Eine Risikolebensversicherung sichert eine Familie besser und günstiger ab als jede andere Police. Unsere Untersuchung zeigt: Es gibt viele günstige Angebote.

Fast jeder fünfte Deutsche stirbt vor dem 65. Lebensjahr. Viele wischen den Gedanken an den eigenen Tod schnell beiseite, doch die Statistik zeigt: Das Risiko, schon zu sterben, wenn die Kinder noch nicht auf eigenen Füßen stehen, ist nicht so klein, wie mancher glaubt (siehe Grafik „Früher Tod“).

Auch bei knappster Kalkulation gilt für die meisten Familien: Wenn der Hauptverdiener stirbt, reicht die gesetzliche Rente für die Hinterbliebenen nicht, um den ­Lebensstandard zu halten. Deshalb ist eine Risikolebensversicherung unverzichtbar. Sie zahlt, wenn der Versicherte stirbt.

Eine Risikolebensversicherung bietet reinen Hinterbliebenenschutz. Das unterscheidet sie von einer Kapitallebensversicherung, die den Schutz und das Sparen verbindet. Diese Verbindung ist beliebt, hat jedoch gleich mehrere Nachteile.

Eine Kapitallebensversicherung mit ausreichendem Todesfallschutz ist viel teurer als eine Risikolebensversicherung. Der Versicherte weiß nie, wie viel von seinem Beitrag in den Hinterbliebenenschutz fließt und wie viel er spart. Die Abschluss- und Verwaltungskosten sind viel höher als bei einer Risikolebensversicherung.

Mehr als die Hälfte der Kunden halten ihre Kapitallebensversicherung nicht durch und steigen aus. Dann ist der Todesfallschutz weg oder er ist so gering, dass er für die Hinterbliebenen nicht reicht.

Es ist besser, das Sparen und die Absicherung der Familie zu trennen. Eine Risikolebensversicherung ist der günstigste Familienschutz. Es gibt sie für wenig Geld.

Dennoch sind von den insgesamt mehr als 94 Millionen Lebensversicherungen in Deutschland nur 5,9 Millionen Risikolebensversicherungen. Die Versicherungsvermittler verkaufen lieber Kapitallebensversicherungen, weil sie dafür wesentlich mehr Provision bekommen.

Entscheidend ist der Preis

Für die Auswahl einer Risikolebensversicherung ist der Preis das wichtigste Kriterium. Die Leistungen sind im Wesentlichen gleich.

Finanztest hat die Angebote von 61 Unternehmen untersucht und große Preisunterschiede festgestellt. Ein 30-jähriger Nichtraucher, der seine Familie absichern möchte, zahlt für eine Versicherungssumme von 150 000 Euro (Laufzeit 30 Jahre) beim günstigsten Anbieter Legal & General einen Jahresbeitrag von 174 Euro. Beim teuersten Anbieter im Test kostet ihn der Schutz 464 Euro, also 290 Euro mehr.

Wer raucht, stößt auf noch größere Preisunterschiede. 355 Euro zahlt unser 30-jähriger Modellkunde beim Versicherungsunternehmen Legal & General. 770 Euro verlangt der teuerste Anbieter im Test.

Weil Raucher laut Statistik wesentlich früher sterben als Nichtraucher, ist der Schutz für Raucher bei vielen Gesellschaften teurer. Immerhin 27 getestete Anbieter machen Nichtrauchern ein spezielles günstiges Angebot. Dagegen bekommen Raucher nur den teureren „Normaltarif“.

Als Nichtraucher gilt in der Regel, wer in den letzten zwölf Monaten vor Vertragsschluss überhaupt nicht geraucht hat. Selbst wer nur gelegentlich raucht, bekommt dieses Angebot nicht.

Ein Raucher, der sich im Versicherungsantrag als Nichtraucher ausgibt, riskiert seinen Versicherungsschutz. So gab das Landgericht Coburg einer Versicherungsgesellschaft Recht, die sich weigerte, die Versicherungssumme einer an Lungenkrebs gestorbenen Kundin an ihren Sohn auszuzahlen.

Die Frau hatte eine günstige Police mit Nichtrauchertarif gewählt. Sie hatte aber seit Jahren geraucht und dies bei Vertragsabschluss verschwiegen. Damit habe sie den Versicherer arglistig getäuscht, urteilten die Richter (Az. 11 O 220/06).

Preisaufschlag fürs Hobby

Wie viel der Vertrag kostet, hängt auch vom Alter des Versicherten, der Versicherungssumme und der Vertragslaufzeit ab.

Ein 40-jähriger Nichtraucher zahlt für eine Versicherungssumme von 150 000 Euro und eine Vertragslaufzeit von zehn Jahren bei KarstadtQuelle 147 Euro im Jahr. Ein 50-Jähriger zahlt für dieselbe Versicherungssumme und Laufzeit mehr als das Zweieinhalbfache: 375 Euro.

Frauen haben immer einen niedrigeren Beitrag als Männer. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung ist höher.

Für alle gilt: Je höher die Versicherungssumme, desto höher der Beitrag.

Der Beruf und die Hobbys spielen ebenfalls eine Rolle beim Preis. Versicherte mit Risikoberufen wie Bergführer, Taucher, ­Pilot oder Pyrotechniker müssen bei fast allen Gesellschaften mehr zahlen als der Bürokaufmann in unserem Modell. Polizisten, die ihren Dienst in Sondereinheiten leisten, müssen ebenfalls einen Risikozuschlag hinnehmen.

Die meisten Versicherer berechnen den Zuschlag, den sie von Kunden mit einem riskanten Beruf verlangen, in Promille von der Versicherungssumme. Dabei variieren die Zuschläge je nach Gesellschaft und Risikoberuf zwischen 0,7 und 10 Promille der Versicherungssumme.

Ein Sprengtaucher etwa, der einen Vertrag mit einer Versicherungssumme von 150 000 Euro abschließt, zahlt bei der Allianz 108 Euro Zuschlag auf den Jahresbeitrag. Bei der Hannoverschen Leben und der Hamburg-Mannheimer beträgt der Risikozuschlag sogar 1 500 Euro im Jahr.

Ein Kunde, der seinen Arbeitstag ganz risikolos am Schreibtisch verbringt, muss erheblich mehr für seinen Hinterbliebenenschutz ausgeben, wenn er ein riskantes Hobby pflegt. Hier liegen die Risikozuschläge je nach Hobby und Versicherer zwischen 0,1 und 20 Promille der Versicherungssumme.

Ein Hobby-Drachenflieger muss bei ­einer Versicherungssumme von 150 000 Euro mindestens 150 Euro Risikozuschlag auf den Jahresbeitrag zahlen. Von einem Hochseesegler verlangen viele Anbieter Zuschläge zwischen 60 und 1 800 Euro.

Ballonfahrer und Taucher, die im Meer in geringer Tiefe ihrem Hobby nachgehen, können sich bei den meisten getesteten Gesellschaften ohne Risikozuschlag versichern. Bei Tauchern gibt es jedoch Ausnahmen: Tiefsee-, Eis- und Höhlentaucher müssen einen Risikozuschlag auf den Jahresbeitrag zahlen.

Ähnlich ist es bei Motorradfahrern: Wer mit seiner Maschine ganz normal am ­Straßenverkehr teilnimmt, zahlt zwar einen Risikozuschlag, doch der hält sich im Rahmen. Bei CosmosDirekt sind es zum ­Beispiel knapp 40 Euro.

Erheblich teurer wird es für alle, die in ihrer Freizeit Motorradrennen fahren. Bei einer Versicherungssumme von 150 000 Euro sind es zwischen 180 und 3 000 Euro je nach Anbieter.

Versicherungssumme nach Bedarf

Jeder kann die Versicherungssumme seiner Risikolebensversicherung nach Bedarf festlegen. Mit einer Versicherungssumme von 150 000 Euro, wie in unserem Modell, hätte die Familie des Versicherten nach seinem Tod 20 Jahre lang 900 Euro monatlich zur Verfügung, wenn sie die Summe zu 4 Prozent Zinsen anlegte.

Die Laufzeit sollte der Kunde so lang festschreiben, wie seine Hinterbliebenen den Schutz benötigen. In unserem Modell sind es 30 Jahre.

Diese Vertragsdauer ist sinnvoll, wenn der Hauptverdiener seine junge Familie mit kleinen Kindern absichern will. Oder wenn er gewährleisten will, dass der gerade aufgenommenen Kredit für eine Eigentumswohnung auch im Falle seines Todes abbezahlt werden kann.

Wenn die Kinder schon in zehn Jahren auf eigenen Beinen stehen werden oder die Restschuld des Hauses in einem überschaubaren Zeitraum getilgt ist, bietet sich eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme an. Die Beiträge für diese Police sind günstiger.

Sie funktioniert so: Zu Beginn der Laufzeit ist die Versicherungssumme hoch, sinkt aber bis zum Ende des Vertrags.

Kürzere Laufzeit für Ältere

Wer ältere Kinder hat und sich erst mit 40 oder 50 Jahren für einen Vertrag entscheidet, braucht gar keine lange Laufzeit. Er kann sich für einen Zehnjahresvertrag entscheiden. Das spart Beitrag. Günstige ­Angebote finden Kunden dieses Alters in unseren „Top Ten“-Tabellen.

Je älter der Versicherte ist, umso höher der Beitrag. Wählt ein Kunde dann noch einen Vertrag mit langer Laufzeit, wird der Schutz teuer.

Besser ist es, schon einen Versicherungsvertrag abzuschließen, wenn die Familie gerade gegründet ist und die Laufzeit so lang zu vereinbaren, bis der Schutz nicht mehr benötigt wird.

Wer in jungen Jahren am Beitrag sparen muss und deshalb die Versicherungssumme nicht so hoch ansetzt, kann eine Nachversicherungsgarantie im Vertrag vereinbaren. Dann hat er die Möglichkeit, seine ­Risikolebensversicherung einer neuen Lebenssituation anzupassen, beispielsweise der Geburt eines zweiten Kindes (siehe Tabelle „Nachversicherung“). Die Nachversicherungsgarantie ermöglicht es ihm, die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

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