geldern der Kunden erwirtschaften, gleich in die Jahresprämie ein. So zahlen Sie von Anfang an weniger Beitrag.

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