Risiko­lebens­versicherung Test

Die neuen Einheits­tarife machen Risiko­lebens­versicherungen in vielen Fällen teurer. Finanztest hat aktuelle Unisex-Beiträge von 36 Versicherern mit Angeboten aus dem Test im Sommer 2012 verglichen. Das Ergebnis: Die Preise für Frauen sind im Schnitt um 31 Prozent gestiegen, die für Männer aber nur um 9 Prozent gesunken. Der Test zeigt, wer eine Versicherung abschließen sollte und wo das am güns­tigsten geht.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Risikolebensversicherung.

Jetzt zahlen die Frauen für die Männer mit

Ab jetzt zahlen die Frauen für die Männer in der Risiko­lebens­versicherung mit. Bisher waren ihre Beiträge rund ein Drittel geringer als die der Männer. Schließ­lich haben Frauen eine höhere Lebens­erwartung. Die Wahr­scheinlich­keit, dass sie in der Vertrags­lauf­zeit sterben und der Versicherer zahlen muss, ist geringer als bei Männern – und nur im Todes­fall gibt es aus einer Risiko­lebens­versicherung Geld. Doch nachdem der Europäische Gerichts­hof je nach Geschlecht unterschiedliche Beiträge verboten hat, ist es vorbei mit dem Preis­unterschied zwischen Frauen und Männern. Statt­dessen müssen Versicherer von beiden den gleichen Beitrag nehmen. Deshalb haben sie die neuen Unisex-Tarife einge­führt.

Nicht­raucher mit Spar­potenzial

Immerhin: Die 34-jährigen Modell­kundinnen von Finanztest bekommen als Nicht­rauche­rinnen eine Versicherungs­summe von 150 000 Euro im güns­tigsten Fall noch für unter 100 Euro im Jahr. Mit der richtigen Auswahl des Versicherers können sie sich jetzt also noch fast genauso preis­wert versichern, wie das vor der Unisex-Einführung im Sommer 2012 möglich war. Damals lag für Nicht­rauche­rinnen die Hanno­versche vorn, jetzt sind es CosmosDirekt und zwei weitere Anbieter. Männer finden jetzt für den Finanztest-Modell­fall vier Tarife unter 100 Euro, im Sommer letzten Jahres waren es nur zwei. Deutlich teurer ist es für Raucher. Sie zahlen für den gleichen Schutz über 200 Euro.

Angehörige absichern

Eine Risiko­lebens­versicherung sollten Menschen abschließen, die Angehörige absichern müssen. So kann sich zum Beispiel eine junge Familie für den Fall absichern, dass der Haupt­verdiener stirbt. Der Beitrag hängt von vielem ab: ­Eintritts­alter, Gesund­heits­zustand, Beruf und ­Bildungs­stand. Gefähr­liche Hobbys, Überge­wicht, gesundheitliche Beein­trächti­gun­gen oder Vorerkrankungen des Antrag­stel­lers können zu Zuschlä­gen führen. Die von Finanztest genannten Beiträge gelten für die Modell­kun­den. Wer sich für eine Police interes­siert, sollte bei mehreren im Test vorn platzierten Gesell­schaften Angebote einholen. Entscheidend ist der Preis, die Leistungen sind meist weit­gehend gleich. Teure Tarife bieten zwar Extras, die aber kaum empfehlens­wert sind.

Einige Versicherer erhöhen die Preise

Einigen Versicherern geht es bei der Umstellung auf Unisextarife offen­bar um mehr als nur gleiche Beiträge für Männer und Frauen. Sie erhöhen die Beiträge für beide Geschlechter. Bei Nicht­raucher­tarifen tun dies Huk24, Öffent­liche ­Oldenburg und SDK, in den Raucherta­rifen Debeka, Öffent­liche Braun­schweig, Öffent­liche Oldenburg und Stutt­garter. Die Versicherungs­branche argumentiert, man habe die neuen Tarife vorsichtig kal­kulieren müssen. Schließ­lich wisse man nicht, wie viele Männer und Frauen die neuen Unisex-Verträge abschließen werden.

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