Finanzielle Vorsorge für den Todesfall ist vor allem für Familien unverzichtbar. Doch bei diesen Versicherungen gibt es enorme Preisunterschiede.

Lebensversicherung? Da denken die meisten an einen Sparvertrag für die Altersvorsorge. Doch eigentlich geht es um etwas ganz anderes: Angehörige finanziell abzusichern, falls das Familieneinkommen ausfällt. Für eine junge Familie beispielsweise, die von einem Einkommen leben muss, wäre der Tod eines Elternteils auch finanziell eine Katastrophe.

Die richtige Vorsorge für solche Fälle bringt eine Risikole­bensversicherung. Sie ist unverzichtbar, wenn Angehörige zu versorgen sind. Stirbt der Versicherte, sollte die Versicherungssumme wenigstens über die ersten Jahre helfen. Auch der Kauf einer Immobilie auf Kredit kann so abgesichert werden. Wenn der Versicherte stirbt, erhalten die Hinterbliebenen das Geld. Nur dieses Risiko ist abgesichert, ansonsten wird nichts ausgezahlt.

Das ist für Versicherungsvertreter das beste Argument, den Kunden stattdessen eine Kapitallebensversicherung zu verkaufen, die ein Vielfaches teurer ist. Denn da erhält der Versicherte auch im „Erlebensfall“ Geld. Doch das ist Augenwischerei: Ein Kapitallebensvertrag ist nichts anderes als eine Risikolebenspolice mit Sparvertrag. Da wandert ein etwa gleich hoher Anteil des Beitrags ebenfalls in die Risikovorsorge und ist damit genauso futsch. Nur ein Teil wird angelegt und später als Kapitalleistung ausgezahlt.

Kunden, die stattdessen nur eine Risiko­lebenspolice abschließen und separat einen Sparvertrag, etwa bei der Bank, erzielen oft eine deutlich bessere Rendite.

Tipp: Todesfallvorsorge und Alterssparen sind zwei unterschiedliche Ziele und sollten getrennt behandelt werden: hier die Risikolebenspolice, dort der Sparvertrag.

Die Preisunterschiede für Risikolebensversicherungen sind enorm. Bei nahezu gleichen Leistungen verlangen teure Gesellschaften schon mal das Drei- oder Vierfache des Preises für günstige Policen. Es lohnt also, nach einem preiswerten Anbieter zu suchen. Unser Computerservice ermittelt günstige Policen für Ihren Bedarf. Die Auswertung kostet 15 Euro, siehe Analyse Risikolebensversicherung.

Wie hoch die Prämie im Einzelfall ist, hängt vor allem von Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und besonderen Risiken ab, zum Beispiel ob gefährliche Berufe oder Hobbys wie Drachensegeln, Bergsteigen oder auch Motorradfahren ausgeübt werden. Frauen zahlen wegen der höheren Lebenserwartung weniger als Männer, junge Kunden weniger als Ältere, Nichtraucher weniger als Raucher. Als Nichtraucher gilt, wer in den letzten zwölf Monaten nicht gequalmt hat.

Bei der Versicherungssumme kann als Faustregel das Drei- bis Fünffache des Bruttojahresgehalts gelten. Bei der Laufzeit reicht es meist, wenn der Vertrag bis zum 50. oder 55. Lebensjahr läuft. Neben der klassischen Risikolebensversicherung bieten die Gesellschaften Varianten an:

  • Fallende Versicherungssumme: Zu Beginn der Laufzeit ist die Versicherungssumme hoch. Sie sinkt dann laufend, sodass die Todesfallsumme kurz vor Vertragsende sehr gering ist. Sinnvoll ist das für Kunden, die zum Beispiel eine Immobilienfinanzierung absichern möchten, bei der die Restschuld kontinuierlich sinkt. Die Beiträge sind dann günstiger.
  • Verbundene Verträge: Dabei sichert sich ein Paar gegenseitig ab. Die Versicherungssumme wird nur einmal beim Tod des ersten Partners fällig. Sterben beide gleichzeitig, erhalten die Angehörigen die Todesfallsumme nur einmal ausgezahlt. Diese Verträge kosten rund zehn Prozent weniger als zwei Einzelpolicen.

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