Überschüsse: Bonus oder Verrechnung

Die Beiträge sind seit Anfang 2007 leicht gestiegen.

Die Beiträge für Risikolebensversi­cherungen sind ab 2007 leicht gestiegen. Denn der Garantie­zins wurde von 2,75 Prozent auf 2,25 Prozent ­gesenkt. Mehr dürfen die Versicherer ihren Kunden nicht verbindlich zusagen. Wegen der niedrigeren Verzin­sung müssen Kunden mehr Beitrag für einen Vertrag mit der gleichen Versicherungssumme aufbringen.

Wie bei der Kapitallebensversicherung erwirtschaften die Unternehmen mit den Beiträgen ihrer Kunden Überschüsse. Die dürfen sie aber nicht einfach einstecken, sondern müssen sie mit den Versicherten teilen. Dafür gibt es zwei Varianten:

Beitragsverrechnung: Die Überschüsse werden gleich auf den Beitrag angerechnet, der dadurch deutlich niedriger ausfällt – die Versicherer sprechen vom „Nettobeitrag“, den der Kunde zahlen muss. Dage­gen ist der im Vertrag genannte Bruttobeitrag eher die Höchstgrenze, auf die die Prämie im schlimmsten Fall steigen kann, zum Beispiel weil wesentlich mehr Kunden sterben, als zuvor mit der amtlichen Sterbetafel kalkuliert wurde. Der Bruttobeitrag ist meist doppelt, mitunter auch dreimal so hoch wie der Nettobeitrag. Solch drastische Anhe­bungen sind eher unwahrscheinlich, denn die allgemeine Lebenserwartung steigt, während das Todesfallrisiko sinkt.

Todesfallbonus: Hier werden die Überschüsse auf die Versicherungs­summe angerechnet, die dadurch in der Regel steigt. Sollten die Überschüsse einmal ausbleiben, kann es zu einer Senkung der Versicherungssumme kommen, sodass die Hinterbliebenen weniger Geld bekämen.

Die meisten Versicherten entscheiden sich für die Beitragsverrechnung – zu Recht, wie wir meinen. Denn bei dieser Variante zahlt der Kunde im Erlebensfall weniger Beitrag. Außerdem steht die Höhe der Versicherungssumme fest, sodass den Hinterbliebenen im Notfall nicht ein Teilbetrag fehlt.

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